Ein unvergänglicher Frauenroman. In seinem bewegenden Roman gestaltet der große dänische Erzähler (1869-1954) den Weg einer starken jungen Frau, die an der Unmenschlichkeit ihrer Umwelt zugrunde geht. Ihre angeborene Güte, ihre Mitmenschlichkeit und ihr Frohsinn erliegen schon bald der Gewalt eines zerstörerischen Lebens. Behaftet mit dem Makel des Ausgestoßenseins und der Heimatlosigkeit, kann sie dem Kreislauf von Armut, Erniedrigung und Hoffnungslosigkeit nicht entfliehen.

Über den Autor

Martin Andersen Nexø wurde am 26. Juni1869 in Kopenhagen, als Sohn eines Steinhauers, geboren. Er wuchs in ärmlichsten Verhältnissen auf, arbeitete als Hütejunge, Knecht, Steinbrecher, Schuster und Maurer. Andersen Nexø besuchte die Volkshochschule und wurde Lehrer. Er war 1919 Mitbegründer der Kommunistischen Partei Dänemarks.1941 wurde Martin Andersen Nexø von den Nazis verhaftet, er floh 1943 nach Schweden und anschliessend in die Sowjetunion ab 1951 wohnte er in Dresden. Er starb 1954.

Am Anfang hat das Buch mir sehr gut gefallen, da es sehr authentisch das Leben der armen Leute Dänemarks um die Jahrhundertwende (?) darstellt.
Im Laufe der Handlung bin ich immer saurer geworden, weil sich zusätzlich zur eigentlichen Armut noch die Dummheit der Protagonistin gesellt.

-Spoiler-

Erst lässt sie sich unehelich schwängern, was schon nicht unbedingt von einem hohen IQ zeugt, dann schlägt sie mehrere Angebote des Vaters aus, sie zu heiraten, obwohl der von einem Bauernhof abstammt. Als wenn das alles noch nicht genug wäre lässt sie sich auf eine Dreiecksbeziehung ein (welch Wunder, dass sie irgendwann gefeuert wird) und lässt sich auch noch fremde Kinder zur Pflege aufdrücken. So viel Dummheit bei sexuellen Beziehungen gab es das letzte Mal bei Schnitzlers Therese.

Immerhin kann man es Ditte hoch anrechnen, dass sie keinen Unterschied zwischen den eigenen und den fremden Kindern macht; eine mir bekannte Familie hat schon einem dreijährigen Kind eingetrichtert, dass es eben zurück ins Heim müsste, wenn es sich nicht einfügen wolle; es hat sich als Jugendlicher nach dem Tod des Adoptivvaters aufgehängt – und so etwas ist im Kirchenvorstand.

Damit ist Dittes Dämlichkeit allerdings noch nicht vorbei, denn sie meint Dinge auf Kredit kaufen zu müssen, was auch in der heutigen Zeit deutliches Zeichen eines platten Gemüts ist – vor allem für so einen Quatsch wie Autos. In Dittes Fall ist das Auto eine Nähmaschine, wobei sich mir die Frage stellt, warum sie sich die Maschine nicht zusammenspart; 100 von 150 Kronen hatte sie schließlich schon abgestottert.

Da sie schließlich in Geld schwimmt, lehnte sie es ab, sich 15 Kronen schenken zu lassen. Meine Philosophie ist eher nehmen und nicht weiter nachfragen.

Auch versucht der Autor Mitleid zu erregen, indem er Ditte als Hausmädchen wie in *Therese* und zeitweilig auch *Die andere Seite der Stille* durch verschiedenen Haushalte wandern lässt, ohne dass sie den Herrschaften bedeutet. Ich frage mich nur, was eine Putzfrau jemanden bedeuten soll – ich wechsel die auch schnell aus, wenn sie nicht die Leistung bringen, die ich mir vorstelle, ohne dass mich deren Name, Herkunft oder Lebensgeschichte interessiert; im Outlook habe ich lediglich unter *Putzfrau* die aktuelle Telefonnummer vermerkt. Ich habe schließlich nicht vor, mit denen Kaffee trinken zu gehen.

Fazit:

Die gleiche Masse an Elend wie in *Dr. Schiwago* gekreuzt mit einem dummen Flittchen wie *Therese* machen das Buch auf Dauer ziemlich langweilig zu lesen.

Taschenbuch: 731 Seiten
Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 5., Aufl. (2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746651239
ISBN-13: 978-3746651231
Originaltitel: Ditte Menneskebarn
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,6 x 3,5 cm

Erhältlich unter:

Taschenbuch: 731 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (30. August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746626757
ISBN-13: 978-3746626758
Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,6 x 4 cm