Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Traum der Roten Kammer
OT Honglou meng EZ Mitte des 18. JahrhundertsOA 1791 DE 1932 Form Roman
Der Roman von Cao Xueqin zeichnet anhand von über 400 Gestalten ein buntes Mosaik der Gesellschaft im alten China. Die in ihm spürbare Atmosphäre romantischer Nostalgie als Vorbote des Verfalls einer großen Zivilisation enthält zugleich Kritik an der Korruption der herrschenden Schicht. Das Werk bietet realistische, differenzierte Charakterdarstellungen, insbesondere subtile Frauenporträts.
Entstehung Der unvollendete Roman (80 Kapitel) zirkulierte in Handschriften, bis er von Gao E (auch Gao Ngo, 1740–1815) nach Entwürfen des Autors mit 40 weiteren Kapiteln abgeschlossen wurde. Diese 120 Kapitel umfassende Version hatte Erfolg beim chinesischen Publikum und liegt auch der deutschen Übersetzung zu Grunde.
Inhalt: Der Traum der Roten Kammer enthält Merkmale älterer chinesischer Volksromane wie einen Prolog oder die Vermischung von Prosa mit Versen; neu ist jedoch die Existenz eines Hauptprotagonisten, mit dessen Geschichte das Buch beginnt und endet. Ein mythisches Leitmotiv des Romans ist die unerfüllte Liebe des Helden Baoyu zu seiner Kusine Daiyu.
Der Prolog handelt von der Neigung zwischen dem Edelstein der durchdringenden Geisterkraft und der Pflanze Purpurperle. Der Stein gelangt durch einen buddhistischen Mönch und einen daoistischen Priester in die Welt der Sterblichen und wird in Gestalt des jungen Herrn Baoyu im reichen Haus der Jia zum Leben erweckt. Purpurperle wächst an den Ufern des Geisterstromes und wird von dem Stein mit süßem Tau genährt, bis sie schließlich zum Leben erwacht. Sie wird als Baoyus Kusine Daiyu geboren.
Auf der irdischen Ebene wird die Atmosphäre der beiden luxuriösen Häuser der Familie Jia und des dazugehörenden Gartens beschrieben, der den idyllischen Rahmen für einen Teil der Handlung abgibt. Den Mädchen des Hauses wird erlaubt, im Garten zu wohnen, der junge Baoyu darf sich zu ihnen gesellen. Die Liebe zwischen Baoyu und Daiyu wird durch Baoyus gleichzeitige Neigung für eine andere Kusine überschattet. Er wird schließlich gegen seinen Willen mit dieser Kusine verheiratet, Daiyu stirbt im Verlauf der Trauungszeremonie. Baoyu erfüllt seine Familienpflichten, zieht sich am Ende von der Welt zurück und wird buddhistischer Mönch.
Wirkung: Das Buch gilt als Meisterwerk der klassischen chinesischen Romanliteratur und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Kritiker sind geteilter Meinung darüber, worin das Hauptthema des Romans besteht: Manche sehen in ihm einen Liebesroman, andere einen Bildungsroman oder einen Bericht über daoistisch-buddhistische Entzauberung und Erleuchtung, andere wieder einen Sittenroman, der den Verfall einer aristokratischen Familie im 18. Jahrhundert beschreibt. G. F.

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Cáo Xuěqín (chin. 曹雪芹, * zwischen 1715 und 1724 [1]; † 1763(?)) ist ein chinesischer Schriftsteller und Autor des chinesischen Romans Der Traum der roten Kammer.
Cao stammt aus einer ursprünglich han-chinesischen, aber an die mandschurische Kultur assimilierten Familie. Cao Xueqins Großvater Cao Yin galt als Weggefährte und Vertrauter des Qing-Kaisers Kangxi, wodurch es die Familie zu großem Wohlstand brachte. Das Glück der Caos wendete sich erst mit dem Amtsantritt von Kangxis Nachfolger Yongzheng, der 1728 im Zuge politischer Säuberungen die Güter der Caos konfiszierte und sie zum Umzug nach Peking zwang. Xueqin war damals erst 9 Jahre alt.

Über Xueqins eigenes Leben ist vergleichsweise wenig bekannt. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in großer Armut im Westen von Peking, wo er sich mit dem Verkauf eigener Bilder über Wasser hielt. Daneben arbeitete er zeitweise als Lehrer an einer kaiserlichen Schule für die Kinder mandschurischer Adeliger und Bannerleute.

Cao ist durch ein einziges Werk bekannt geworden, das allerdings Eingang in die Weltliteratur gefunden hat: Der Roman Der Traum der roten Kammer. Nach Aussagen von Freunden hat er über zehn Jahre daran geschrieben, vermutlich in der Zeit kurz vor der Jahrhundertmitte. Bei Caos Tod 1763 waren freilich lediglich 80 der geplanten 100 Kapitel geschrieben. Das Manuskript wurde von Gao E ergänzt und 1791 in einer 120 Kapitel umfassenden Version herausgegeben.

