Sechs Monate Trans-Afrika-Expedition: Im Lkw-Oldtimer »Thunder« bricht Dieter Kreutzkamp auf. Über Israel und Jordanien nach Ägypten, entlang dem Nil in den Sudan, zum Horn von Afrika und durch spektakuläre Hochlandregionen bis nach Namibia. In Äthiopien klettert »Thunder« in Höhen von über 3500 Metern. Zu Fuß geht es auf atemberaubende Gipfel des Kontinents, wie den Mount Kenya oder den kaum bekannten Mount Meru, durch traumhaft schöne Nationalparks und zu den Schimpansen am Rift Valley in Uganda. Nach 20 000 Kilometern Abenteuer pur markiert der Brandberg in Namibia Höhepunkt und Ende eines unvergesslichen afrikanischen Roadmovie.

Was ich an den National Geographic – Büchern sehr schätze ist, wie sie die Kultur und die Geschichte der bereisten Länder darbringen, wobei mir *Meine Bar in Sansibar* am besten gefallen hat. Davon erzählt Kreuzkamps Buch nicht einmal ansatzweise, die Einheimischen treten überwiegend als korrupte faule Beamte auf, die den Reisenden ausnehmen wollen. Dass in Afrika keine schweitzer Korrektheit herrscht, war mir klar. Ich finde es auch im Gegensatz zu dem Autor legitim, wenn Reisende für Eintritte zu Bergen und Nationalparks erheblich mehr zahlen als Einheimische. Letztendlich wird niemand gezwungen, dorthin zu reisen und für die Regionen dürfte dies die einzige Einkommensquelle darstellen.

Eine Lobelie in der afroalpinen Zone des Mount Kenya Foto: Mehmet Karatay - Wikipedia

Eine Lobelie in der afroalpinen Zone des Mount Kenya
Foto: Mehmet Karatay – Wikipedia

Die Autoren erklären auch nicht, woher einige Verhaltensweisen kommen könnten, wie z.B., dass ihr Bus in Äthiopien öfters von Kindern mit Steinen beworfen worden ist. Sie sind einfach nur ein weiteres Ärgernis auf der Reise. Stattdessen konzentriert sich das Buch nur auf Kontakte mit anderen Globetrottern.

Fazit

Mich erinnerte Kreuzkamps Buch immer an * Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow*, dessen Autor auch für nichts und niemanden ein nettes Wort überhatte und Sätze schrieb wie * Wider erwarten fand ich das Land sehr fruchtbar, und sein einziger Makel sind die Menschen, die es bewohnen, die Bewohner unserer Kolonien ausgenommen, deren herausragende Merkmal ihre Trägheit und ihre Dummheit ist.
Niemand kann bestreiten, dass die Berber Nordafrikas, die spanischen Mauren, die Türken und Iren die trägsten und saumseligsten Menschen unter der Sonne sind.*.
Und genau wie Lithgow ist man eben da gewesen und kann einen weiteren Punkt auf der Reise abhaken. Nähere Beschreibungen nicht nötig.

Schnitzer wie *humanitäre Katastrophen* (S. 187) mag ich auch nicht lesen. Synonyme zu humanitär: karitativ, sozial; (gehoben) mildtätig; (veraltend) wohltätig. Eine *wohltätige Katastrophe* – wie sieht die aus? Bloß weil die Schmierfinken in den Zeitungen und Nachrichten alles zusammenkopieren und nachplappern, wird es nicht richtiger. Es heißt immer noch *humane Katastrophe*.

Einheimische kommen nur als korrupte Beamte oder Lastenträger vor.

Dieter Kreutzkamp, Jahrgang 1946, ist als Abenteurer, Autor und Fotograf eine feste Größe in der Globetrotter-Szene. Seit den Siebzigerjahren hat er unzählige Reisen in alle Welt unternommen, vor allem nach Kanada und Alaska. Über seine Reiseerfahrungen schrieb der fundierte Kenner vieler Länder bereits zahlreiche Erfolgstitel. Bei MALIK NATIONAL GEOGRAPHIC erschien zuletzt »Die Spur der Wale. Im Kajak von Alaska durch die Inside Passage«.

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: NG Taschenbuch (11. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492404588
ISBN-13: 978-3492404587
Größe und/oder Gewicht: 18 x 12 x 2,7 cm

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