Die verarmte Hamburger Reederstochter Viktoria Virchow kommt im Jahr 1882 nach Shanghai, um dort ihr Auskommen als Gesellschafterin zu suchen. Durch ihre Arbeitgeberin, eine alte britische Lady, stößt sie auf ein dunkles Familiengeheimnis. Ein grüner Jadering und ein chinesisches Schriftstück aus Zeiten des Taiping-Aufstands geben ihr Rätsel auf. Gemeinsam mit dem chinesischen Akrobaten Jinzi versucht sie, das Geheimnis zu lüften. Die Spurensuche bringt die Deutsche und den Chinesen in Lebensgefahr.


Über den Autor

Teresa Vanek, 1966 in Prag geboren, kam als Kind gemeinsam mit ihren Eltern nach Deutschland. Nach einem philologischen Studium kehrte sie nach Prag zurück, wo sie als Fremdsprachen-Dozentin tätig war. Tereza Vanek lebt und arbeitet heute in München.

-Spoiler-

Mir war die Heldin zu idealisiert, als das sie glaubwürdig war. Zwar wurde sie nicht als überragende Schönheit beschrieben, hat aber den Makel, der mich von Histo-Romanen Abstand nehmen lässt: Ihr Verhalten ist mir zu unrealistisch. Ihr Selbstbewusstsein bzw. ihre für die Zeit unangemessene Emanzipation kann man ihrer Herkunft zuschreiben, aber diese fast unkritische Weltoffenheit, mit der sie China begegnet, hat mir persönlich zu viel Strahlkraft. So geht sie mit Begeisterung in chinesische Opern, obwohl sie grundlegende Sachen, wie z. B das alle Rollen von Männern gespielt werden, nicht weiß und auch nichts versteht; die Chinesinnen sind fast ausnahmslos wunderschön. Und dann findet sie noch einen Straßenjungen, den sie adoptiert und mit dem sie wie durch ein Wunder sich nach zwei Wochen schon halbwegs verständigen kann.

Eine solche Figur hätte vor 1900 überhaupt nicht in der Gesellschaft funktionieren können und um diese Leuchtkraft noch einmal hervorzuheben, verhalten sich die restlichen Figuren realistisch und wollen mit den Chinesen nichts zu tun haben bzw. bewegen sich nur in dem weißen Kosmos.

Ich kann trotzdem verstehen, wenn jemand das Buch gerne liest, vorzugsweise zusammen mit einer heißen Kanne Tee, denn es ist kein schlechter Unterhaltungsroman; es ist nur inzwischen kein Buch mehr für mich.

Fazit:

Ein Wohlfühlroman, dessen Hauptfigur reichlich unrealistisch wirkt.

Histo-Couch

Gebundene Ausgabe: 656 Seiten
Verlag: Bookspot; Auflage: 1 (Dezember 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 393735753X
ISBN-13: 978-3937357539
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 4,6 cm