This Is Gonna Hurt is music, photography, and life through the distorted lens of Nikki Sixx, bassist for heavy metal rock band Mötley Crüe’s and the New York Times bestselling author of The Heroin Diaries (Rezension hier). A combination of powerful prose and dramatic photographs, This Is Gonna Hurt is an arresting, deeply personal look through the eyes of a real rock star at a stark, post-addiction world.

Selten so etwas Überflüssiges gelesen.

Anhand des Twitter – Accounts seiner Frau dachte ich bis jetzt, sie wäre diejenige, die alles Private an die Öffentlichkeit zerrt, inklusive Einrichtung des Hauses, Schönheitsbehandlungen usw.. Aber er scheint ihr in nichts nachzustehen. Wobei ich auch niemand bin, der sich groß für das Privatleben anderer interessiert – mich interessiert nicht, ob ein Blogger Zahnschmerzen hat, welche Sorgen die Kassiererin mit sich herumträgt oder welche Erlebnisse ein Nikki Sixx in der Kindheit hatte. Ich trenne den Menschen von seiner Funktion: Die Kassierenden sind nett, aber letztendlich interessiert mich mehr, dass sie das Wechselgeld richtig rausgibt; Sixx hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz, aber deswegen interessieren mich seine Erlebnisse weniger.

Vor allem, weil es um Dinge geht, mit denen ich nichts anfangen kann. Drogen? Ich trinke nicht einmal Kaffee, allerhöchstens mal einen Grünen Tee. Ich bin auch noch nicht in die Verlegenheit gekommen, dass ich irgendwo zu Besuch war und alles zerstörte. Oder ein Haus abzubrennen. (Der gute Mann muss die meiste Zeit seines Lebens eine zweibeinige Katastrophe gewesen sein.)
Dazu kommen eine Unmenge dummer Sprüche wie: *Du kannst sein und leben, wie du willst*. Ich habe Blogs von Müttern gelesen, die ihren Arbeitgeber Geld schuldeten, weil ihre Kinder so oft krank waren. Das 3jährige Kind meiner Putzfrau hat sich den Arm gebrochen und sie wirkte hypernervös, weil sie kein Geld verdienen kann. Vielleicht denke ich zu europäisch (oder er zu amerikanisch), aber solchen Menschen zu sagen, sie könnten sein, was sie wollten, empfände ich als Hohn. Natürlich gibt es Leute wie ein Börsenmakler, der gerade mal Realschulabschluss hat, nicht gerade aus der feinsten Wohngegend kommt und nun seine Bank in diesen Kreisen an der Frankfurter Börse hauptbetreut. Aber gerade bei Künstlern wird auf einen, der den Durchbruch schafft, Hunderte bis Tausende kommen, die auf der Strecke bleiben.


Aus dem Soundtrack des Buches (Muss extra gekauft werden): Life is beautiful

Er scheint auch nicht besonders selbstreflexiv zu sein, wenn er schreibt, er hätte Mars`Freundin aus dessen Wohnung geworfen, wie sie den Gitarristen nur finanziell ausnutzen würde. Ich habe mir einmal den Spaß gemacht, nach Sixx` (zukünftiger) Ehefrau zu googlen: Außer einer Tussi-Konsum-Seite im Internet ist sie noch nicht mit eigenständiger Arbeit aufgefallen. Bei Twitter sehe und lese ich nur über Kometikbehandlungen im Beverley Hills Hilton und Cartier – Ringe. Ich frage mich, ob er sich einmal gefragt hat, was eine 27jährige wohl von einem 55jährigen möchte.

Die Fotos sind zum großen Teil nicht gerade mein Geschmack, auch wenn er schreibt, man solle nicht die Musik von Mötley Crüe mögen und seine Fotos nicht mögen – die Freiheit nehme ich mich. Es gibt einige die ganz gelungen sind, und ich frage mich, ob ich mir darüber Gedanken machen sollte, weil ich zwei Fotos von einem Friedhof und eines, auf welchem die Leute aussehen, als hätten sie sich die Pulsadern aufgeschnitten. Aber ansonsten scheint er sich hauptsächlich für Freaks zu interessieren. Ich kann in den Fotos im Gegensatz zu ihm keine Schönheit entdecken.

Auch scheinen mir die Methoden, mit denen die Fotos entstehen, teilweise recht fragwürdig: Bei Facebook ließ er sich dafür feiern, dass er die Fotografierten mit Respekt behandeln würde. Und dann erzählt er, wie er in einem Stuttgarter Bordell absichtlich eine Prostituierte mit schmerzlichen Fragen verletzt, um bestimmte Gesichtsausdrücke zu bekommen. Respekt ist etwas anderes. Wer sich einen Eindruck von den Fotos machen möchte, kann dies bei Some Call Me Sixx machen.


Fazit

Selbstverliebtes, eitles Geschwätz, kombiniert mit Fotos von Freaks.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: William Morrow (12. April 2011)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0062061879
ISBN-13: 978-0062061874
Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 2,2 x 25,4 cm

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