Es ist eines dieser Bücher, welches alle ausser mir gut finden. Unterwegs nach Cold Mountain habe ich in guter Erinnerung, aber dieses Buch geht gar nicht an mich. Das es Eingeborene gab, die auch Sklaven hatten, wusste ich zwar noch nicht, fällt aber für mich persönlich in die Kategorie *Wissen, das die Welt nicht braucht*. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich für Indianer nicht sonderlich interessiere. Zum Glück ist die Hälfte des Buches geschafft.
Eine Rezension auf Amazon:
Leider war ich von diesem Roman sehr enttäuscht. Die Personen der Geschichte bleiben seltsam blass und farblos, Charles Frazier beschreibt die einzelnen Charaktere oberflächlich und nicht in die Tiefe gehend.
Meiner Meinung nach ist das Thema des Romans sehr ansprechend und interessant, deshalb ist es wirklich schade, dass es Frazier nicht gelingt, eine spannende Geschichte daraus zu machen. Spannung bleibt während der gesamten Lektüre ein Fremdwort, ich habe aber trotzdem bis zum Schluß des Buches gehofft, dass noch etwas wirklich unerwartetes oder aufregendes passiert. Die Geschichte plätschert vor sich hin, die Hauptpersonen bleiben einem fremd und gleichgültig. Anstatt einen Spannungsbogen aufzubauen verliert Frazier sich immer wieder in ausschweifenden Naturschilderungen, die trotz sprachlicher Schönheit am Ende einfach nur noch langweilen. Ich bin der Ansicht, dass ein anspruchsvoller Roman nicht auf Spannung und psychologischen Tiefgang verzichten kann, da er ansonsten trotz sprachlicher Brillianz banal wirkt.
Der Rezensent hat das Buch voll erfasst. Andererseits: Der Alltag ist nun einmal nicht spannend, warum sollte es Romanfiguren besser gehen als dem Durchschnittsbürger. Die Beschreibung der Appalachen macht schon Lust dahin zu ziehen, nur die Lust verspüre ich schon lange. Auch mit den Cherokee sollte man im Groben schon vertraut sein, sonst entgeht einem viel in dem Roman. Unter dem Cherokee-Alphabet in dem öfters mal geschrieben wird, konnte ich mir wenig vorstellen, auch nicht unter dem *Pfad der Tränen*. Hier wird ein Wissen in amerikanischer Geschichte verlangt, welches so speziell ist, dass die wenigsten Nichtamerikaner es haben dürften.