Arroyo, ein kleiner Ort irgendwo im Hinterland des US-Staates West Virginia, war bisher ein bedeutungsloser Fleck auf der Landkarte. Das ändert sich, als eines kalten Heiligen Abends die Leiche des Schulmeisters Andrew Van gefunden wird – kopflos wurde sie an einem Wegweiser in der T-Form eines »ägyptischen Kreuzes« außerhalb des Städtchens genagelt.

Die Presse stürzt sich begeistert auf den Fall, von dem auf diese Weise auch der Kriminalschriftsteller und Hobby-Detektiv Ellery Queen erfährt. Fasziniert vom grotesken Szenario reist er nach Arroyo und beteiligt sich an den Ermittlungen. Vor Ort möchte man sich diese möglichst einfach gestalten und hält deshalb Vans Hausdiener Kling für den Hauptverdächtigen, zumal dieser seit dem Ende seines Herrn spurlos verschwunden ist. Queen bleibt skeptisch, denn seine eigenen Nachforschungen deuten auf ein wesentlich komplizierteres Geschehen hin. Wo ist Velja Krosac, Hohepriester des verrückten Sektenführers »Ra-Haracht«, der sich als Wiedergeburt einer altägyptischen Gottheit feiern lässt und unweit des Städtchens lagert? Niemand außer Queen möchte offenbar wissen, wieso Krosac sich in der Mordnacht nach Arroyo chauffieren ließ.

Der Fall muss ungelöst zu den Akten gelegt werden. Ein halbes Jahr später steht Queen im Garten eines feudalen Landsitzes in Long Island. Am T-förmigen Kopfstück eines alten Totempfahls hängt die kopflose Leiche des Millionärs Thomas Brad. Die Indiziensituation ist abermals verworren. In der Nähe treibt schon wieder Ra-Haracht sein Unwesen. Dieses Mal gedenkt der Detektiv nicht aufzugeben. Dummerweise ist die Schar der Verdächtigen recht kopfstark – und sie alle scheinen über mindestens zwei Identitäten zu verfügen. Ist einer von ihnen der mysteriöse Krosac, der eine uralte Blutfehde aus dem europäischen Balkan in die USA getragen hat – und kann er aufgehalten werden, bevor er seine finstere Mission endgültig erfüllt …?

Krimi-Couch

Ellery Queen ist das gemeinsame Pseudonym von Frederic Danney (1905 – 1982) und Manfred Bennington Lee (1905 – 1971), die zu den einflussreichsten und produktivsten Kriminalromanautoren gehören.

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Laut Nachwort wurde *Das ägyptische Kreuz* im Gegensatz zu *Der Ursprung des Bösen* von den Original – Autoren geschrieben und weist oberflächlich betrachtet folgende Unterschiede auf:

1.) Inhaltsverzeichnis
2.) Personenverzeichnis
3.) Gegen Ende die Herausforderung an den Leser

Der Fall selbst war spannend, nach und nach werden Leute gekreuzigt, ihnen der Kopf abgeschlagen und eine altägyptische Sonnenanbeter – / Nudisten – Sekte taucht auf. Als klar wird, dass dies mit den Einwanderungsmotiven der Opfer zusammenhängt, stellte sich für mich die Frage, ab wann es in Jugoslawien Geburtsurkunden gab (in Deutschland seit dem Code Napoleon) und seit wann man diese bei der Einwanderung in die USA vorlegen muss; wobei ich zu faul bin, der Frage weiter nachzugehen und letztendlich kann man Urkunden auch fälschen.
Oft ist es in Büchern, dass anhand eines Schachspiels bzw. des Spielstandes, zuletzt in *Das Geheimnis der schwarzen Dame*, sich Anhaltspunkte ergeben. Hier haben die Autoren ein Damespiel verwendet, was eine erfrischende Variante darstellt.

Der Schluss gefiel mir dagegen gar nicht, da er extrem actionlastig ist und so gar nicht zum relativ beschaulichen Whodunit passt. Selbst die Auflösung wirkte extrem konstruiert und für den Leser ist es im Gegensatz zu *Der Ursprung des Bösen* kaum möglich, auf die richtige Lösung zu kommen.

Fazit:
Ein spannender Krimi, der im letzten Drittel stark abfällt.

Broschiert: 295 Seiten
Verlag: DuMont Reiseverlag, Ostfildern (Oktober 1999)
ISBN-10: 3770123581
ISBN-13: 978-3770123582
Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 2,2 cm

Zur Verwirrung Ellery Queens auf den Seiten 124-125:


Antoniuskreuz am ehemaligen Antoniterkloster in Frankfurt-Höchst

Das Antoniuskreuz, Antoniterkreuz, Taukreuz oder Ägyptisches Kreuz, lat. crux commissa „aneinandergefügtes Kreuz“, hat die Form eines „T“.

Der Name Taukreuz leitet sich vom 19. Buchstaben des griechischen Alphabets Tau (τ) bzw. dem letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets Taw ab.

Wikipedia

Das Anch (☥, ägyptisch ʿnḫ), auch Anch-Symbol, Anch-Kreuz, in englischer Transkription Ankh, ägyptisches Kreuz, Henkelkreuz, Lebensschleife, Nilschlüssel oder koptisches Kreuz [als Symbol der koptischen Kirche] ), lateinisch Crux ansata, ist eine ägyptische Hieroglyphe. Das Zeichen steht für das körperliche Leben, aber auch für das Weiterleben im Jenseits.

Wikipedia
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