Schottland 1937: Sir Alasdair Benwick ist verschwunden. Er verließ seine inmitten des Rannoch Moors gelegene Burg, um seine Anwälte in Glasgow aufzusuchen, doch auf dem Weg dorthin verliert sich seine Spur. Da die Polizei keinen Anhaltspunkt für ein Verbrechen findet und folglich keine Ermittlungen aufnimmt, bittet Sir Alasdairs Bruder Adrian den Detektiv John Stableford um Hilfe. Dieser sagt zu und macht sich gemeinsam mit seiner Frau Harriet, Dr. Holmes und dessen neuester Eroberung Lady Penelope auf den Weg in die schottischen Highlands.

Eine der vielen Anspielungen auf die Ritter der Tafelrunde: Die Herrin von See, oft erwähnt im Buch, hier in der Version World of Warcrafts. Dessen Addon *Warth of the Lichking* enthält zahlreiche Anspielungen auf die Saga, wie eine Reihe um den Schwarzen Ritter oder eine weitere um den Zerschmetterten Schwertgriff.

Um die zahlreichen Anspielungen auf die Saga um König Arthus zu verstehen und damit den Krimi, der damit durchzogen ist, musste ich mein Halbwissen ziemlich zusammenkratzen. Schachbrettartige Haut, weil die Mutter eine schwarze Königin und der Vater ein Weißer war? – Ja, da war etwas. (Mit Genetik hatten es die Menschen zur Zeit Wolframs zu Eschenbach nicht so.) Auch von der Maid aus dem See und dem Schwert Excalibur sollte man schon einmal gehört haben. Sonst macht die Lektüre vermutlich keinen Spaß.

War mir auch unbekannt: Das Questentier. *Es besitzt den Kopf einer Schlange und einen Körper wie ein Leopard, mit dem Hinterteil eines Löwen und Beinen und Hufen eines Hirschs.Weiter bei Wikipedia.

War mir auch unbekannt: Das Questentier. *Es besitzt den Kopf einer Schlange und einen Körper wie ein Leopard, mit dem Hinterteil eines Löwen und Beinen und Hufen eines Hirschs.Weiter bei Wikipedia.

Obwohl der Tally Ho! – Verlag sich weitestgehend auf Golfkrimis spezialisiert hat, man bedenke den Namen Stableford, sind die Golfszenen in dem Buch sehr spärlich gesät.

Stattdessen verwenden die Freunde ihren ganzen Eifer darauf, sich der Suche nach einem verschwundenen Gutsherrn zu verschreiben, der seine Kindern nach Figuren der Artus -Sage benannt hat und eine archäologische Ausgrabung nach dem Questentier leitet.

Dabei verbleibt der Schreibstil wie auch im ersten Band *Stableford* ganz in der Tradition der klassischen Krimis: Schnörkelos, mit einem sehr sanften Humor und ohne schmückendes Beiwerk.

Denken Sie daran, dass die meisten Menschen als Schauspieler durch die Welt gehen. Ihre Gedanken sind sie Meinungen anderer, ihre Leben leere, von Konventionen getragene Formen und ihre Leidenschaften Zitate aus Filmen und Büchern.

Auch unser Mörder gehört zu diesen Menschen. Nur seine Triebe sind originär. Folgen Sie den Trieben, Stableford, aber Sie müssen vorsichtig sein, es geht ins Unbewusste, tief hinunter, und der Weg ist dunkel und unübersichtlich.
Am Ende kommen Sie nur noch tastend vorwärts – oder besser abwärts. Irgendwann stehen Sie vor einer Tür. Hier müssen Sie sich entscheiden. Sie ist so alt wie die Menschheit selbst und wurde aus guten Gründen verschlossen gehalten. Wenn Sie sie öffnen, gibt es keinen Weg zurück. Drehen Sie um, wenn Sie unsicher sind. Jetzt ist noch Zeit. Öffnen Sie diese Tür und Sie stehen vor der Fratze Ihres Mörders. Ein Triebwesen von allen Hüllen der Zivilisation entkleidet. Sie bedrohen seine Existenz und auf der Ebene der Triebe erfolgt daraus nur Reaktion.

S. 179

Nun, ich war noch nie Trauzeuge, aber danke für den Revolver.

S. 180

Rob Reef, Das Geheimnis von Benwick Castle

Bei ersteren Zitat hatte ich gehofft, dass die Geschichte ein wenig ins Morbide oder Düstere kippt, was jedoch nicht der Fall war.

Fazit

Wer gerne Krimis des Goldenen Zeitalters liest, wird begeistert sein. Wer jedoch stark auf Stimmungen angewiesen ist, der wird von dem Buch enttäuscht werden.

Verlagsseite

Rob Reef wurde 1968 geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin und arbeitet als Texter in einer Werbeagentur.
Seine Kriminalromane spielen in den 30er-Jahren und handeln von den Abenteuern des Literaturprofessors und Gentleman-Detektivs John Stableford und seines watsonesken Freundes Dr. Holmes.
Wie sein Debüt „Stableford“ (2010), ist auch sein zweiter Roman „Das Geheimnis von Benwick Castle“ (2013) im Stil der klassischen „Whodunits“ gehalten.
Reef lebt mit seiner Frau in Berlin-Kreuzberg.

Taschenbuch: 232 Seiten
Verlag: Tally-Ho! Verlag Robert Schulze; Auflage: 1. Auflage (18. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3942316064
ISBN-13: 978-3942316064
Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 13 x 1,8 cm

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