Ich finde es immer wieder bedenklich, wie wenige Menschen andere Meinungen verkraften. Und es geht ausnahmsweise mal nicht um andere Blogger, sondern um deren Leser.

Mein WoW – Blog war dem Spiel gegenüber immer sehr kritisch eingestellt, was allerdings weniger am Spiel lag, als an den Leuten, mit denen ich zusammen war. Die Ursachen sollen jetzt auch keine Rolle spielen, auf jeden Fall meldeten sich ständig erboste Spieler, wie ich denn bloß Spiel nicht gut finden könne. Und da es um WoW-Spieler handelte, im Gossenjargon, von dem sie nicht wussten, warum ich die Kommentare nicht zuließ. Schließlich haben sie sich – zumindest ihrer Meinung nach – ganz normal artikuliert.

Da Warcraft eine fast einmalige Ansammlung von Narzissten (Eigentlich schon eine Grundvoraussetzung, Motto: *Endlich normale Menschen*), Psychopathen, Borderlinern und Selbstmordgefährdeten (ab und zu passierte auch mal was) darstellt – Ich würde die Anzahl der *normalen* Leute auf 10-30% schätzen – habe ich gedacht, es wäre eben WoW. Vor allem weil neben den ganzen Gestörten das Spiel ab 12 Jahren freigegeben ist, was die Lage zusätzlich verschärft.

Das war eine Zeit, in der ich Literaturliebhabern noch unterstellte, gebildet und tolerant zu sein; inzwischen haben mich diverse Blogs eines Besseren belehrt, die können nur geschickter blenden, sonst nichts.

Was mich das erste Mal in größerer Form – wütende Kommentare gab es immer einmal, meistens in ziemlich unangemessenen Stil geäußert – irritierte, waren die Kommentare zu *Der Junge, der Träume schenkte*. Was dort an Kommentaren reinkam, war nicht mehr normal. Wie kann man sich über eine einzelne Meinung so aufregen? Vor allem welchen Wert hat die Meinung?

Ich nehme einmal den *Roman mit Kokain*. Mir gefiel das Buch gar nicht, Muromez sehr gut. Was brachte ihm meine Rezension, oder mir seine? Letztendlich kommt es doch nur darauf an, wie einem selbst ein Spiel / Buch / Film gefällt. Die andere Meinung hat doch gar keinen Wert.

Ein Blogger meinte glatt, dass er zu bestimmten Themen viele Likes bekommen würde. Womit er ausdrücken wollte, dass er derjenige ist, der im Recht ist. Dass sich in Blog hauptsächlich Leute anlagern, die seine Meinung vertreten ist er noch nicht gekommen. Nichts ist gefährlicher, als in einer Hammelherde zu stecken und zu glauben, Hammel sein wäre der Normalzustand. Das ist aber genau das, was im Internet tagtäglich passiert.

Getoppt wird das ganze nun von den Dan Brown-Lesern. Jetzt kann man sagen, dass es sich um Leute handelt, die sich gebildet vorkommen, wenn sie mitbekommen haben, dass es den Saal der Fünfhundert gibt. Und es stellt sich wirklich die Frage, wie solche Leute reagieren, um wirklich wichtige Entscheidungen oder Meinungen geht. Dann möchte ich mit denen nicht zu tun haben. Womit man wieder den Bogen zu WoW schlagen kann, weil sich in einer Ini ein Tank fast bis zum Herzinfarkt aufregte, weil 2 die Ini noch nicht kannten.

Mein aktueller Liebling ist folgender:

– Aus der psychologischen Forschung ist bekannt, dass Menschen umso langsamer lesen, je intelligenter sie sind. Ein durchschnittlicher Mensch liest 20 Seiten pro Strunde.

– Professoren trainieren heute genau so viel (oder wenig) wie andere Menschen auch.

– Ein IQ von 208 KANN man nicht messen, die Tests für Hochbegabte messen allerhöchstens bis 160 (lernen’s Psychologie, 1.Semester). Einen IQ von 208 kann man bei Kinderen BERECHNEN (aus Intelligenzalter und Leistungsalter), bei Erwachsenen naturgemäß nicht. Alleine die folgende Überlegung sollte ihnen das sagen: Wer stellt denn die Aufgaben für eine Intelligenzmessung für IQ größer als 200 zusammen? Der müsste doch selbst mindestens einen IQ von 230 haben… Sie vielleicht?

– “Guckt mal, was ich alles weiß, wie toll ich recherchiert habe”: Dan Brown HAT recherchiert! Auch wenn er “nur” einen Trivialroman geschrieben hat. Sie nicht! Sie wissen wohl recht wenig und sind ein wenig neidisch. Sind sie ein Heißluftgebläse, ein Schwätzer, ein Troll, ein Nichtswisser, ein aufgblasener Wicht, ein Ochsenfrosch? Oder wollen sie “nur” Gift spritzen?

Ich weiß nicht, ob ich laut loslachen, oder traurig den Kopf schütteln soll.

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