Den Richter Jesu, Pontius Pilatus, kennt jeder aus der Passionsgeschichte. Doch der in den Evangelien ausführlich dargestellte Prozeß kommt in den historischen Quellen nicht vor. Umgekehrt weiß das Neue Testament nichts über die mehr als zehnjährige Amtszeit des römischen Präfekten. Deshalb erzählt diese ungewöhnliche, literarische Biographie das Leben des Pilatus aus doppelter Perspektive. Im ersten Teil begegnen wir einen römischen Beamten und seinem Umfeld: der Millionenstadt Rom, dem Kaiserhof des Tiberius, der Provinz Judäa und ihren Bewohnern. Im zweiten Teil kommt der Richter Jesu selbst zu Wort, konzentriert auf jenen Tag, an dem sich die Passion Christi zutrug.
Mit einem historisch-archäologischen Reiseführer: Auf der Spur des Präfekten in Rom, Israel und der Schweiz.

Über den Autor

Ralf-Peter Märtin, geb. 1951, hat an der TU Berlin Alte Geschichte und Germanistik studiert, Promotion 1982. Für GEO, ZEIT und National Geographic schreibt er historische Reportagen über Geschichte und Archäologie, Entdeckungsreisen und Alpingeschichte. Er lebt in Frankfurt/M.

Leider besteht das Buch aus 99% Spekulation, denn alles, was über Pontius Pilatus bekannt ist, passt in einen Wikipedia-Artikel.
Allerdings hatte ich während des Lesens den Eindruck, nicht zur Zielgruppe des Buches zu gehören – diese verorte ich eher bei geschichtlich Ungebildeten und Jugendlichen, denn der Sprachstil ist nicht einmal mehr populärwissenschaftlich zu nennen: *und damit basta*, *kam`s* (Verb + ´s gab es sehr viel) hinterlassen keinen guten Eindruck. Andererseits kann ich mir gerade dadurch den Einsatz im Religions- / Konfirmationsunterricht gut vorstellen, da die Jugendlichen das Buch einfacher lesen können.

Wahrscheinlich wäre es vom Autor geschickter gewesen, aus dem Buch einen Roman mit Vor- und Nachwort zu machen, denn wenn von Pontius Pilatus nichts bekannt ist, dann finde ich die Aussagen vom Autor er wäre ein ordentlicher Mensch gewesen und was er zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung dachte, ziemlich gewagt.
Auch wird im Vorwort darauf hingewiesen, wie falsch die Darstellung der Evangelien sein muss und dass er sich niemals *die Hände in Unschuld* gewaschen hat – um dann genau dies in der Erzählung wieder als Faktum hinzustellen. Auch die in der Bibel erwähnte Amnestieregel hat es nicht gegeben – und in der Erzählung des Autors taucht sich dann doch wieder auf.

Interessant könnte dagegen seine mutmaßliche Laufbahn vor seiner Stellung als Präfekt sein.

Fazit:

Um Jugendlichen die Ostergeschichte beizubringen, bzw. ihnen klarzumachen, wo Evangelien irren müssen, ist das Buch gut geeignet. Vorgebildete werden bei dem Buch allerdings ein großes Frusterlebnis haben, da absolut nichts belegbar ist.

-Diese Rezi basiert auf einem mir zur Verfügung gestellten Exemplar des Fischer-Verlages-

MDR

Broschiert: 175 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (8. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 359619265X
ISBN-13: 978-3596192656
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 1,6 cm

Caesarea Maritima, das häufig ohne weiteren Namenszusatz nur Caesarea bzw. Cäsarea genannt wird (griechisch παράλιος Καισάρεια), war eine bedeutende antike Stadt Palaestinas, später auch eine wichtige Festung der Kreuzfahrer. Die archäologischen Stätten gehören heute zu den bedeutendsten Israels; das Gelände wurde zum Nationalpark erklärt.

Die Stadt liegt nordwestlich von Hadera in der nördlichen Scharonebene am Mittelmeer, etwa auf halbem Wege zwischen Haifa und Tel Aviv. Unweit des antiken Ortes befindet sich das moderne Caesarea bzw. Keisarija.

