Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Nach Abenteuerreisen in aller Welt durchwanderte der bekannte Dokumentarfilmer Andreas Kieling seine Heimat. Immer mit von der Partie auf der Deutschlandreise: Cleo, seine getreue und unentbehrliche Weggefährtin. So nah war man dem Abenteurer und seiner Hündin noch nie. Auf ihren zahlreichen Wanderungen beobachten sie Kegelrobben auf Helgoland und Schwarzstorchküken in der Eifel, erleben die Hirschbrunft in Brandenburg und Murmeltiere im Berchtesgadener Land. Am Ende des mit Karten und Illustrationen versehenen Bildbandes präsentiert Andreas Kieling seine magischen Orte: etwa seinen Lieblingsplatz in der Eifel oder das winterliche Elbsandsteingebirge. Bisher unveröffentlichte Bilder offenbaren überraschende Einblicke in Deutschlands Tierwelt.

Deutschland ist höchstwahrscheinlich das übersiedelste Land Europas und damit der Welt; die Hälfte aller Einwohner wäre gerade noch genug.

Und doch gibt es sie, die Flecken, die noch unberührt scheinen. Fotos aus den Alpen könnten auch aus den Rocky Mountains stammen, dass die Eifel für das Rotwild ein regelgerechter Tummelplatz ist, wusste ich bis jetzt noch nicht.

In der Eifel. Mit freundlicher Genehmigung des Natioal Geographic-Verlages.

In der Eifel.
Mit freundlicher Genehmigung des National – Geographic-Verlages.

Was das Buch von Andreas Kieling von anderen Bildbänden abhebt, sind die persönlichen Erzählungen: Mal wird er von einer Kreuzotter gebissen, dann wieder erzählt er von seiner dramatischen Flucht aus der DDR über Tschechien. Überall scheint er durch seine Wanderungen (mehr oder weniger) flüchtige Bekannte zu haben, oder er stellt immer mal wieder Menschen aus den Regionen vor, in welchen er wandert. Dabei kommt er mir durchaus ein wenig unkritisch vor, wenn z.B. ein Wildschwein als Haustier gehalten wird. Mit meinen Vorstellungen von Essenshygenie geht dies nicht unbedingt zusammen.

Mit freundlicher Genehmigung des national Geographic-Verlages.

Mit freundlicher Genehmigung des National- Geographic-Verlages.

Was mir nicht so gut gefiel war, dass das Buch recht oberflächlich gehalten ist: Bedingt dadurch, dass die Tierwelt in ganz Deutschland vorgestellt wird und Bilder den überwiegenden Teil des Buches ausmachen, geht keiner der Texte wirklich in die Tiefe.

So lernt man die verschiedenen Regionen oberflächlich kennen, lernt etwas über das Verhalten von Wildschweinen und Wölfen, und schon kommt der nächste Abschnitt. Für Leser mit dem Bedürfnis nach Tiefe ist das Buch daher weniger geeignet.

Das Foto musste noch rein: Waschbärenbabys. Mein persönliches Lieblingsfoto war das eines Seeadler-Kückens. Mit freundlicher Genehmigung von National Geographic.

Das Foto musste noch rein: Waschbärenbabys. Mein persönliches Lieblingsfoto war das eines Seeadler-Kückens.
Mit freundlicher Genehmigung von National Geographic.

Fazit

Wer sich einen Überblick über die Tierwelt Deutschlands – Inklusive der Stadt! – verschaffen, oder einfach nur schöne Fotos unserer Heimat sehen möchte, wird von dem Buch begeistert sein. Wer tiefgehende Informationen zu den einzelnen Regionen haben möchte, liegt mit dem Buch falsch.

Andreas Kieling, Deutschlands bekanntester Tierfilmer, erhielt für den ARD-Dreiteiler „Abenteuer Erde – Yukon River“ den „Wildscreen Panda Award“, den Oscar des Tierfilms. Seine Filme werden weltweitüber den NATIONAL GEOGRAPHIC CHANNEL ausgestrahlt, seine Abenteuerreisen in zahlreichen Büchern veröffentlicht. Kieling durchquerte Grönland zu Fuß, fuhr mit dem Mountainbike durch den Himalaja, arbeitete als Seemann und Förster. Seit 1990 bereist er als Dokumentarfilmer und Naturfotograf die Welt. Stets begleitet wird Kieling von seinem Hannoverschen Schweißhund Cleo.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: National Geographic Deutschland; Auflage: 1., Aufl. (16. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866903413
ISBN-13: 978-3866903418
Größe und/oder Gewicht: 27,4 x 23,2 x 2,4 cm

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