»Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.« Mit diesem Satz beginnt der Ich-Erzähler seinen Bericht über ein Osterwochenende, an dem er und seine Lebensgefährtin ein befreundetes Paar in der Steiermark besuchen. Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag begangenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her. Angewidert und zugleich voller Lust an der Sensation, kommentieren sie das Vorgehen der Medien. Draußen, in der »wirklichen« Welt, wird unterdessen fieberhaft nach dem Mörder gesucht.»Wo Glavinic steht, das wissen wir nach diesem Buch: in der ersten Reihe der deutschsprachigen Literatur.« Daniel Kehlmann in ›Literaturen‹

Nordoststeiermark Panorama  CC-BY-SA-2.0-de Steindy - Wikipedia

Nordoststeiermark Panorama
CC-BY-SA-2.0-de Steindy – Wikipedia

Ich bin auf das Buch über einen Blogartikel aufmerksam geworden, leider kann ich die Meinung der Bloggerin nicht unterstützen.

Als erstes fällt der sehr abgehackte Schreibstil auf, der weder zum Weiterlesen verleitet noch Atmosphäre aufkommen lässt. Dazu kommt eine recht unbeholfene Ausdrucksweise, auf S. 143 werden Kekse (im Privathaushalt) hergestellt, nicht gebacken. Ein Lesegenuss sieht von vorneherein anders aus.

Viel besser ist auch der Inhalt nicht: Es wird in Form eines Protokolls beschrieben, wie es sich vier Freunde in einem Ferienhaus gemütlich machen, Federball und Tischtennis spielen. Mittenrein platzt über die Medien die Nachricht über eine grausame Kindesentführung. Da – ich schieb es bereits- der Schreibstil sämtliche Spannung im Keim erstickt und es eine Krimihandlung nicht wirklich gibt, bleibt also die Medienkritik. Wobei mir nicht ganz klar wurde, ob der Autor die Sensationsgier der Medien oder die der Zuschauer kritisiert, welche zu den abstoßenden Szenen Chips essen. Vielleicht beides.

Auch die Auflösung überzeugt nicht einmal im Ansatz, sondern lässt eher Fragen bezüglich des Protokolls zurück.

Fazit

Das Buch konnte mich nicht einmal im Ansatz überzeugen. Im Gegenteil, das Buch hat mich durchgehend gelangweilt.

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423135468
ISBN-13: 978-3423135467
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,4 cm

2

Advertisements