Die Stadt wurde im Jahr 6 n. Chr., als das Gebiet unter direkte römische Kontrolle kam, Residenz der römischen Procuratoren (Statthalter), die nur hin und wieder in Jerusalem ihren Aufenthalt hatten. In Caesarea wurde der erste außerbiblische Nachweis der Statthalterschaft von Pontius Pilatus, eine Inschrift, gefunden

Weiter auf Wikipedia


Stein, in den der Name Pontius Pilatus eingraviert ist. Zweite Zeile: …vs Pilatvs


Mosaikfußboden aus römischer Zeit

Der Garizim, auch Gerizzim, Garizin (hebr. גריזים, gr. Γαριζ(ε)ιν, arabisch ‏جبل جرزيم‎ Dschabal Dscharizīm) ist ein 881 m hoher Berg aus Nummulitenkalk in Palästina, an dessen Nordfuß Nablus (das biblische Sichem) liegt.

Der Garizim ist ein kahles, breites, sich sanft gegen Süden abdachendes Plateau; sein Abfall gegen die Stadt dagegen ist schroff und steil.

Die Samaritaner lokalisieren auf der Höhe des Berges den Altar, der nach Dtn 27,4 EU und Jos 8,30 EU von Josua im Auftrag des Mose gebaut worden sei. Hier stand der Tempel der Samariter, der im 4. Jh. v. Chr gebaut und um 129 v. Chr. durch den Hasmonäer-König Johannes Hyrkanos I. (135–104 v. Chr.) zerstört wurde. Bei Grabungen seit 1964 wurden die Tempelanlage auf 881m freigelegt. Münzfunde aus Nablus (antik Neapolis) belegen das Aussehen der Anlage.

Unter Kaiser Hadrian wurde auf dem Berg ein Zeus-Tempel errichtet; unter Kaiser Zenon entstand 484 n. Chr. eine oktogonale christliche Kirche.

Der Garizim ist der Berg, der im Johannesevangelium (Joh 4,20 EU) als Ort der JHWH-Anbetung durch die Samaritaner erwähnt wird; für die Samaritaner hat er diese Bedeutung bis heute.

Wikipedia


Berg Garizim (Aufnahme von 1900)

Kajaphas (auch Kaiphas oder Kajafas; eigentlich: Josef Qajjafa) war jüdischer Hoherpriester von 18 bis 36. Er wurde berühmt durch die Darstellung in den christlichen Evangelien, wonach er maßgeblich an der Verurteilung Jesu von Nazaret beteiligt gewesen sein soll.

Als historisch gesichert gelten folgende Informationen zu Kajaphas, die sich vor allem im Werk des jüdischen Historikers Flavius Josephus finden und durch neutestamentliche Überlieferung gestützt werden.[1] Danach war Kajaphas der Schwiegersohn von Hannas (Joh 18,13 EU), der von 6 bis 15 das Amt des Hohenpriesters bekleidete. Kajaphas wurde im Jahr 18 n. Chr. durch den römischen Präfekten Valerius Gratus berufen (Ant XVIII,95). Das Amt des Hohenpriesters wurde nach jüdischem Brauch jährlich neu durch den jüdischen Sanhedrin („Hoher Rat“) an ein Mitglied der Priesteraristokratie der Sadduzäer vergeben. Insofern gilt die außergewöhnlich lange Amtszeit des Kajaphas von 19 Jahren als Folge seiner geschickten Amtsführung nach außen und innen. Da auch die jüdisch-religiösen Ämter in dieser Zeit wesentlich von dem Wohlwollen der römischen Besatzungsmacht in Judäa abhingen, wird Kajaphas in erheblichem Maße auf römische Belange Rücksicht genommen haben. Daneben erhielt er wohl Unterstützung durch seinen Schwiegervater Hannas.[2] Nach dem Zeugnis des Flavius Josephus erfolgte die Absetzung des Kajaphas durch den Legaten Lucius Vitellius parallel zur Abberufung des Statthalters Pontius Pilatus im Jahr 36 n. Chr. (Ant XVIII,95), was möglicherweise auf Kajaphas enge Verflechtung mit der römischen Macht hinweist.

