Alex Haley / David Stevens – Queen


In „Roots“ erzählte der Pulitzerpreisträger Alex Haley die Geschichte seiner Vorfahren mütterlicherseits. „Queen“ hat der im Jahr 1992 verstorbene Autor der Familie seines Vaters gewidmet. In Irland beginnend, schildert er das Leben seiner Ahnen über vier Generationen hinweg. Im Mittelpunkt steht die Mulattin Queen, die Großmutter Haleys. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg verläßt sie als freie Frau ihre bisherige Welt in den Südstaaten und gelangt nach vielen Rückschlägen und Enttäuschungen zu gesellschaftlicher Anerkennung.

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2011 habe ich Queen das letzte Mal gelesen, vor ein paar Monaten die Verfilmung mit Halle Berry gesehen.

Das Buch irritiert mich selbst dann, wenn ich weiß, was mich erwartet: Die titelgebende Queen wird erst um Seite 400 herum geboren, bleibt weitere 200 Seiten im Hintergrund, und dann, ab ca. 600 (von 800 Seiten) wird ihr Schicksal erzählt. Das ist bestenfalls merkwürdig.

Das Buch hat mir durchaus gut gefallen, wenn erzählt wird, wie die Briten die Iren unterdrückten, warum James I. aus Irland fliehen musste, sich in den USA ein neues Leben aufbaute und zu Reichtum und Ansehen gelangt. Es ist unterhaltsam beschrieben, ohne, dass man es merkt, lernt man etwas über amerikanische Geschichte, gerade auch die Indianerkriege und den Aufstieg Andrew Jacksons zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Daran ist absolut nichts auszusetzen – nur, dass man eben 400 Seiten darauf wartet, dass Queen überhaupt einmal geboren wird.

Der Schreibstil ist angenehm und man merkt auch nicht, dass ein Autor die Arbeit des anderen fortgesetzt hat. Ich kann mir nur vorstellen, dass Haley sich ausführlicher mit Queens Schicksal auseinandergesetzt hätte. Teilweise wirkt dieser Abschnitt sehr gedrungen, gerade auch über die Zeit in der Psychiatrie erfährt man nur über kurze Gespräche.

Fazit

Sehr guter und unterhaltsamer Histo-Roman – wenn man damit leben kann, dass die titelgebende Figur gerade mal im hinteren Viertel eine Rolle spielt.

Der schwarze us-amerikanische Schriftsteller Alexander Murray Palmer Haley wurde am 11. August 1921 in Ithaca, New York geboren und wuchs im Süden der USA auf. Sein Vater Simon Haley war ein Veteran des Ersten Weltkriegs und studierte Landwirtschaft an der Cornell University, seine Mutter Bertha Palmer Haley war Lehrerin. Weiter auf Histo-Couch.


Originalausgabe erschienen 1993unter dem Titel „Alex Haley’s Queen: The Story of an American Family“,deutsche Ausgabe erstmals 1994, 831 Seiten.ISBN 3-426-60453-1.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Robbe.

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