Wikipedia

Anmerkung:

Diese Rezension beruht auf der gekürzten Ausgabe vom Insel-Verlag (813 Seiten)
Ungekürzte Ausgaben laut Wikipedia:

Cao, Xueqin / Gao, E (Tsau, Hsüä-Tjin / Gau, Ë): Der Traum der Roten Kammer oder Die Geschichte vom Stein, Übers. Rainer Schwarz / Martin Woesler, Europäischer Universitätsverlag, ISBN: 978-3-86515-010-3, 3 Bände, Hardcover gebunden, LXXXVII, 2188 S., 2007-2009
Cao, Xueqin / Gao, E (Tsau, Hsüä-Tjin / Gau, Ë): Der Traum der Roten Kammer oder Die Geschichte vom Stein, Übers. Rainer Schwarz / Martin Woesler, Europäischer Universitätsverlag, ISBN: 978-3-89966-500-0, Paperback, XXVI, 2195 S., xxi, 2009

Weitere Quellen und Übersetzungen unten.

Das Buch war eine Quälerei. Herz-Schmerz, er liebt sie, er liebt sich nicht und eine Menge Missverständnisse – Seifenoper auf Chinesisch. Dabei wird durchaus detailliert der Alltag der Oberschicht beschrieben, was allerdings selbst in der gekürzten Ausgabe noch zu genau beschrieben wird.
Wirklich interessant war das nicht zu lesen und so habe ich beschlossen, dass Buch auf Seite 400 abzubrechen. Mag sein, dass das Buch eine Gesellschaftskritik enthält, nur fällt die mir nicht auf, weil ich das konfuzianische Gesellschaftssystem gar nicht kenne und es mich auch nicht interessiert. Immerhin kann ich jetzt behaupten, einen Pflichtversuch unternommen zu haben, mich für diese Weltregion zu interessieren; jetzt kann der Ferne Osten mir wieder da vorbei gehen, wo die Sonne nie hinkommt.

Insgesamt sehe ich das Buch als Musterexemplar für die kurz vorher stattgefundene Diskussion an, dass an einige Bücher Fachleute, in diesem Fall Sinologen ranmüssen, um es beurteilen und rezensieren zu können.

Fazit:

Im wahrsten Sinne des Wortes ein klassischer Langeweiler, wobei China-Fans ihre Freude haben könnten.

Taschenbuch: 831 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 6 (21. November 1995)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458334726
ISBN-13: 978-3458334729
Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,9 x 3,2 cm

China Today – Ein unvergänglicher Roman: Der Traum der Roten Kammer
BR Alpha
German China (Bilder zur TV Serie)
Buechertreff
Wikipedia Englisch
Dream of the Red Chamber – One of the Four Great Chinese Classical Novels
Studyguide

Videos zur Serie (Youtube)
Sollte jemand Zugriff auf die Serie haben, bitte melden!

2007–2009 erschien erstmals eine vollständige deutsche Übersetzung von Rainer Schwarz und Martin Woesler (Europäischer Universitätsverlag). Eine frühe (um zwei Drittel gekürzte) Teilübersetzung war die 1932 im Insel Verlag erschienene Ausgabe von Franz Kuhn, die 1956 ff. wieder aufgelegt wurde.

In anderen Sprachen liegen schon länger vollständige Übersetzungen vor, die beste in einer anderen westlichen Sprache ist von David Hawkes und John Minford auf Englisch und heißt nach einem der chinesischen Alternativtitel (石頭記 / 石头记, Shítóu Jì „Aufzeichnungen auf einem Stein“) The Story of the Stone also known as The Dream of the Red Chamber.

  • 红楼梦大辞典 Hongloumeng-Wörterbuch, 北京 Peking: 文化艺术出版社 Kultur und Kunstverlag 1990, 1503 S. [Überarbeitete Neuauflage in Vorbereitung.]
  • Überblick über die Rotforschung im 20. Jh.: 杜景华: 红学风雨, 长江文艺出版社, Februar 2002
  • Aktuelle Diskussionen, insbesondere um Hu Shi‘s und Yu Pingbo‘s Rollen: 张庆善 (Hg.): 红楼梦学刊, 中国艺术研究院 Peking, ISSN 1001-7917 [Monatsschrift seit 1979.]
  • Zu den vier Fassungen der ersten gedruckten Ausgabe Chengjiaben: Xu Rencun, Xu Youwei: 〈紅樓夢版本的新發現〉 中外文學, 1. Mai 1980 Nr. 92 (8-12)
  • Literaturwissenschaftliche Hinweise: William H. Nienhauser Jr., ed. The Indiana Companion to Traditional Chinese Literature, Indiana University Press 1986, 2 vols.
  • Deutsche Rotforschung: Wolfgang Kubin (Hg.), Hongloumeng. Studien zum Traum der Roten Kammer, Bern et al.: Peter Lang 1999 (Schweizer Asiatische Studien 34)

Wikisource: Der Traum der Roten Kammer – Quellen und Volltexte (Chinesisch)