»Als sie vier Jahre alt war, da unterrichtete ihr Cousin Lu die junge Chinesin und Titelheldin von Shan Sas Roman im japanischen Strategiespiel Go. Schon damals war die rebellische Außenseiterin vom Wunsch zu siegen wie beseelt — bis sie zu wahrer Meisterschaft gelangte und als erste Frau auf dem Platz der Tausend Winde spielen durfte. Inzwischen ist die adelige Icherzählerin in Die Go-Spielerin 16 Jahre alt. Ihr Cousin ist auch erst 20 — und sieht doch schon aus wie ein Greis.

Die Zeiten sind hart in der Mandschurei des Jahres 1937: Die Japaner haben das Land besetzt, Aufstände werden brutal im Keim erstickt, Mitläufer beherrschen die politische Szene, Peking steht kurz vor dem Fall. In dieser Situation kommt ein Mandarin auf den Platz der Tausend Winde und fordert die Chinesin immer wieder zum Spiel heraus. Erst später erfährt das Mädchen, dass dies einer der verhassten japanischen Militärs gewesen ist. Auf dem jahrhundertealten Spielfeld des Go werden die Strategien von Angriff und Verteidigung wie in den Schützengräben neu erprobt — und auf dem Schlachtfeld der Liebe ebenso. Am Ende stehen sich die beiden auf tragische Weise zum letzten Mal gegenüber und müssen erkennen, dass sie Spielbälle einer viel größeren Macht gewesen sind: „Ich weiß, dass das Spiel da oben weitergeht“, erkennt der Japaner, der zweite Icherzähler dieses bezaubernden Buchs.

Go in der japanischen Kunst (Kikukawa Eizan, etwa 1811)

Go in der japanischen Kunst (Kikukawa Eizan, etwa 1811)

Da ich gerade dabei bin Go zu lernen, bot es sich an, einen Roman zu lesen, welcher sich um das Spiel dreht.
Leider kam ich gar nicht ins Lesen: Wer noch nie von den Go-Regeln gehört hat, wird mit der Aussage, dass der Partner zu große oder zu kleine Gebiete beansprucht nichts anfangen können.

Ich dagegen bin darüber gestolpert, dass die erzählenden Personen von sich als *Ich* erzählen und ich gar nicht mitbekam. dass ein Personenwechsel stattgefunden hat. Ich weiß nicht, wie man ein Buch schreiben kann, bei dem der Leser keinen Anhaltspunkt hat, vom wem gerade die Rede ist. Dazu kommen stakkatohafte Sätze, die nicht zum Weiterlesen einladen.

Fazit

Das Buch hätte eine gründliche Überarbeitung durch einen Lektor gebraucht.

Gebundene Ausgabe: 252 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: DEA, (2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492044425
ISBN-13: 978-3492044424
Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,6 x 2,4 cm

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