Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht …

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal von einem Buch von Elisabeth Herrmann schreiben muss, dass es unterirdisch schlecht ist. Bis jetzt habe ich alle Bücher von ihr gerne gelesen, vor allem die Vernau-Reihe. Von dieser Reihe, welche mit Dorf der Mörder begonnen worden ist, werde ich in Zukunft wohl Abstand nehmen.
Das fängt bei der extrem ungeschickten Namenswahl der Figuren an – Sanella ist für mich eine Butter oder Margarine – Marke und bei dem Nachnamen *Tudor* denke ich an Heinrich den VIII. und seine Tochter Elisabeth. Kroatisch klingt der Nachname für mich keineswegs.

Das ist allerdings nichts gegen die Handlung:
Sanela benimmt sich das ganze Buch hindurch wie ein trotziges Kleinkind, und nicht wie eine erwachsene Frau. Sie beleidigt ihre Vorgesetzen und schleust sich selbst ohne deren Wissen Undercover bei einer Familie ein. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, ihren Arbeitgeber zu hintergehen, denn offiziell lässt sie sich krank schreiben. Dass die gefundenen Beweise nicht gültig sind und schlimmstenfalls die ganze Anklage in sich zusammenbrechen lassen können wie Kartenhaus, interessiert die Studentin der Kriminologie nicht. In der Familie angekommen, kifft sie mit dem Sohn des Hauses und lässt einen Verdächtigen mit dem einizigen belastenden Beweisstück entkommen.

Was sehr erschwerend hinzukommt war, dass einige Personen zwar wichtige Tipps geben, gefühlt aber alle hundert Seiten einmal vorkommen. Ich wusste teilweise nicht einmal mehr, wer das war.

Fazit

Die übrigen Bücher der Autorin sind sehr empfehlenswert, aber dieses ist eine reine Katastrophe.

Interview mit Elisabeth Herrmann zu »Der Schneegänger« – Goldmann Verlag

Leseprobe

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313864
ISBN-13: 978-3442313860
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 4,3 x 22,5 cm

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