1727. Tom Hawkins will lieber verdammt sein, als Landpfarrer zu werden wie sein Vater. Er liebt die Frauen, das Bier und das Glücksspiel – und landet eines Nachts im berüchtigten Londoner Schuldgefängnis »The Marshalsea«. Schnell erkennt Tom, dass in diesem »Teufelsloch« nur überlebt, wer sich nützlich machen kann: Er verdingt sich als Ermittler in einem hinterlistigen Gefängnismord – eine Idee, an der sein düsterer Zellengenosse Fleet sogleich Gefallen findet. Doch Tom ist auf der Hut, gilt Fleet doch selbst bei den abgebrühtesten Bütteln des Marshalsea als Ausgeburt der Hölle…

Marshalsea prison, Southwark, London, 18th century

Marshalsea prison, Southwark, London, 18th century

Das Buch ist bei mir Opfer seiner Vermarktung geworden. Spannend? – Zumindest bis Seite 150 nicht. Ein Krimi? – Es kommt ein Mord vor, der Held ermittelt. Und trotzdem tue ich mich mit dem Begriff *Krimi* schwer, denn es geht mehr darum, die Zustände im Schuldgefängnis zu erzählen als um den Mordfall.

Und die Beschreibung der menschenverachtenden Zustände – Auspeitschungen, Krankheit, Todesfälle langweilt irgendwann nur noch. Es beschleicht den Leser irgendwann das Gefühl, verstanden zu haben, dass das Gefängnis kein Paradies war und die Autorin doch nun endlich einmal die Handlung in den Vordergrund stellen möge. Was nicht passiert.

Fazit

Weniger Histo-Krimi als einfach nur ein Histo-Roman.

Antonia Hodgson stammt aus Derby und studierte Englische Literatur in Leeds. Seit über 15 Jahren arbeitet sie in der Verlagsbranche und ist derzeit Cheflektorin bei Little, Brown UK. Wenn sie nicht gerade schreibt oder arbeitet oder »Game of Thrones« schaut, sitzt sie gern in der British Library und liest Mordgeständnisse aus dem 18. Jahrhundert.

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Knaur HC (21. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426653451
ISBN-13: 978-3426653456
Originaltitel: The Devil in the Marshalsea
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 4 cm

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