Die Urteile der Ratingagenturen gleichen zuweilen dem kaiserlichen »Daumen runter«, nur wiegen sie ungleich schwerer: Sie besiegeln das Schicksal ganzer Volkswirtschaften. Überfallartig, willkürlich, fatal – so erscheinen die Urteile der drei großen amerikanischen Oligopolisten Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Gerade diese drei Ratinggiganten aber haben die Finanzkrise entscheidend mitverursacht. Dafür sind sie bis heute nicht zur Verantwortung gezogen worden. Stattdessen agieren sie weiter im Schatten, sind niemandem rechenschaftspflichtig und realisieren astronomische Gewinnmargen, die jedweder Grundlage entbehren. Der Eindruck, einem elitären Geheimzirkel willkürlich ausgeliefert zu sein, ist nicht nur subjektives Vorurteil, sondern wird durch Fakten und Recherche objektiv bestätigt. Ulrich Horstmann bringt Licht in das dunkle Gebaren und die undurchsichtigen Machenschaften der Ratingagenturen. Der langjährige Analyst im Bankengewerbe kennt die tägliche Arbeit der Ratingagenturen so gut wie kaum ein anderer. Er analysiert die Bonitätsherabstufungen, die ganzen Volkswirtschaften abrupt den Boden entziehen, nennt Gewinner und Verlierer dieser verheerenden Politik und prangert das fatale Anreizsystem an, mit denen Ratingagenturen belohnt werden.

Das Buch geht für mich als Laien zu sehr in die Tiefe, um gewinnbringend gelesen werden zu können. Nachdem der Autor die Geschichte der Ratingagenturen und die Marktaufteilung beschrieben hat, geht es zu sehr ans Eingemachte.
Das Buch ist sicherlich sehr gut, wenn man tief in die Materie einsteigen möchte, aber für mich war es zu tief.


ULRICH HORSTMANN studierte Betriebswirtschaftslehre und schloss an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Promotion zum Dr. rer. soc. oec. ab. Seit 1989 ist er in mehreren Finanzinstituten in der Forschung tätig und blickt damit auf eine über 20-jährige Karriere in den Bereichen Volkswirtschaft und Unternehmensanalyse innerhalb von Banken. Mit Die Währungsreform kommt und Womit wir morgen zahlen werden legte er zwei Bestseller über das nahende Ende der europäischen Währungsunion vor.

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FinanzBuch Verlag (10. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898797937
ISBN-13: 978-3898797931
Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 15,4 x 2,2 cm

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