Ellery Queen ist verzweifelt: Der Termin für die Manuskriptabgabe seines neuesten Kriminalromans rückt immer näher, Lust zum Schreiben aber hat er keine. Zu ungehalten ist er also nicht, als ein langjähriger Freund Grant Ames III. ihm ein altes Journal überbringt, das ihm zugespielt worden ist. Als sich herausstellt, dass es sich um ein unveröffentlichtes Manuskript von Dr. Watson, dem getreuen Gehilfen von Sherlock Holmes, handelt, ist Ellery Queen nicht mehr zu halten – zumal das Journal einen der spektakulärsten Mordfälle der Geschichte des Verbrechens beschreibt: die Untaten von Jack the Ripper.

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Dieser Kriminalroman setzt sich aus 2 Rahmenhandlungen zusammen. Zum einen die Äußere, welche sich um Ellery Queen dreht, der ein angeblich verschollenes Sherlock Holmes Manuskript in die Hände bekommt, welches aus der Feder von Dr. Watson persönlich stammen soll. Und zum anderen die Innere Handlung, welche haargenau das Manuskript wiedergibt, wo Sherlock Holmes‘ Gegner, kein geringerer als Jack The Ripper ist. Die beiden Handlungen wechseln sich zwischendurch immer ab.

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Ellery Queen ist das Pseudonym der beiden Schriftsteller Frederic Dannay (1905 – 1982) Manfred Bennington Lee (1905 – 1971). Die beiden Vettern hießen eigentlich Daniel Nathan und Manford Lepofsky. In ihrer Jugend amerikanisierten sie ihre Namen.

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Nach dem absolut genialen Adventure-Spiel *Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper* hatte ich Lust zu sehen, was andere aus dem Stoff machen: Leider ist das Buch ein kompletter Reinfall.
Die Haupthandlung *Sherlock Holmes vs. Jack the Ripper* wird immer wieder von Ellerys Erlebnissen unterbrochen, was sehr viel Spannung aus der Geschichte nimmt.

Dazu kommt, dass sich der Krimi im Gegensatz zum Spiel den historischen Fakten nicht im Geringsten verpflichtet fühlt:

1.) Wie bei Sherlock Holmes üblich führt Inspector Lestarde die Ermittlungen und nicht Inspector Abberline. Warum man hat man hier darauf verzichtet, diese historische Figur einzuarbeiten?
2.) Weder der *From Hell* – Brief des Rippers, noch das Goulston Street Graffito finden Erwähnung
3.) Die * Canonical_Five* finden keine Erwähnung, überhaupt fängt das Buch erst nach dem fünften Mord an. Als Sherlock in den Raum geht, sieht er ein vernarbtes Gesicht, dabei ist das Gesicht des letzen Opfers nicht mehr erkennbar. (Bild, Vorsicht: Nichts für Zartbeseitete!)

Zudem ist das historische London und die Auflösungen des Falles – Holmes` sowohl wie auch Queens . unplausibel.

Fazit:

Spiel schlägt Buch in allen Punkten – wer mit Spaß auf Ripper-Jagd gehen möchte, sollte zum Adventure greifen. Im Gegensatz zum Krimi ist es plausibel, historisch korrekt, atmosphärisch, spannend und spaßig (zu spielen); (intellektuell) anspruchsvoller ist es ohnehin. Das Buch erwirkt den Eindruck, als wollten die Autoren mit bekannten Namen Geld schinden, ohne sich mit den Figuren auch nur ansatzweise auseinandergesetzt zu haben: Man nehme drei berühmte Charaktere, mische alles gut durch und hoffentlich kaufen die Leser es.

Broschiert: 203 Seiten
Verlag: DuMont Reiseverlag, Ostfildern (2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3770153979
ISBN-13: 978-3770153978
Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 1,4 cm

Buchtipps
Büchertreff
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Demo: Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper Tipp!