Ist der Wanderarbeiter Shay Bourne ein Mörder? Direkt zugegeben hat er die Tat nicht. Dennoch wurde er vor Gericht für die Ermordung des Polizisten Kurt Nealon und von June Nealons Tochter Elizabeth schuldig gesprochen. Nun, elf Jahre später, sitzt Bourne im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses und wartet auf die Vollstreckung der Todesstrafe. Und er hat einen Plan, den er konsequent verfolgt: Er will Junes schwerkranker Tochter Claire vor seinem Tod sein Herz vermachen. Für June beginnt ein Alptraum, der zwischen Hoffung und Verachtung angesiedelt ist: Darf sie das Organ des Mörders ihrer Familie annehmen? Und: Will Claire überhaupt mit dem Herz eines Verbrechers in der Brust weiterleben?
Etwas hanebüchen ist die Geschichte schon, die uns die 42-jährige US-amerikanische Bestseller-Autorin und Thriller-Spezialistin Jodi Picoult (Neunzehn Stunden) da auftischt. „Warum sollte ein Mörder etwas derart Abseitiges tun?“ wird sich vielleicht mancher fragen. Und: „Würde man angesichts einer todkranken Tochter tatsächlich zögern?“ Aber das sind Gedanken, die einem höchstens bei der Zusammenfassung des Plots kommen können. Denn Picoult erzählt die Geschichte ihres Romans Das Herz ihrer Tochter derart stringent, spannend und anrührend, dass man ohnehin nicht dazu kommt, seine Gedanken abschweifen zu lassen. .
Organspenden und Todesstrafe – oder die heilende Kraft verschiedener Religionen, deren Vorzüge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausführlich diskutiert werden: Wieder hat Jodi Picoult gleich mehrere – vielleicht zu viele –, nicht nur in den USA hinlänglich tabuisierte Themen angepackt und in einen im wahrsten Sinne des Worts herzzerreißenden Roman gepackt. Da kann man den Lesern nur raten, das zu tun, was Picoults Figuren auch tun müssen: die eigenen Vorurteile über Bord zu werfen und seine vorgefasste Meinung schnell zu ändern. Aber genauso wird es skeptischen Zeitgenossen bei der Lektüre von Das Herz ihrer Tochter ohnehin ergehen.
Jodi Lynn Picoult (* 19. Mai, 1966 in Nesconset auf Long Island, New York) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin.
Picoult wuchs auf Long Island im US-Bundesstaat New York auf. Sie studierte Creative Writing an der Princeton University, und machte 1987 ihren Abschluss. Postgraduiert erwarb sie einen Master-Grad in Pädagogik an der Harvard University.Die Autorin ist verheiratet und lebt mit Ehemann und drei Kindern in New Hampshire.
„Nineteen Minutes“ ist Picoults Roman aus 2007 über die minutiöse Spurensuche nach den Ursachen eines Schüler-Amoklaufs in einer fiktiven Kleinstadt.[1] Das Buch setzte sich auf Anhieb auf Platz Eins der Bestseller-Liste der New York Times und blieb dort wochenlang. Auch ihr folgendes Buch Change Of Heart, das im März 2008 erschien, erreichte aus dem Stand die Spitzenreiterposition.[2]
Picoult schreibt neben Literatur auch „Wonder Woman“-Comics und vor allem Unterhaltungsliteratur für junge Frauen, so genannte „Chick lit“.
Warum Picoult für viele zu den großen amerikanischen Autoren gehört, werde ich nie begreifen und je mehr ich von ihr lese, desto weniger kann ich es nachvollziehen, gerade *Das Herz ihrer Tochter* ist extrem konstruiert: Ein Mörder will sein Herz der Schwester des Opfers spenden, natürlich passt es perfekt. Dann passieren in seiner Umgebung *Wunder*, weswegen ihn viele als den neuen Messias sehen. Als wäre das alles noch nicht genug, ist der Gefängnispfarrer noch einer der Geschworenen, de ihn in die Todeszelle geschickt hat – das ist einfach zuviel, inklusive der letzen Zeilen, die ich nicht verraten möchte.
Fazit:
Andere Autoren werden von Buch zu Buch besser, Picoult immer schlechter und konstruierter; man hat das Reißbrett, auf dem der Roman entstanden ist, förmlich vor sich.
# Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
# Verlag: Piper Verlag GmbH (11. September 2009)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3492053009
# ISBN-13: 978-3492053006
# Originaltitel: Chang of Heart
# Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 4,2 cm