Durch Ernennung von Vitellius wurde Jonatan ben Hannas, der Schwager Kajaphas, Nachfolger in der Funktion als Hoherpriester (36–37). Jonatan war einer der fünf Söhne von Hannas.

Im Jahr 1990 wurde im Jerusalemer Vorort Talpiot in einer Familiengrabstätte aus dem 1. Jahrhundert ein aufwändig verzierter Knochenkasten (Ossuar) gefunden, der die Gebeine des Kajaphas enthalten soll. Eine aramäische Inschrift lautet: „Jehosef bar Qajfa“, was dem griechischen Namen „Josef, Sohn des Kaiphas“ entspricht.

ie Gestalt des Kajaphas hat in der Darstellung der christlichen Evangelien eine äußerst zwiespältige Berühmtheit gewonnen. Nach den Passionserzählungen der Evangelisten Matthäus (26,3.57 EU) und Johannes (11,47-53 EU; 18,12-28 EU) war der jüdische Hohe Rat und namentlich der amtierende Hohepriester Kajaphas federführend beteiligt an der Auslieferung Jesu an die Römer, die seine Kreuzigung betrieben. Die jüdische Führung besaß zur Zeit Jesu nicht das Recht auf Kapitalgerichtsbarkeit. Auch formaljuristisch widerspricht das in den Evangelien geschilderte Verfahren gegen Jesus zeitgenössisch-jüdischen Rechtsgrundsätzen.

Nach Mt 26,59-68 EU suchte der jüdische Hohe Rat durch Falschaussagen Jesus einer Gesetzesübertretung zu überführen. Matthäus schildert dann das Urteil des Hohenpriesters (Kaiphas), das auf Gotteslästerung lautet und vom Hohen Rat mit dem Todesurteil gegen Jesus belegt wird (Mt 26,65-66 EU).

Nach Joh 11,49-52 EU gab Kajaphas seinen Ratskollegen schon vor der Verhandlung den entscheidenden Hinweis zum Umgang mit Jesus, der durch sein Wirken die jüdischen Autoritäten herausgefordert hatte: „Es ist nützlich für euch, wenn ein Mensch sterbe für das Volk, und nicht die ganze Nation zugrunde gehe“. Johannes kennzeichnet diese Wertung des Kajaphas jedoch ausdrücklich als Prophetie (Joh 11,51 EU), so dass sie sich einer juristischen oder ethischen Einordnung weitgehend entzieht und im Horizont theologischer Konzeptionen zur Sendung Jesu zu verstehen ist.

Dennoch hat die Darstellung des Kajaphas bei Matthäus und Johannes in der Geschichte des Christentums zu erheblichen antijüdischen Tendenzen geführt. Die Frage nach der Schuld am Tod Jesu wurde so häufig Anlass zu generell judenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen.

Wikipedia

Pontius Pilatus erhält seine Bekanntheit vor allem durch die Erzählungen des Neuen Testaments der Bibel, nach denen er Jesus von Nazaret zum Tod durch das Kreuz verurteilte und die Hinrichtung durchführen ließ. Außer in den Passionsgeschichten wird Pilatus im Neuen Testament noch zweimal erwähnt. Zum einen im Lukasevangelium (Lk 13,1-2 EU), das über die – auf seinen Befehl hin ausgeführte – Ermordung galiläischer Pilger berichtet. Zum anderen datiert Lukas (Lk 3, 1 EU) den Beginn der Wirksamkeit des Johannes unter der Statthalterschaft des Pontius Pilatus.

Als wichtigste Quelle außerhalb des Neuen Testaments gilt eine Stelle in den Annalen (15, 44) des römischen Geschichtsschreibers Tacitus, an der er von der Christenverfolgung unter Nero nach dem Brand Roms berichtet und dabei Pilatus beiläufig erwähnt: Auctor nominis eius Christus Tiberio imperitante per procuratorem Pontium Pilatum supplicio adfectus erat. („Der Urheber jenes Namens, Christus, wurde während der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet.“) Die Authentizität dieses Berichts ist allerdings umstritten.

