Es sind die stinkenden Straßen Delhis voll knatternder Autos, sengender Hitze und aufbegehrender Gedärme, in denen Tim Parks’ neuer Roman spielt. Hier lebte der Anthropologe Albert James mit seiner Frau Helen in perfekter Ehe – bis zu seinem plötzlichen Tod, den vor allem der aus London angereiste Sohn James nicht versteht. Seine Mutter stürzt sich in die Arbeit als Ärztin in den Armenvierteln und zeigt ihm die kalte Schulter. Widerwillig kehrt John nach London zurück, wo er einen rätselhaften Brief seines Vaters findet. „Seit einiger Zeit bin ich nun geplagt, vielleicht auch gesegnet, durch Träume von Flüssen und Meeren.“ Was wollte der Vater ihm sagen? Und wer hat den Brief nach seinem Tod abgeschickt? Diese Fragen lassen John keine Ruhe, bis er nach Delhi zurückkehrt. Auch der windige Journalist Paul Roberts, der eine Biografie des Forschers veröffentlichen will, reist an, um bei Helen Informationen einzuholen. Aus Johns Nachforschungen, Helens Erinnerungen und Pauls Einschätzung seiner Arbeit zeichnet Parks für uns ein Bild des toten Albert und benutzt diesen zugleich als trojanisches Pferd für die Thesen des Wissenschaftlers Gregory Bateson: Albert untersuchte Kommunikationsstrukturen in einer globalisierten Welt und glaubte, jegliche Beeinflussung gewachsener Kulturen sei fatal. Nur dank Parks’ lebendiger, detaillreicher Schilderungen ist der komplexe Roman spannend und gut zu lesen, und ehe man es merkt, hat der Autor einmal mehr sämtliche Utopien vom glücklichen Zusammenleben zerstört. Und auch wenn John seinen Vater letztlich besser versteht als zu dessen Lebzeiten: Parks weigert sich, irgendeinen Ausweg aus dem menschlichen Dilemma aufzuzeigen. (kat)
Pressestimmen
Das Buch widmet sich den dringenden Themen unserer Gegenwart, ein Lesegewinn in Zeiten, in denen viele Autoren auf die gewaltigen Umbrüche wie Straußenvögel reagieren. (Literarische Welt)Parks liefert einen raffinierten Geistes-Thriller, einen Schmöker für lebensfrohe Denker. (Stern)
Sehr gescheit verknüpft der Brite Parks bizarre Liebesaffären und die Sinnesverwirrung des Europäers in der indischen Fremde mit einer Essenz antiker Philosophie. (Kultur SPIEGEL)
Tim Parks (* 19. Dezember 1954 in Manchester, Großbritannien) ist ein englischer Schriftsteller und Übersetzer.
Er studierte in Cambridge (Bachelor of Arts, 1977) und Harvard (Master of Arts, 1979 [1]. Seit 1981 lebt er in Italien, nahe Verona, und hat gemeinsam mit seiner aus Italien stammenden Frau, Rita Baldassarre, drei Kinder [2]. Er ist Dozent an der Università IULM in Mailand und lehrt dort literarische Übersetzung.
Erster Satz
Nach dem kurzen Anruf seiner Mutter, der ihn vom Tod seines Vaters in Kenntnis setzte, holte John James einmal tief Lusft, buchte den nächsten verfügbaren Flug nach Dehli, ließ sich von Elaine nach Heathrow fahren, reiste in die anbrechende nacht hinein und landete bei wesentlich kühlerem Wetter als erwartet auf den Indira-Gahndi-Flughafen.
Letzter Satz
John holte tief Luft, schloss die Augen und tauchte ein.
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Ich konnte mit dem Buch nichts anfangen.
Jeder versucht sich auf seine Weise einem Verstorbenen zu nähern, nach und nach wird enthüllt, dass die nach außen glückliche Ehe total zerrüttet war.
Als Kulturrelativist reinsten Wassers, der jede Einmischung der Forschung in die soziale Wirklichkeit notorisch ablehnte und sein Leben lang versuchte „das Reich der Schamanen mit den Mitteln der Wissenschaft zu durchleuchten“ (S.130) ist er für seinen Biographen Paul Roberts ein Genie, für seine Frau Helen ein Heiliger und für seinen Sohn John schlichtweg durchgeknallt.
Amazon-Kritik
Und genau das wird auf 500 Seiten ausgewalzt, zudem hatte ich den Eindruck, dass das Buch kein richtiges Ende hatte.
Fazit:
Langweilig und langatmig.
# Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
# Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 2 (1. Juli 2009)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3888975794
# ISBN-13: 978-3888975790
# Originaltitel: Dreams of Rivers and Seas
# Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,6 x 4,4 cm

