Das »Heilige Land« – in Wirklichkeit ist es ein verdammtes Land, verdammt zum Unfrieden, zu Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Aber, fragt Andreas Altmann, vielleicht ist es gerade deshalb verdammt, weil es Juden, Christen und Muslimen heilig sein muss? Das »Heilige Land« – in Wirklichkeit ist es ein verdammtes Land, verdammt zum Unfrieden, zu Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Aber, fragt Andreas Altmann, vielleicht ist es gerade deshalb verdammt, weil es Juden, Christen und Muslimen heilig sein muss? Der Reporter spricht mit den Vertretern aller drei Religionen, versucht zu verstehen, was sie bewegt und woher der Hass kommt, der die Palästinenser so oft zu Opfern der israelischen Politik macht. Und manchmal zu Tätern. Er bereist die Städte und Dörfer mit offenen Augen, rabiat neugierig, immer auf der Suche nach den besonderen Geschichten. Die ihm und uns den Schlüssel in die Hand geben zum Verständnis Palästinas. Zumindest eine Ahnung davon. Und das gelingt ihm in spektakulären Bildern, Erlebnissen und Begegnungen, oft voller Brutalität, oft voller Poesie. Seine klaren und harten Beobachtungen, vor allem seine Schlussfolgerungen werden vielfach Widerspruch hervorrufen, weil der Autor sich von keiner vorgefassten Meinung, Ideologie – und schon gar nicht von einer Religion – den Blick verstellen lässt. Seit drei Generationen ist Palästina eine offene Wunde in der Weltpolitik. Auch die große Reportage von Andreas Altmann wird sie nicht schließen. Natürlich nicht. Aber den Menschen nahekommen, ihr Leben im Schatten der unheilvollen Geschichte und der dunklen Zukunft zu verstehen, das gelingt ihm meisterhaft.

Gaza-Stadt Hochgeladen von OneArmedMan (Wikipedia)

Gaza-Stadt
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Manchmal ist man es einfach selbst schuld: Der Autor hat Psychologie und Jura studiert, als wenn eines von beiden nicht unsympathisch genug wäre. (Ähnlicher *Beliebtheit* erfreuen sich bei mir nur noch Lehrer und Journalisten. Angehörige dieser Berufsgruppen stehen bei mir mit Kinderschändern auf einer Stufe.) Zu den bis jetzt veröffentlichten Titel gehörten *Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend* und *Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch*.

Und auch *Verdammtes Land* ist auf einem ziemlich niedrigen Qualitätsniveau angesiedelt.

Der Autor mag Israel, weil er ein paar Mal den Film *Exodus* gesehen hat. Was eigentlich eher ein Grund sein sollte, ein Land abzulehnen, dessen Landmasse zu 100% aus Landraub und Ermordung der Einheimischen besteht, welches ein Stachel im Fleische der Welt und neben Saudi-Arabien der größte Unsicherheitsfaktor für den Weltfrieden ist. Dafür findet er Soldatinnen sexy (was ich nachvollziehen kann, so geht es mir mit Männern in Uniformen), und findet religiöse Menschen *vernagelt* (S. 29). Er hat keinen Respekt dafür, dass in den Restaurants keine Milch in den Kaffee kommt, wegen dem Mischverbot von Milch und Fleisch.

Eine *Bikinischönheit* war für ihn vernagelt, weil sie Sex vor der Ehe ablehnte – als wenn es ihm zustünde, darüber zu richten. Vielleicht war er auch nur sauer, dass er sie nicht abschleppen konnte.

Fazit

Altmann kann sich vom Niveau her mit Timmerberg die Hand geben.

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Piper (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492056245
ISBN-13: 978-3492056243
Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3 cm

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