” Charlie Croker was a man in full, / He had a back like a Jersey bull. ” Der Mann, von dem Wolfes Buch erzählt, hat es weit gebracht. Er besitzt ein riesiges Bürogebäude am Stadtrand von Atlanta, ein Lebensmittelunternehmen, eine junge, schöne, zweite Ehefrau, vier Privatflugzeuge, etliche Großlimousinen und ebenjene Wachtelplantage, die Wolfe mit Sinn für den Tonfall der Südstaaten Turpentine nennt, vom Terpentin, das früher hier aus Baumharz gewonnen wurde. Croker, den der Immobilienboom der achtziger Jahre nach oben gespült hat, steht kurz davor, sein Lebenswerk durch den Eintritt in den Geldadel zu krönen, in die Klasse der Altbesitzenden, nach der die Parvenüs aller Länder sich verzweifelt strecken.
Aber Charlie Croker hat sich verspekuliert. Sein Büroturm, den er großkotzig “Croker Concourse” getauft hat, findet keine Mieter, seine Großhandelsfirma macht Verlust, und seine Hausbank gibt ihm keinen Kredit mehr. In einer Arbeitssitzung, deren Schilderung zu den Höhepunkten dieses Buches gehört, wird Croker vom Lieblingskunden zum shithead degradiert, zum Geldschwein, dessen einzige Existenzberechtigung darin liegt, die geliehenen Millionen wieder herbeizuschaffen.
Tom Wolfe (* 2. März 1931 in Richmond, Virginia; eigentlich Thomas Kennerly Wolfe Jr.) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, Journalist, Kunst- und Architekturkritiker sowie Illustrator. Er lebt auf Long Island (in der Nähe von New York City). Wolfe gilt zusammen mit Truman Capote, Norman Mailer, Hunter S. Thompson und Gay Talese als Gründer des New Journalism, einem Reportagestil, der literarische Elemente in nichtfiktionalen Texten einsetzt. Der subjektive Blickwinkel und an der literarischen Moderne orientierte Schreibstil steht im Gegensatz zum sachlich-objektiven Stil gängiger Reportagen.
Er trägt als Markenzeichen einen vanillefarbenen Anzug.
Das Buch war harte Arbeit zu lesen und ich bin froh, dass ich es geschafft habe.
Das lag zu einem an der recht faden Handlung: Man ist nur solange Kunde der Bank, solange die Zinsen getilgt werden, sonst ist man Schuldner; die recht unglaubwürdige Verquickung von Politik und Wirtschaft (500 Millionen Dollar Schulden sollen erlassen werden, wenn Charlie eine Rede im Sinne des Bürgermeisters liegt) und der doch ziemlich nervigen Geschichte um Conrad, die hauptsächlich im Gefängnis spielt und dazu führt, dass Charlie alle seine Überzeugungen über Bord wirft. Wobei auch die Auflösung ziemlich unglaubwürdig ist, denn Charlie hätte selbst nach seinen neuen Überzeugungen für einen Star aussagen können. All dies wird auf über 1000 Seiten ausgewalzt, um dann in 10 Seiten *wie es weiterging* zu enden.
Die Figuren waren unsympathisch bis farblos: Charlie, der seinem Größenwahn erliegt (wobei es ein Bekannter meiner Eltern damit auch zu 1 Million Euro Steuerschulden gebracht hat, soweit ist das Schicksal nicht weg), Peepgrass, der einfach ein Schleimer ist und größenwahnsinnig, Martha, die Ex-Ehefrau ist mir zu unbedarft und der Rechtsanwalt Johnny Too White hat auch zu wenig Konturen, um wirklich zu überzeugen.
Fazit:
Der große Wurf ist das Buch nur in Bezug auf die Seitenzahl.
Auch ein besserer Autor als Wolfe hätte Mühe gehabt, die ineinander verhakten Lebensläufe von Croker, Hensley, Fanon, White, Peepgass e tutti quanti zu einem glaubhaften Abschluß zu bringen. Aber der Verfasser von A Man in Full ist von seiner eigenen Konstruktion offenbar so berauscht, daß er gar nicht merkt, wie ihm die Menschen, die er erfindet, unter der Hand zu Papier werden. Wenn Conrad Hensley am Ende dem kranken Croker die Philosophie des Römers Epiktet vorträgt und der Tycoon sein Herz den Weisheiten der Stoa öffnet, müßte uns das zu Tränen rühren. Aber die Szene bleibt leblos, weil sie nicht die Vollendung eines Dramas ist, sondern nur die Erfüllung eines Schemas. Der Reporter Wolfe hat den Tonfall seiner Figuren pedantisch recherchiert, den Dialekt des Südens, den Slang der Schwarzen, das Pidgin-English der Hawaiianer. Er weiß genau, wie die Leute reden. Aber er versteht nicht, was sie sagen. Deshalb begreift er nicht, was sie tun.