Darüber hinaus finden sich einigermaßen gesicherte historische Aussagen über Pilatus vor allem bei Flavius Josephus in seinen Werken De bello Judaico und in den Antiquitates. Auch Philo von Alexandria berichtet über ihn.

Aufgrund der schlechten Quellenlage wurde gelegentlich sogar angenommen, dass Pontius Pilatus keine historische Person gewesen sei. Seit dem Fund einer Inschrift im Jahre 1961 in Caesarea, der ehemaligen Residenzstadt des Pilatus, gilt seine Existenz jedoch als gesichert.[2] Die Inschrift wird auf die Jahre 26–37 datiert und wurde von einer Gruppe unter Leitung von Antonio Frova ausgegraben. Obwohl lediglich 31 teils fragmentarische Buchstaben zu erkennen sind, bestätigen sie doch die Statthalterschaft des Pilatus in Judäa. Nach Meinung der meisten Wissenschaftler lautet der vollständige Text: [DIS AVGVSTI]S TIBERIEVM [- PONTI]VS PILATVS [PRAEFECT]VS IVD[AEAE FECIT ET DEDICAVIT] („Pontius Pilatus, Präfekt von Judäa, erbaute und weihte das Tiberieum den seligen Göttern“). Alexander Demandt (1999) interpretiert die Inschrift neu zu: [INCOLI]S TIBERIEVM [- PONTI]VS PILATVS [PRAEFECT]VS IVD[AEAE REFECIT] („Den Einwohnern das Tiberieum Pontius Pilatus, Präfekt von Iudaea, erneuerte“). Géza Alföldy (1999) setzt anstatt INCOLIS („den Einwohnern“) NAVTIS („den Seeleuten“) ein. Mit Tiberieum ist der Leuchtturm von Caesarea gemeint, der von Pontius Pilatus erneuert wurde. Der Fund belegt im Übrigen auch, dass die korrekte Bezeichnung für das von Pilatus ausgeübte Amt Präfekt war und nicht, wie bei den Statthaltern von Judäa ab der Mitte des 1. Jahrhunderts üblich, Prokurator, eine Bezeichnung, wie sie auch Tacitus verwendete. – Die Inschrift befindet sich momentan im Israel Museum in Jerusalem (Inv.-Nr.: AE 1963 no. 104).

Aus Judäa sind drei Münztypen bekannt, die mit der Amtszeit des Pilatus in Verbindung zu bringen sind (Typ Hendin 648, 649, 650). Sie tragen die Legende Tiberiou Kaisaros („des Tiberius Caesar“) und tragen zusätzlich die Zahlen des jeweiligen Regierungsjahres des Tiberius, was nach christlicher Zeitrechnung den Jahren 29, 30 und 31 entspricht. Sie datieren also eindeutig in die Amtszeit des Pilatus. Auf der Vorderseite sind jeweils ein Lituus bzw. ein Simpulum (Schöpfkelle) abgebildet, beides Werkzeuge des Kaiserkultes. Diese Abbildungen müssen das religiöse Empfinden der Juden verletzt haben, inwieweit dies bewusst geschah, ist umstritten.

Wikipedia

Das Augustusforum ist das zweite der vier Kaiserforen in Rom. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung des Forum Romanum. Das Forum war 125 Meter lang und 118 Meter breit.

Obwohl Augustus schon 42 v. Chr. nach der Schlacht bei Philippi, bei der u.a. Brutus und Cassius, zwei der Mörder Caesars, getötet werden konnten, den Entschluss fasste, ein neues Forum zu bauen, wurde der Tempel des Mars Ultor (des Rächers), das wichtigste Gebäude dieses Komplexes, erst vierzig Jahre später geweiht. Dieser Tempel bestand aus Marmor aus Carrara und hatte acht Frontsäulen und ebenso viele an den Seiten. In seiner Mitte befand sich eine Marsstatue, umgeben von weiteren wichtigen Götterstatuen, während in der Cella Caesars Schwert und die Legionsinsignien aufbewahrt wurden.

