Mittsommer auf Öland, Zeit der Festlichkeiten. Doch mit dem Tod des verhassten Patriarchen Edvard Kloss steigen buchstäblich die Gespenster einer dunklen Vergangenheit aus den Gräbern. Jahrzehntealte Schuld und kühle Rache – Johan Theorin liefert den großartigen Abschluss seiner Öland-Kriminalromane. Ein verzweifeltes Klopfen weckt Gerlof Davidsson mitten in der Nacht. Der Junge, der atemlos vom Strand kommt, erzählt von einem Geisterschiff voller sterbender Seeleute und einem verrückten alten Mann mit einer Axt. – Auf Öland hat die Hauptsaison begonnen, und eigentlich sind die Sommergäste gekommen, um gemeinsam Mittsommer zu feiern. Doch einer von ihnen ist zurückgekehrt, um eine sehr alte Schuld zu begleichen. Einzig Gerlof ahnt, wer der Rückkehrer ist und an wem er sich rächen will. Er ist diesem Mann schon einmal in seiner Jugend begegnet, als sie beide auf dem Friedhof standen und plötzlich Klopflaute aus einem frischen Grab drangen …

Strand von Öland. ____ „Algblommning 2“ von User Pellaj on sv.wikipedia - foto: sv:Användare:Pellaj. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Algblommning_2.JPG#mediaviewer/File:Algblommning_2.JPG

Strand von Öland.
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Eine Einordung in ein Genre fällt mir bei Inselgrab sehr schwer – ein Krimi ist das Buch nicht, da kein Mord aufgeklärt wird, für einen Thriller fehlt der Thrill und trotz Klopfgeräuschen aus einem Sarg – die nicht aufgeklärt werden -, ist es auch keine Gruselgeschichte. Dennoch war es ein Unterhaltungsroman, den ich vor allem am Anfang kaum aus der Hand legen konnte. Erzählt wird parallel von einer Auswanderung, die gründlich schief läuft und den Ereignissen in einem Ferienresort auf Öland. Dabei liegen die Schwerpunkte der Kapitel immer auf sich abwechselnden Personen, die Ereignisse greifen jedoch jeweils immer ineinander, sodass sich die Handlung gut verfolgen lässt.

Die Röse (Plur. Röser, dän. Gravrøser; schwed. Röjr oder Roir; norweg. Gravrøys) ist ein Steinhügelgrab der nordischen Bronze- und Eisenzeit. Die in der Regel runden, selten ovalen, quadratischen oder schiffsförmigen Hügel enthielten in Schweden und Dänemark zumeist Steinkisten und wurden für Nachbestattungen teilweise erweitert und erhöht. Ihre heute oft nicht mehr vorhandenen Einfassungen aus Randsteinen bestanden aus großen Steinblöcken oder Trockenmauerwerk. Stenrydningsrøser sind dagegen Lesesteinhaufen. ____ CC BY-SA 3.0 „Ekornavallen 8, den 9 april 2006“. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ekornavallen_8,_den_9_april_2006.JPG#mediaviewer/Datei:Ekornavallen_8,_den_9_april_2006.JPG

Die Röse (Plur. Röser, dän. Gravrøser; schwed. Röjr oder Roir; norweg. Gravrøys) ist ein Steinhügelgrab der nordischen Bronze- und Eisenzeit. Die in der Regel runden, selten ovalen, quadratischen oder schiffsförmigen Hügel enthielten in Schweden und Dänemark zumeist Steinkisten und wurden für Nachbestattungen teilweise erweitert und erhöht. Ihre heute oft nicht mehr vorhandenen Einfassungen aus Randsteinen bestanden aus großen Steinblöcken oder Trockenmauerwerk. Stenrydningsrøser sind dagegen Lesesteinhaufen.
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CC BY-SA 3.0 „Ekornavallen 8, den 9 april 2006“. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ekornavallen_8,_den_9_april_2006.JPG#mediaviewer/Datei:Ekornavallen_8,_den_9_april_2006.JPG

Das Problem, welches ich mit dem Buch in der zweiten Hälfte hatte, war, dass der große Knaller ganz einfach ausblieb. Oder, dass es eher gar keinen Knaller gab. Für eine Rachegeschichte habe ich einfach mehr Spannung erwartet und auch der große Showdown am Ende wirkte nicht emotional. Das lag weniger an der Geschichte als an der Erzählweise.

Der Schreibstil, ich erwähnte es bereits, lässt sich flüssig lesen, lediglich auf Seite 298 haben die Übersetzer ein wenig geschludert: Statt *Bald ist es wieder wie im Mittelalter, wo die Schweden jeden Tag mehrere Liter Bier tranken.*, hätte es *Bald ist es wieder wie im Mittelalter, als die Schweden jeden Tag mehrere Liter Bier tranken.* heißen sollen. Das Wo in der Umgangssprache stört mich schon im gesprochenen Deutsch gewaltig.


Fazit

*Inselgrab* ist die ideale Lektüre für diejenigen, die eine unterhaltsame Geschichte lesen möchten, auf große Spannung aber verzichten können.

Johan Theorin, geboren 1963 in Göteborg, verbringt seit seiner Kindheit den Sommer auf der Insel Öland, deren mythische Landschaft ihn zur Geschichte seines Kriminalromans »Öland« anregte. In Schweden stand »Öland« viele Wochen auf der Bestsellerliste, wurde von der schwedischen Krimi-Akademie als bestes Debüt ausgezeichnet und in dreizehn Sprachen übersetzt. Johan Theorin lebt in Göteborg und hat in Schweden bereits seinen zweiten Öland-Kriminalroman veröffentlicht, der dort als Bester Krimi des Jahres ausgezeichnet wurde.

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 2 (12. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492054706
ISBN-13: 978-3492054706
Originaltitel: Rörgast
Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,8 x 4,6 cm

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