Die Zeit
Taschenbuch: 1088 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verl.; Auflage: 2. (2. April 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349922920X
ISBN-13: 978-3499229206
Originaltitel: A Man in Full
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,8 x 4,6 cm
(Ausgabe vergriffen)
Erhältlich unter:
Taschenbuch: 1088 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. November 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453408144
ISBN-13: 978-3453408142
Originaltitel: A Man In Full
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 4,4 cm
2 (1/4-ounce) envelopes active dry yeast
1/2 cup warm water (100° to 110°)
1 1/2 cups milk
3/4 cup sugar
1/2 cup butter or margarine
1 teaspoon salt
2 large eggs
5 cups all-purpose flour
Blackberry Butter (optional)
Preparation
Combine yeast and 1/2 cup warm water in a 1-cup measuring cup; let stand 5 minutes.
Heat milk and next 3 ingredients in a saucepan over medium heat, stirring until butter melts. Cool to 100° to 110°.
Beat yeast mixture, milk mixture, and eggs at medium speed with an electric mixer until blended. Gradually add flour, beating at lowest speed until blended. (Mixture will be a very sticky, soft dough.)
Cover and let rise in a warm place (85°), free from drafts, 1 hour or until dough is doubled in bulk.
Stir dough down; cover and let rise in a warm place (85°), free from drafts, 30 minutes or until dough is doubled in bulk.
Stir dough down, and spoon into a well-greased, 10-inch Bundt pan or tube pan. Cover and let rise in a warm place (85°), free from drafts, 20 to 30 minutes or until dough is doubled in bulk.
Bake at 350° for 35 to 40 minutes or until golden brown and a wooden pick inserted into center of bread comes out clean. Remove from pan immediately. Serve bread with Blackberry Butter, honey, molasses, or jelly, if desired.
Blackberry Butter: Stir 2 to 3 tablespoons seedless blackberry jam into 1/2 cup softened butter.

Juergen sagte:
Ich habe nach ca. 50 Seiten aufgegeben. Aber hauptsächlich, weil ich es nicht mag, ins Deutsche “übersetzen” Slang zu lesen. Das strengt mich zu sehr an.
Ich empfehle “Fegefeuer der Eitelkeiten”. Das Buch ist m.M. nach besser und “süffiger” zu lesen.
Nomadenseele sagte:
*Fegefeuer* steht hier auch noch rum, aber ich bin erst einmal von der Anstrengung erledigt.
*Ein ganzer Kerl* gefiel mir die ersten 200 Seiten sogar recht gut, aber danach war es Arbeit – 100 Seiten lesen, Pause, 100 Seiten lesen.
Für mich ist das Hauptproblem des Buches, dass es zu ausufernd ist, nur um dann auf ca. 30 Seiten zusammenzufassen, was mit den Figuren geschah. Die Geschichte um Conrad mochte ich nicht und die einzigen wirkliche Funktionen die er hatte, war a.) aufzuzeigen, wie große Schulden bei den Arbeitern eines Unternehmens ankommen und ihn mit Charlie zu dessen Läuterung zusammentreffen zu lassen. Nachträglich hätte ich es bevorzugt, wenn Charlie das Buch zu den Stoikern gefunden hätte und sich dazu Gedanken gemacht hätte – wäre kürzer geworden und auch nicht so beleidigend für den Leser, dem 3,4mal die gleichen Gedanken on Epiket präsentiert worden sind.
Vallartina sagte:
‘Fegefeuer der Eitelkeiten’ ist m.Ea. eine ziemlich gelungene Studie der verschiedenen Milieus in N.Y.. der Reichen, der Brokers, der Schwarzen. Ich habe vor vielen Jahren die englische Version The Bonfire of the Vanities gelesen, in der deutschen Úbersetzung kommt evtl. die Verballhornung der Slang-Arten nicht ganz so zynisch rüber, diese waren aber für mich ein wesentlicher Bestandteil der im Buch erzeugten Stimmung.
Mit dem ‘Ganzen Kerl’ wollte er wohl das Jahrhundertbuch schreiben, er hat sich scheinbar übernommen.
Gruss aus MEX
Nomadenseele sagte:
Ich glaube, ich würde die verschiedenen Slang-Arten auch gar nicht erkennen – aber auf Englisch lesen ist für mich ohnehin ausserhalb jeder Diskussion, weil ich zur Entspannung lese,