Klappentext
Böhmen 1572. In einem halb verfallenen Kloster wird der achtjährige Andrej Zeuge eines schrecklichen Blutbads: Zehn Menschen, darunter Andrejs Eltern, werden von einem rasenden Mönch brutal ermordet. Eine der Frauen bringt sterbend ein Kind zur Welt. Der Prior befiehlt, auch den Säugling zu töten – denn es gilt, alle Spuren zu verwischen, die irgendjemanden in das abgelegene Kloster führen könnten. Andrej kann fliehen und nimmt eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Kirche mit sich, das die verschwiegene Mönchsgesellschaft um jeden Preis zu schützen geschworen hat: In dem Kloster wird ein Buch versteckt, das drei Päpsten das Leben kosten und die Macht haben soll, das Ende der Welt einzuläuten – der Codex Gigas, die Teufelsbibel, ein Kompendium des Bösen. Sieben schwarze Mönche behüten die große Handschrift und töten jeden, der zuviel darüber weiß. Doch das Wissen um das Buch des Teufels ist das einzige Erbe, das Andrej von seinem Vater geblieben ist
Richard Dübell ist als Autor historischer Romane bekannt und gehört mittlerweile zu den beliebtesten deutschen Autoren in seinem Genre. Nach den großen Erfolgen seiner ersten Bücher, die beim nymphenburger-Verlag/Langen-Müller-Herbig erschienen, wechselte Dübell zum Verlagshaus Lübbe, das seine Hardcover-Bände im Haus Ehrenwirth und seine Taschenbücher bei Bastei-Lübbe publiziert. Neben seinen schriftstellerischen Aktivitäten leitet er eine Schreibwerkstatt, die er sowohl in Abendkursen als auch als Wochenendseminare und Urlaubsreisen anbietet, und arbeitet als Cartoonist und Grafiker.
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Am Anfang bin ich an dem Buch verzweifelt. Es erschien mir zusammenhanglos und kompliziert. Orts- und Zeitsprünge, sodass man kaum folgen konnte. Hätten nicht andere in ihren Kommentaren über das gleiche Problem geklagt, ich hätte das Buch wohl abgebrochen.
Zum Glück habe ich es nicht gemacht, auch wenn ich bis zum Schluss immer wieder das Gefühl hatte, etwas Wichtiges überlesen zu haben. Da ich wußte, dass ich mit dem Problem nicht alleine bin, habe ich diese Sprünge einfach ignoriert. Letztendlich sind sie aber schade, da sie verhindern, *Die Teufelbibel* als sehr gutes Buch zu bezeichenen. Wäre die Erzählung glatter gwesen, hätte der Bezeichnung *Monatshightlight* nichts mehr im Weg gestanden.
# Gebundene Ausgabe: 667 Seiten
# Verlag: Ehrenwirth; Auflage: 3., Aufl. (11. September 2007)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3431037186
# ISBN-13: 978-3431037180
# Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,6 x 3,8 cm
Die historische Teufelsbibel (Codex Gigas) ist in Stockholm untergebracht. Eine digatalisierte Fassung findet sich hier.


Podlažice – Entstehungsort der legendenumwobenen Handschrift. Foto: Ivan Král. Quelle: Nationalbibliothek der Tschechischen Republik
Das größte handschriftliche Buch der Welt
Der Codex gigas ist in der Tat riesig: Er besitzt hölzerne Platten mit den Maßen 92 x 50,5 Zentimetern und wiegt 75 Kilogramm. Im Mittelalter wurde er den sieben Weltwundern zugezählt.
Das Buch besteht aus 312 Pergamentblättern und hat somit 624 Seiten. Ursprünglich waren es sogar 320 Blätter, doch acht Blätter wurden von einem Unbekannten herausgerissen. Um genügend Pergament zu gewinnen, mussten die Häute von rund hundertsechzig Tieren verarbeitet werden.
Das Buch, bei dem es sich eher um eine ganze Bibliothek handelt, enthält lateinisch geschriebene Texte unterschiedlichen Charakters. Es umfasst das und Alte und das Neue Testament, einen Beichtspiegel, verschiedene Beschwörungsformeln gegen Krankheiten und Diebe und einen Kalender.
Wertvollstes Dokument dürfte wohl die Kronika česká (Chronica Bohemorum) sein, die von Cosmas (1045-1125), dem Dekan des Prager Kapitels, verfasst wurde. Es handelt sich hierbei um das älteste Werk, das von der Geschichte der Tschechen handelt. Die Abschrift der Cosmas-Chronik im Codex gigant gehört zu de ältesten und besten.
Mit Hilfe des Teufels?
Der Band entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich um das Jahr 1229, im Benediktinerkloster in Podlažice. Über seinen Autor und die Gründe seiner Entstehung haben sich keine Belege erhalten. Erstaunlich ist die außergewöhnliche Einheitlichkeit der Schrift, die darauf schließen lässt, dass das Buch das Lebenswerk eines einzigen Menschen darstellt. Die Historiker schätzen, dass der betreffende Schreiber bis zu zwanzig Jahre für diese Arbeit hätte aufwenden müssen.
Diese erstaunliche Unveränderlichkeit der Schrift befindet sich in Einklang mit der Legende über die Entstehung des Buches. Demnach soll sich ein zum Tode verurteilter Mönch dadurch freigekauft haben, dass er während einer einzigen Nacht das größte Buch der Welt schrieb. Als er um Mitternacht sah, dass er sein Werk unmöglich alleine schreiben konnte, rief er den Teufel herbei, mit dessen Hilfe er das Werk vollendete. Der Teufel verlangte dafür im Gegenzug, in dem Buch abgebildet zu werden. Sein fast 50 Zentimeter großes Bildnis befindet sich auf Blatt 290r. Daher heißt dieses Buch auch Teufelsbibel.





[...] Oktober 28, 2008 von nomadenseele Bilder zum eigentlichen Buch hier. [...]