Kosmische Kollisionen genießen keinen sonderlich guten Ruf. Ob nun Planeten aufeinanderprallen, Galaxien zusammenstoßen oder gar ganze Universen kollidieren: Die Folgen sind immer dramatisch und meistens fatal. Kollisionen bringen aber nicht nur Zerstörung. Sie stehen auch am Anfang aller Dinge, ohne sie würde es kein Leben auf der Erde geben.
Kommen Sie mit auf eine Tour durch das Universum! Sehen Sie aus sicherer Entfernung dabei zu, wie alles ineinanderkracht, was im Weltall ineinanderkrachen kann! Von Asteroideneinschlägen bis hin zu ganzen Universen, die zusammenstoßen, werden Sie die verschiedensten Kollisionen erleben und dabei feststellen, dass wir den kosmischen Katastrophen viel zu verdanken haben. Denn so schnell geht die Welt schließlich nicht unter.

Das wirklich dumme an Rezensionsexemplaren ist, dass man sie besprechen muss, ob man will oder nicht. Gerade kleineren Verlagen (Zumindest habe ich noch nie von dem Verlag gehört) gegenüber wäre es extrem unfair es nicht zu tun. Und ich habe mich bis gestern auch sehr auf das Buch gefreut, denn Florian Freistetter kam in seinem Blog Astrodicticum simplex immer sehr sympathisch rüber.
Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass kaum jemand in Deutschland Wissenschaft zu verständlich vermitteln kann und dies kommt auch in dem Buch voll rüber.

Nur musste ich gestern meine persönliche Einstellung zu dem Autor um 180 ° korrigieren; wer Leute persönlich angreift und als dumm bezeichnet, weil diese nicht seine Meinung vertreten, für den möchte ich nicht mehr die Werbetrommel rühren. Vor allem, weil dies mir gegenüber kein einmaliger Ausrutscher war, sondern auch andere Kommentare z.B. als *Unsinn* bezeichnet werden; solange diese nicht die Meinung des Bloggers abbilden, werden die Kommentatoren beschimpft.

Weswegen ich auch sein neues Buch, welches bald erscheint, abstellt habe und diese Buchvorstellung nur aus reiner Fairness dem Verlag gegenüber erfolgt.

Ich habe also das Problem, dass ich ein Buch bewerten soll, dessen Autor mir von einem Tag auf den anderen unsympathisch geworden ist. Das hatte ich noch nie und ich bin ziemlich froh, dass ich von Lea Korte (Mail-Kontakt) abgesehen, keine Autoren kenne und nach dieser Erfahrung auch keine kennen möchte.

Ich möchte dies nur vorrausschicken, damit die Besprechung entsprechend eingeordnet werden kann.

Zum Buch

Was mich gleich am Anfang sehr gestört hat, war der aggressiv vorgetragene Atheismus. So heißt es gleich auf Seite 13 (1. Kapitel, 1. Seite): Diese Spekulation war zwar spannend (vor allem weil man nie wusste, ob man nun wegen solcher Häresien mit der religiösen Obrigkeit in Konflikt geraten würde oder nicht)… und auf S. 17 Das wäre ja noch ok, wenn man die Schöpfungsgeschichte der Bibel glaubt, nach der das Universum 6000 Jahre alt sein solle. Nur um zwei Bespiele willkürlich zu nehmen, es gibt noch viel mehr.

Wobei ich das zweite Beispiel insofern mit Bedacht gewählt habe, als das es den recht flapsigen Sprachstil demonstriert. Ich gebe offen zu, dass ich diesbezüglich zwiegespalten bin: Auf der einen Seite wählt der Autor (soweit ich das Buch quer gelesen habe) immer sehr gute und anschauliche Bespiele. Auf der anderen Seite finde ich diesen ungeglätteten Blogstil bei einem Buch unpassend (Das wäre ja noch ok)

Fazit

Ich kann nach den gestrigen Ereignissen und Ausfällen des Autors zu keinem unbefangenen Ergebnis mehr kommen. Ich habe das Problem, dass ich keine Zeile mehr von ihm lesen möchte und gleichzeitig das Buch bewerten soll.
Ich kann mir aber vorstellen, dass das Buch durch den Sprachstil und die anschaulichen Beispiele gerade bei Jugendlichen großen Anklang finden kann. Wahrscheinlich hätte ich das Buch mit 15,16 sehr gemocht.

Florian Freistetter hat an der Universität Wien Astronomie studiert. Seine Doktorarbeit schrieb er über Asteroiden, die mit der Erde kollidieren, später untersuchte er die Stabilität von Planetensystemen. 2005 verließ er Wien und hat danach an der Universitätssternwarte Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut der Universität Heidelberg gearbeitet. 2008 rief er das Astronomie- Blog Astrodicticum simplex ins Leben, das mittlerweile zu den meistgelesenen Wissenschaftsblogs in deutscher Sprache gehört. Heute lebt und arbeitet er in Jena als Wissenschaftsautor.

Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (12. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3711000258
ISBN-13: 978-3711000255
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 2,4 cm

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