Surftipp: Gute Preise, schlechte Preise – Warum Bücher bisher genau einen Cent zu billig waren

Hervorgehoben

Gute Preise, schlechte Preise – Warum Bücher bisher genau einen Cent zu billig waren Einige Verlage wollen bald Bücher mit glatten Preisen verkaufen. 10 Euro statt 9,99 beispielsweise. Nicht Wirtschaftlichkeit, sondern Image-Aufpolierung ist der Grund.

Sehr treffend fand ich folgenden Leserkommentar:

Ich fand das Getue um das Kulturgut Buch schon immer lachhaft. Das hat so etwas pseudoreligiöses, veganerhaftes. Den ‚wahren‘ Allzeitwert eines Buches kann man bei medimops googeln. Vieles findet man auch gratis in Tauschregalen oder im Papiercontainer.

Wobei ich immer vermutet habe, dass es den entsprechenden Bloggern eher darum geht, sich (vor sich selbst) als intelligenter Kulturmensch gegenüber der Allgemeinheit zu überhöhen. Wenn ich sowas merke, empfinde ich nur Verachtung für so viel Schwäche.

Wilkie Collins – Die Frau in Weiß

Mörderische Intrigen und dunkle Familiengeheimnisse, eine mysteriöse Erbschaft und eine große Liebe – dieser Klassiker des englischen Kriminalromans ist spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Die beiden Hauptfiguren sind ein echt viktorianisches Liebespaar, und für die Aufklärung des Verbrechens bedient sich Collins einer sehr modernen Methode: Nicht ein allwissender Erzähler, sondern die Personen der Handlung selbst enthüllen nach und nach in raffinierten Briefen und Berichten das Geheimnis um die Frau in Weiß.

3

Alle paar Jahre lese ich *Die Frau in Weiß* und immer wieder finde ich das Buch ausgesprochen spannend. Als Krimi würde ich es nicht durchgehen lassen, da zu der Gattung für mich ein Mord gehört. Wenn man das Genre so versteht, dass ein Geheimnis aufgedeckt wird, dann kann man die Bezeichnung durchaus so stehen lassen – denn Geheimnisse gibt es wirklich mehr als genug.

Gut gefällt mir in *Die Frau in Weiß*, dass das Buch wie ein zusammengesetztes Puzzle ist, in welchem die verschiedenen Beteiligten die Geschichte fortführen. Leider ist, wenn man von dem sehr wehleidigen Mr. Fairly absieht, keine Individualität im Schreibstil festzustellen. Zumindest in meiner Erinnerung wurde dies in *Der rote Schal* besser gelöst.

Die Handlung ist zwar nicht gerade temporeich, aber voller Wendungen. Viele Motive, wie ein Friedhof bei Mondschein, erscheinen heute nicht mehr als innovativ, waren damals aber sicherlich recht neu.

Fazit

Es ist immer wieder ein Vergnügen, das Buch zu lesen.

In der Rezi von 2011 finden sich eine Auflistung der Charaktere und von Filmen und Spielen zum Buch.

# Taschenbuch: 656 Seiten
# Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2010)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3423139412
# ISBN-13: 978-3423139410
# Originaltitel: The Woman in White (London 1860)
# Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 3,8 cm

(1) Von Cover art 1889 Chatto & Windus yellowback – http://www.wilkie-collins.info/books_woman_white.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16523204

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 147 Followern an