Das Forum diente der Glorifizierung des Kaisers als Wiederhersteller der alten Traditionen. Dazu wurden zahlreiche Statuen von Heroen wie Aeneas, Romulus, der Könige Alba Longas oder wichtiger Persönlichkeiten der Republik aufgestellt. In der Mitte des Vorplatzes zum Tempel stand eine Statue von Augustus auf einem Triumphwagen. Eine weitere Kaiserstatue wurde später in einem prächtigen Saal links vom Tempel aufgestellt. Die Rückwand dieses Saales war, wie die des Tempels, Bestandteil einer großen Mauer, die das Forum von der Subura abgrenzte und auch als Brandschutzmauer diente.

Heute ist nur noch der hintere Teil des Forums mit dem Podium und den Überresten des Mars-Ultor-Tempels erhalten. Der vordere Teil wurde von Mussolini mit der Via dei Fori Imperiali überbaut.

Wikipedia


Augustusforum

In der Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom wird eine Holztafel aufbewahrt, die seit 1492 als Reliquie des Originaltitels vom Kreuz Jesu gezeigt wird. Einer kirchlichen Überlieferung nach wurde das Heilige Kreuz im Jahr 325 von Helena, der Mutter des römischen Kaisers Konstantin des Großen, zusammen mit drei Nägeln von der Kreuzigung und der Kreuzesinschrift in Jerusalem entdeckt und davon der größte Teil nach Rom in ihren Palast gebracht. Helena vermachte diesen Palast mit dem Namen „Sessorianum“ später der Kirche und aus ihm ging die Basilika Santa Croce in Gerusalemme hervor. Der Überlieferung zufolge wurde 1492 die Reliquie mit der Hälfte der Inschrift bei Umbauarbeiten mit dem Siegel von Papst Lucius II. in der Kirche Santa Croce wiederentdeckt und am 29. Juli 1496 durch die Bulle Admirabile Sacramentum des Papstes Alexander VI. für echt befunden.

Am 25. April 1995 konnte die Kirchengeschichtlerin Maria-Luisa Rigato die Tafel fotografieren und wiegen. Sie besteht aus Nussholz, ist 687 Gramm schwer, 25 Zentimeter lang, 14 Zentimeter breit und 2,6 Zentimeter dick. Das Holz ist von Würmern, Insekten und Pilzen zerfressen. 1998 untersuchte Michael Hesemann den Gegenstand und datierte den Schrifttyp der Inschrift in das 1. Jahrhundert. Er stellte seine Ergebnisse in einer Privataudienz auch Papst Johannes Paul II. vor. Sieben Paläographen dreier israelischer Universitäten sowie Maria-Luisa Rigato von der Gregoriana-Universität in Rom und der Papyrologe Carsten Peter Thiede bestätigten diese Datierung des Schrifttyps. Andere Forscher bestreiten die Echtheit der Tafel und halten Hesemanns Untersuchungsmethode für nicht beweiskräftig.[17] Neuere Untersuchungen mit der Radiokarbonmethode ergaben eine wahrscheinliche Entstehung der Tafel zwischen dem späten 10. und dem frühen 12. Jahrhundert.[18]

Die Holztafel ist mit drei Zeilen beschrieben. Die erste Zeile enthält sechs nur teilweise erhaltene hebräische Buchstaben, die Maria-Luisa Rigato als aramäisch ‏ישו נצר מ מ‎ (Jeschu nazara m m) rekonstruiert haben will, wobei die Abkürzung m m für malkekem stehe: „Jesus Nazara euer König“.[19] Besser erhalten sind die zweite und dritte Zeile mit der griechischen und lateinischen Inschrift, deren lesbare Wörter lauten:

ΝΑΖΑΡΕΝΥΣ Β
US NAZARENUS RE

Diese beiden Zeilen sind untypischerweise von rechts nach links, also linksläufig wie das Hebräische oder Aramäische geschrieben.

Rigato hält die Tafel für eine originalgetreue Kopie des ursprünglichen Kreuzestitels. Dieser sei tatsächlich von einem jüdischen Lohnschreiber im Auftrag des Pilatus verfasst worden und somit das erste Stück Literatur über Jesus

Wikipedia