Diane Routex – Die größten Rätsel der Kunst

Spätestens seit Dan Browns Welterfolg The Da Vinci Code (Sakrileg) ist nicht nur Kunsthistorikern klar: Die Welt der Kunst steckt voller Rätsel. Motiv und Herkunft eines Bildes, sein Auftraggeber oder der Künstler selbst – viele Werke bergen ein Geheimnis.
Das bis heute unergründliche Lächeln der Mona Lisa ist nur eines davon. Aber was hat Rembrandt in seinen mehr als 100 Selbstporträts so besessen gesucht? Welche Rolle spielte Dr. Gachet beim Tod Vincent van Goghs und warum entstand das Hochzeitsbild des Giovanni Arnolfini ganze 13 Jahre vor dessen Eheschließung? Zeigt Robert Capas berühmtestes Foto einen fallenden Soldaten wirklich im Moment des Todes? Und wie kamen die Moai auf die Osterinseln? In vier Kapiteln folgen die Autorinnen mit detektivischem Spürsinn den Geheimnissen von 36 Kunstwerken aus allen Epochen und Gattungen, von der Goldmaske des Agamemnon bis zur Identität des Graffiti-Künstlers Banksy.

Als Laie hat man kaum eine Chance, obiges Bild wirklich zu interpretieren. Wobei die Interpretation bereits eine Blickschulung voraussetzt. Im Kunstgeschichtsstudium (und jetzt teilweise in den Seminaren des Städel oder der VHS in diesem Museum), wird immer wieder Zeit darauf verwendet, erst einmal zu beschreiben, was man sieht. Z.B. nicht Jesus und Maria, sondern eine (meist blau gekleidete Frau), welche ein Baby im Arm hält.
Diese Blickschulung nimmt das Buch dem Leser erst einmal zumindest im Groben ab, so wird bei obigen Bild nicht auf das Gemälde über dem Kamin eingegangen, welches den Kreis zur im Buch vorgelegten Interpretation schließt.
Natürlich sollte man auch nicht erwarten, dass die im vorgelegten Buch Interpretationen die einzige Theorien sind, auch wenn mir in dem Fall das Eheversprechen (Ring) und die Schwangerschaft (Griff an die Brust) einleuchten.

Die Kunstgeschichte kommt es selbst dort vor, wo man sie nicht unbedingt vermutet – in World of Warcraft zum Beispiel und dementsprechend lohnt eine Auseinandersetzung mit ihr immer.

Sie ist unser unmittelbarer Zugang zur Vergangenheit, ich habe dies in letzter Zeit bei der hervorragenden Führung Von Bettelmönchen, Stiftern und Klostermauern im Frankfurter Archäologischen Museum gemerkt.
Eine Beschäftigung lohnt sich allemal, alleine schon deswegen, weil man mit der Zeit richtiges Sehen lernt
.
Fazit

Das Buch bietet einen guten Einstieg, da es den Laien nicht überfordert, die Beschreibungen und die Interpretationen stehen auf jeweils einer Seite, gleichzeitig dazu anregen, sich bei Interesse näher mit einem Bild zu beschäftigen.

Leseprobe

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Prestel Verlag (21. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 379134921X
ISBN-13: 978-3791349213
Originaltitel: The Museum of Secrets
Größe und/oder Gewicht: 26,6 x 21,4 x 2,2 cm

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