Zur Blogschließung zum 1.9. -Update-

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Ich habe beschlossen, nun doch nur Personen einzuladen, welche mal mindestens ein Like als Nachricht hinterlassen. Alternativ einen Kommentar. Wenn dieses Blog einem noch nicht einmal einen Klick wert ist, dann steht dieser jemand eben am 1.9. oder im Laufe dieses Tages wie hier vor einem verschlossenen Blog.

Ich gebe offen zu, dass das Blog so wenigen Leuten einen Klick wert ist, ist ernüchternd, ich werde darum nicht betteln . Irgendwo habe ich auch noch meinen Stolz. Wer nicht will, der will eben nicht.

Blogschließung nun doch zum 1.9. – wer weiter mitlesen müchte, bitte anmelden.

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Ich weiß, es ist ein hin und her und ursprünglich sollte die Schließung auch erst zwischen November und Februar erfolgen. Es hat aber nun ein Urteil des EUGH gegeben, nachdem Betreiber darauf hinweisen müssen, dass über den Likebutton Daten an Facebook gesendet werden. Ich kann die rechtlichen Vorgaben technisch nicht umsetzen und für die Abmahnkosten kann ich mir eine Menge Bücher kaufen.

Jeder, der weiter mitlesen möchte, wird dies auch weiter tun können. Alles, was dafür zu tun ist, ist ein Kommentar zu hinterlassen, oder ein Like damit ich den WP-Account habe, an welchen ich die Einladung verschicken kann. Jeder der sich anmeldet wird auch eingeladen – ich habe versprochen, dass die Einladung ohne Ansehen der Person erfolgt und daran halte ich mich. Wer sinch nicht anmeldet, für den sind die Blogs ab den genannten Daten nicht mehr lesbar.(Außer zwei Leuten von Twitter, die aber wissen warum.)

Einige Blogs wie Noma backt und kocht, Spielebewertungen und World of Warcraft schließen bereits am 1.8. Dort gilt dasselbe Verfahren, Filme, Hörbücher / Radioproduktionen und das LitBlog folgen dann am 1.9.. Dann bin ich rechtlich wieder auf der sicheren Seite.

Zudem merke ich, wie angenehm Twitter geworden ist, seit ich den Account auf privat umgestellt habe, auch wenn dort nichts anderes steht, als dort stünde, wenn der Account offen wäre. Ich bleibe auch grundsätzlich bei der Ansicht, dass nicht alle Welt wissen muss, was ich lese, sehe und esse oder wofür ich mich interessiere. Dies erzähle ich schließlich auch keinem Wildfremden in der Bahnhofshalle.

Die Montagsfrage #49 – Wie wichtig ist der Autor eines Buches?

Mit freundlicher Genehmigung von Lauter & Leise.

Die Montagsfrage #49 – Wie wichtig ist der Autor eines Buches? fragt Lauter und Leiser heute.

Ich gebe zu, dasss ich (und wohl auch andere) Probleme hatte, überhaupt die Frage zu verstehen. Entscheidend waren für mich die Sätze: : Das Buch ist und wird interpretiert, wie ich es lese und wahrnehme – und nicht wie der Autor es eventuell gemeint hat, weil der Autor tot ist (nicht wortwörtlich, aber metaphorisch). (Wikipedia-Artikel von The Death of the Author für weiteres Lesen.)

Dieses ganze Death of the Author Konzept geht noch viel tiefer und freilich gibt es auch wieder andere Literaturwissenschaftler, die ihn (ironischer Weise) ganz in ihrem Sinne auslegen oder fast schon an sich als Satire abtun – aber das geht ein bisschen zu weit für einen Montag Morgen. Und auch, um ganz ehrlich zu sein, über meine Expertise heraus. Nichtsdestotrotz ist es eine interessante Frage, auf Interpretationen von Büchern bezogen – und vielleicht sogar darauf, ob gewisse Bücher lesbar sind, wenn wir sie von ihren Autoren getrennt betrachten.

Wichtig ist mir bei einem Autor, dass er weiß, wovon er schreibt. Bücher von Wissenschaftsjournalisten sehe ich inzwischen sehr kritisch, weil man merkt, dass sie nur angelesenes Wissen zusammenhäkeln. Sie wissen alles und nichts richtig.
Wenn es ein Roman über fremde Länder ist, möchte ich, dass der Autor mehr über das Land weiß als ich. Wobei sich die Frage stellt, ob Schriftstellerinnen wie Min Jin Lee, Ein einfaches Leben, welche mit sieben Jahren in die USA auswanderte; oder Leila el Omari, geboren in Münster, so viel mehr über die Länder wissen, über die sie schreiben als jemand, der sich intensiv mit den Ländern befasst hat. Zumal el Omari auch schon Indien-Romane geschrieben hat. Ich wüsste jetzt nicht, warum sie qualifizierter einen Indien-Roman schreiben sollte, als eine urdeutsche Schriftstellerin einen Afrikaroman. In letzer Konsequenz kann dies nur bedeuten, mehr Literatur aus den Ländern direkt zu lesen.

Ich erinnere mich, dass wir im Geschichtsunterricht einen Essay über Sklaverei während des Kolonialismus schreiben sollten, in dem das Für und Wider abgewogen werden sollte (absurd!). Auch hier war ich direkt Afrika-Expertin, wie jedes Mal, wenn wir im Unterricht irgendwie auf den Kontinent zu sprechen kamen. Dass ich kein afrikanisches Land je betreten hatte, bis ich 21 war, spielte keine Rolle. Quelle

Ich interpretiere ein Buch so, um zur vermutlichen Frage zurückzukehren, wie ich es lese und wie meine Gedanken dazu sind. Bei Klassikern wie Frankenstein (hier und hier) gibt es natürlich den Vorteil, dass Mary Shelley keine Interviews mehr gibt, und ich auf meine Interpretation angewiesen bin. Bei zeitgenössischen Autoren ist die Lektüre oft nicht so frei, da man Interviews liest und hört, in welchen sie ihre Absichten und politischen Einstellungen kundtun. Da verhindert einen unbefangenen Umgang mit dem Buch, und oft behelfe ich mir mit dem Trick, das Buch erst ein paar Monate bis Jahre nach Erscheinen zu lesen. Dann weiß ich nicht mehr, was der Autor herausarbeiten wollte und bin wieder frei in der Interpretation.