In einer der faszinierendsten Memoiren, die jemals über Sucht geschrieben wurden, gewährt Mötley Crüe’s Nikki Sixx nicht nur anhand seiner Tagebucheinträge einen einzigartigen Einblick in ein Jahr seines Lebens, das aufgrund seiner Heroin- und Kokainsucht völlig außer Kontrolle geriet. Auch seine damaligen Weggefährten kommentieren die Ereignisse dieser Zeit wie auch Nikki seine heutige Sicht der Dinge schildert.
Als sich Mötley Crüe auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befanden, gab es keine Drogen, die Nikki Sixx nicht konsumierte. Tagelang versank er im Koks- und Heroinrausch – mal alleine, mal in Gesellschaft von anderen Süchtigen, Freunden oder Geliebten. Es gab damals schöne Zeiten, wie manche Momente voller Euphorie und Spaß in seinem Tagebuch zeigen. Doch die Tiefpunkte waren richtige Abgründe und führten oft dazu, daß Nikki sich in einem Zustand von Paranoia in seiner Abstellkammer und umgeben von seinen Drogenutensilien verbarrikadierte.
In diesem Buch reflektiert Nikki auf poetische, bizarre und auch verworrene Weise diese Zeit seines Lebens und wird dabei mit Aussagen seiner Bandkollegen Tommy Lee, Vince Neil und Mick Mars sowie Slash, Rick Nielsen, Bob Rock und einiger Ex-Manager und -Freundinnen unterstützt.

Schonungslos ehrlich, absolut fesselnd und zutiefst packend begleitet „Tagebuch eines Heroinsüchtigen“ Nikki in den Abgrund und bis zu dem mutigen Entschluss, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

 

Ich kam mir während des Lesens ziemlich veräppelt vor: Da ist jemand so am Boden, dass sein Dealer ihn in die Mülltonne schmeißt, es wird Jack Daniel, Kokain, Heroin und was auch immer gespritzt und gleichzeitig will der Betreffende noch in der Lage gewesen sein, ein Tagebuch zu führen? Es ist schon beleidigend, für wie blöd die Leser ganz offensichtlich gehalten werden. Wenn auch nur die Hälfte stimmt, sollte Sixx kaum in der Lage gewesen sein, einen Bleistift zu halten, geschweige gewissenhaft Tagebuch zu führen.

Nikki Sixx fand ich toll, sobald ich den Hardrock für mich entdeckt hatte. In den Zeitschriften faselte er zwar immer etwas von den Drogen und das er eine echte Suchtpersönlichkeit ist, was ich aber bis zur Lektüre des Buches nicht wirklich einordnen konnte.

Sich wochenlang nicht zu waschen, sich in der Abstellkammer mit Drogen und Gewehren zu verschanzen, um auf alles zu schießen, was sich nähert ist schon ein besonderer Lebensstil; genau wie sich grundsätzlich nur mit Frauen einzulassen, die genauso abgefuckt sind wie man selbst. Das Buch hat insofern meiner (schon recht langen) Überzeugung Vorschub geleistet, dass ich von niemanden ein Fan sein möchte, weil mich a.)nicht  als Fanatiker sehe und ich b.) nicht weiß, von wem ich da eigentlich Fan bin. (Was nichts daran ändert, dass ich ihn auf der Bühne immer noch als sehr attraktiv wahrnehme; in Privatkleidung gefällt er mir deutlich weniger.)

Inspiriert von Sixx` Beinahe-Drogentod, als er schon für tot erklärt worden war: Kickstart my heart.

Das Hauptproblem bei dem Buch ist, dass es – bei aller Dramatik – irgendwann langweilig wird. Irgendwann hängen einem die Ausschweifungen einfach zum Hals raus, weil es letztendlich doch immer auf das Gleiche hinausläuft. Auch die Kommentare ihm nahestehender Figuren wiederholen sich in der Essenz.

Das Buch endet weitestgehend mit seiner Reanimation, neuere Entwicklungen wie sein Interesse an Fotographie, seiner Radioshow oder die neue Band Sixx a.m. werden nur in Nebensätzen behandelt.

Zu kurz kommen sind Einblicke in das Musikgeschäft im Allgemeinen. Nur auf Seite 237 wird berichtet, dass nach Steuern und sonstigen Kosten von 10 Millionen Dollar gerade mal 3 übrig bleiben – oder auf 12 Monate gerechnet pro Mann 30.000 Dollar / Monat. Wenn man überlegt, dass die Bands dafür alle 1-2 Tage eine kräftezehrende Show absolvieren oder unterwegs sind, über ein Jahr kaum nach Hause kommen, verglichen mit Privatfotos Kleidung tragen, die sie nicht mögen, mit Jetlag zu kämpfen haben etc., dann ist das bitter wenig.

Fazit

Ich hätte immer gedacht, ich hätte etwas versäumt, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Tatsächlich fing es in der Mitte an zu langweilen. Ich würde auch die englische Ausgabe vorziehen, weil die Übersetzung teilweise schlecht ist, somit viel verloren geht und ein sehr einfaches Englisch verwendet wird, welches jeder ohne geringste Probleme lesen kann. Leseprobe bei GoogleBooks.

Nikki Sixx (* 11. Dezember 1958 in San José, Kalifornien, USA) ist ein US-amerikanischer Musiker und Gründer und Bassist der Glam-Rock- und Glam-Metal-Band Mötley Crüe.

Seinen ursprünglichen Namen Frank Carlton Serafino Feranna ließ er Anfang 1980 offiziell ändern, nachdem er sich mit seinem namensgleichen Vater, Frank Feranna, zerstritten hatte. Zusammen mit Tommy Lee gründete er die Band Mötley Crüe. Er war zeitweilig schwer drogenabhängig und wäre zweimal beinahe an einer Überdosis gestorben.
Wikipedia

Nikki Sixx im Internet:

Facebook

Sein Twitter-Account und der seiner Lebensgefährtin / Ehefrau (Viele private Fotos; man sollte eigentlich annehmen, dass man irgendwann genug hat, wenn man so in der Öffentlichkeit steht.).
Some call me Sixx (Fotoprojekt)
Radioshow: Sixx Sense

Gebundene Ausgabe: 431 Seiten
Verlag: I. P. Verlag Jeske/Mader; Auflage: 1 (19. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3931624617
ISBN-13: 978-3931624613
Größe und/oder Gewicht: 21 x 16,2 x 2,6 cm

Englische Ausgabe:
The Heroin Diaries: A Year in the Life of a Shattered Rock Star von Nikki Sixx
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Simon & Schuster UK (1. September 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1847392067
ISBN-13: 978-1847392060
Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 20,2 cm

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Nikki Sixx mit Sixx a.m. Ich mag diese kräftigen Rythmen, die er in seinen eigenen Bands verwendet.