Kurzbeschreibung
Wilfried Thesiger durchquerte 1947 bis 1950 die Wüste Rub-al Khali, das „leere Viertel“ der arabischen Halbinsel, und lebte mit den Beduinen. Was er über diese unberührte Welt des Schweigens aufgezeichnet hat, gehört zur großen Expeditionsliteratur wie die „Sieben Säulen der Weisheit“ von T.E. Lawrence.
Sir Wilfred Patrick Thesiger KBE, DSO (* 3. Juni 1910 in Addis Abeba; † 24. August 2003 in London) war ein britischer Forscher und Autor von Reiseberichten. Er entstammte einer adligen Familie: Sein Großvater Frederic war 1. Baron Chelmsford; sein Onkel, 3. Baron Chelmsford, war Vizekönig von Indien 1916-1921.
Er wurde in Addis Abeba, im damaligen Abessinien, als Sohn des britischen Gesandten Wilfred Gilbert Thesiger geboren und genoß eine Ausbildung am Eton College, dem sich ein Studium an der University of Oxford in Geschichte anschloss. Ab 1930 boxte Thesiger in der Universitätsmannschaft und war 1933 deren Kapitän.
Thesiger besuchte 1930 auf Einladung von Kaiser Haile Selassie zu dessen Krönung wieder Äthiopien. 1933 nahm er an einer Expedition der Royal Geographical Society zur Erforschung des Awsa Fluss teil. Während dieser Expedition war er der erste Europäer der das Aussa Sultanat, ein muslimisches Sultanat des Volkes der Afar, erreichte und den Abbe See besuchte.
Ab 1935 arbeitete er im britischen politischen Dienst im Sudan und war in Darfur und dem oberen Nil stationiert. Er nahm dabei an mehreren Unternehmen der Sudan Defence Force (SDF) teil, in die er mit Beginn des Zweiter Weltkrieg ebenso wie Siegfried Ferdinand Nadel eintrat. Ab 1941 nahm er aktiv an den Kämpfen zur Befreiung Äthiopiens von der italienischen Fremdherrschaft mit der Gideon Force teil. Für die Gefangennahme der italienischen Garnison von Agibar wurde er mit dem DSO ausgezeichnet. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs diente er unter Major David Stirling in der Long Range Desert Group dem Vorläufer des Special Air Service in Nordafrika. Thesiger war Verbindungsoffizier der Sonderkompanie Sacred Band aus griechischen Offizieren für den Einsatz in der Agäis. Er erreichte den Dienstrang eines Major.
Nach 1945 führte er Expeditionen auf der Arabischen Halbinsel im Leeren Viertel für die Desert Locusts Research Organisation durch. Einer der „Gründe“ für diese Expeditionen war die Suche nach dem Brutgebiet der Heuschrecken, die immer wieder Afrika heimsuchten. Seine Reisen führten ihn in den Irak, nach Persien, Kurdistan, Abessinien, den Sudan, Französisch-Westafrika, Pakistan und Kenia, wo er ab 1968 hauptsächlich lebte. 1994 kehrte er nach England zurück und wurde 1995 zum Ritter geschlagen.
Thesiger ist für seine Reiseberichte bekannt. Arabian Sands (1959), in Deutschland unter dem Titel „Die Brunnen der Wüste“ erschienen, handelt von seinen Reisen im Leeren Viertel Arabiens zwischen 1946 and 1950 und beschreibt die sich auflösende Kultur der Beduinen. The Marsh Arabs (1964) dreht sich um das traditionelle Leben der Marsch-Araber im Süden des Irak.
Sowohl Rohrbach als auch Thesiger können sich der Fazination der Araber nicht entziehen.
„Ich kannte die grundsätzliche Anständigkeit, die der Felsgrund ihres Charakters war, ihr Humor, ihre Verbortheit und ihr Selbstvertrauen. Ich wusste, wäre es erforderlich, dann wären sie auch in der Lage sich in jede Art zu leben zurechtzufinden, in der Wüste, im Dschungel, in den Bergen, oder auf See, und dass in so vieler Hinsicht keine Rasse der Welt ihnen ebenbürtig war.“
Nur wenn Rohrbach *Im Reich der Königin von Saba* keine Kritik zulässt, betrachtet der Autor dieses Buches die Härten des Lebens im Leeren Viertel und auch den Charakter seiner Menschen realistischer und ambivalenter:
„Immer reserviert vor Fremden und daran gewöhnt bei förmlichen Anlässen stundenlang regungslos und still dazusitzen, sind sie doch geschwätzig. Eine leichtherzige Rasse. Aber durch Veranlassung religiöser Zeloten können sie kompromisslos puritanisch sein, schnell runzeln sie die Stirn über jede Form des Vergnügens, betrachten Gesang und Musik als Sünde und Gelächter als ungeziemend. Wahrscheinlich vereint kein anderes Volk, sei es als Rasse oder als Individuum so viele widerstreitende Qualitäten in solch einem extremen Ausmaß.“
*Die Brunnen der Wüste* ist Abenteuerliteratur im allerbesten Sinne und macht, gerade weil sie durchaus kritisch mit dem Subjekt umgeht, Spaß sich damit weiter zu beschäftigen; ich habe im Moment große Lust Munifs *Salzstädte* zu lesen, welches den Untergang der Beduinenkultur behandelt. Wenn ein Buch es schafft, dass man über das Thema mehr erfahren möchte, dann hat es – neben Unterhaltsamkeit – für mich die Bedingung für ein gutes Buch erfüllt. Dabei wird die andauernde Lebensgefahr durch feindliche Stämme und Wassermangel nicht verschwiegen, ich wußte auch noch nicht, dass es Berge in Saudi-Arabien (?) gibt, auf denen Schnee fällt (der in Ermangelung von Wörtern als *weißes Pulver* bezeichnet wird)
Fazit:
Ein lohnender Einblick in eine ausgestorbene Kultur und das arabische Denken.
# Taschenbuch: 353 Seiten
# Verlag: Piper; Auflage: 8., Aufl. (Februar 2008)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 349221407X
# ISBN-13: 978-3492214070
# Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,1 x 2,5 cm
In Österreich wurde ab 1753 in der Reichsmünzstätte Günzburg und in Wien der Maria-Theresien-Taler geprägt, mit dem Bildnis der Kaiserin Maria Theresia (1740 bis 1780), erst diese Münze machte eine wirklich weltweite Karriere. Die Münze wurde zwar schon 1858 in Österreich demonetarisiert, wurde aber als Handelsmünze (mit unveränderter Jahreszahl 1780) bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Arabien und Äthiopien verwendet. Der Maria-Theresien-Taler ist die häufigste Silbermünze der Welt und wird bis heute für Sammler geprägt.
Die Rub al-Chali (arabisch الربع الخالي ar-Rubʿ al-Chali, DMG ar-Rubʿ al-Ḫālī, „Leeres Viertel“
Rub al-Chali oder Leeres Viertel ist die größte Sandwüste der Erde.





[...] versauere. Man kann also gut behaupten, sie führen das Leben, welches ich nicht führen kann, ob Thesiger von seinen Abenteuern auf der arabischen Halbinsel berichtet, Birmas Pracht (und Elend) wie im Glaspalast , sich jemand traut alleine durch den Jemen zu reisen [...]