Kurzbeschreibung
Frankreich im Jahre 1764. Die Menschen des Gévaudan leben in Angst und Schrecken, denn ihre Kinder werden gehetzt und getötet. Was ist das für eine Bestie, die kein Jäger stellen kann? Unter den vielen Männern, die sich auf die Jagd begeben, ist auch der Wildhüter Jean Chastel. Er selbst birgt ein dunkles Geheimnis, das ihn untrennbar an die Bestie kettet – ebenso wie Gregoria, die Äbtissin eines Klosters. Eine gefährliche Reise führt die beiden schließlich nach Rom, denn auch in der Ewigen Stadt beginnt ein Dämon zu wüten, dessen Hunger nicht zu stillen ist – und der auch zweihundert Jahre später noch Opfer fordern wird …Über den Autor
Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und lebt als freier Autor in Zweibrücken. Er wurde bereits mehrfach mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Nachdem er mit seiner Romantrilogie rund um „Die Zwerge“ zum Großmeister der deutschen Fantasy wurde, eroberte er mit dem Zweiteiler „Ritus“ und „Sanctum“ auch den Mysterybereich – und legte mit „Kinder des Judas“ seinen ersten Vampirroman vor.
Sanctum, die Fortsetzung von Ritus, entwickelt zwei sehr gegensätzliche Tendenzen: Der Neuzeit-Teil wird noch besser und spannender, der Jetzt-Teil noch überdrehter und unglaubwürdiger (letzteres ist für einen Fantasy-Roman allerdings eine Leistung für sich).
Hätte es nur den Neuzeit-Teil gegeben, wäre es ein tollen Buch geworden. Meiner Ansicht nach gab es zwei Gründe, warum in dem Doppelband die Geschichten verwebt worden sind:
1. Der Autor weiß selber, wie lächerlich die Jetztzeit-Geschichte ist bzw. das sie alleine nie tragfähig wäre.
Daraus resultiert
2. pure Geldgier aus der Geschichte zwei Bücher zumachen und den Leser faktisch dazu zu zwingen (Ritus bricht mitten in der Handlung ab), dass zweite Buch zu kaufen.
Was macht die Jetztzeitgeschichte zu unglaubwürdig?
Null Psychologie, Gemetzel ohne Ende, Eric ist ein absoluter Übermensch und als Werwolf kann er die Damenwelt die ganze Nacht über beglücken – was der Autor auch freudig ausschmückt.
Besonders nervend waren für mich die nicht gerade mitreißenden Sexszenen. Ein Werwolf kann immer, oft und lange – sogar die ganze Nacht hindurch. Damit wäre alles gesagt gewesen und man hätte gerne auf detailliertere Bescheibungen verzichten können.
Die Neuzeit-Geschichte ist ausgesprochen raffiniert, Verbündete und Feinde nicht leicht auszumachen, und zu oft sind auch Freunde alles andere als unschuldig – ein Volltreffer, wenn der Autor es bei der Geschichte hätte belassen können.
Fazit:
Die De facto-Erpressung, dass ich dieses Buch kaufen musste, da ich sonst in der Hälfte der Erzählungen stecken geblieben wäre, hinterlässt bereits einen Beigeschmack.
Zur Geschichte selber zeigt der Autor abwechselnd, zu wieviel Trash und gleichzeitig spannenden Geschichten er in der Lage ist – das habe ich in meiner ganzen Lesekarriere noch nicht erlebt.
# Broschiert: 624 Seiten
# Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 1. Juli 2008
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3426639793
# ISBN-13: 978-3426639795
# Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 3,8 cm
Weitere treffende User-Kommentare aus Phantastik-Couch:
Aber von Kastell sollte sich mit seine Dauer „mon frere“ quatschenden
Schwester in eine seiner Prachtvillen, natürlich per Porsche mit Super GPS begeben und eine seiner 1000 Waffen zum schnellen Abgang verwenden.
Den weiteren Handlungsablauf von ihm kennt man ja sowieso schon von Anfang an. Superheld haut alle um und bekommt Frau, obwohl eine Frage bleibt, klappt es dann ohne tierischen Beistand überhaupt noch.
Wenn Product Placement bestraft werden würde, dann bekäme der Autor für dieses Buch und auch für „Ritus“ die Höchsstrafe. So oft wie der Protagonist mit einem Porsche Cayenne durch die Gegend fährt. In jeder Stadt hat er einen.

[...] Markus Reitz`Bücher Ritus und Sanctum bin ich auf die Bestie vom Gévaudan aufmerksam und damit auch auf den Film *Pakt der Wölfe*. Ich [...]