New York 1891. Eine Prostituierte wird brutal ermordet. Ihre Leiche weist dieselben Verletzungen auf wie die Opfer einer berüchtigten Mordserie in England. Hat der Mörder den Atlantik überquert, um seine Spur zu verwischen? Oder handelt es sich um einen Nachahmungstäter? In der amerikanischen Metropole, die ohnehin mit Bandenkriminalität, Korruption und Verbrechen zu kämpfen hat, geht die Angst um. Der aristokratische englische Kriminalanalytiker Finley Jameson soll den Fall für Scotland Yard vor Ort aufklären. Und er ist zunächst wenig begeistert, als ihm der toughe New Yorker Cop Joseph Argenti zur Seite gestellt wird. Doch trotz aller Bemühungen des ungleichen Ermittlerduos wütet der Mörder weiter – und treibt zudem ein perverses Spiel mit der Polizei …

Phantombild Jack the Rippers gefertigt nach Zeugenaussagen.

„The Juwes are the men that will not be blamed for nothing“ (dt. „Die Juwes sind die Menschen, die nicht grundlos beschuldigt werden.“ lautet eine Version des Goulston-Street-Graffitos, einer der (vorgeblichen?) Botschaften des Rippers. Mit dieser Anspielung ausgehend entwickeln die Ermittler ihre Theorie und beginnen die Leichen auf diesen Hinweis hin zu untersuchen, welcher das ist, möchte ich der Spannung wegen nicht offenbaren.

Einmal entschlüsselt, führt der Täter die Polizei zu sich, was die große Unlogik des Romans ausmacht. Es ist durchaus ein Unterschied, ob der originale Jack the Ripper in der *Saucy Jacky-Postkarte* ein Doppelevent ankündigt, der Zodiac-Killer mit einem bis heute teilweise nicht knackbaren Code Nachrichten hinterlässt oder ob man so ganz offensichtlich seinen Namen in der Gegend verstreut. Und dass diese Zeichen noch auf den inzwischen verrotteten Kanonischen Fünf gefunden werden, ist aus Ripperlogensicht ein wenig zu dick aufgetragen.

Today's picture is from the early 1900's. It shows the corner of 5th avenue and 42nd street in New York City. I love how the streets are shared between carriages and motorized vehicles. In this picture, it looks like there are still more carriages. Quelle: Old Pictures

Today’s picture is from the early 1900’s. It shows the corner of 5th avenue and 42nd street in New York City. I love how the streets are shared between carriages and motorized vehicles. In this picture, it looks like there are still more carriages. Quelle: Old Pictures

Sieht man davon ab, hat es mir Spaß gemacht das Buch zu lesen. Das alte New York ersteht wieder auf mit seinem ganzen Dreck und den starken Standesunterschieden, auch wenn das Buch fast nur in den schlechteren Teilen der Stadt spielt. Zudem wird die Polizei als in weiten Teilen korrupt dargestellt, was die Ermittlungen weiter erschwert.
Auch die technischen Entwicklungen jener Zeit wurden hervorragend die Handlung reingearbeitet.

Fazit

Ein spannender Krimi, welcher die Komplexität des Viktorianischen Zeitalters aufzeigt.

Verlagsseite

Bloginterne Jack the Ripper-Seite

Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Page & Turner (15. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442204380
ISBN-13: 978-3442204380
Originaltitel: Letters from a Murderer
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 4,3 x 21,6 cm

Stadt in Angst von John Matthews

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