»Wir sehen uns im Paradies«, schrieben die fünfzehnjährige Sabina und ihre Freundin Samra an ihre Eltern, bevor sie spurlos nach Syrien verschwanden. Ahmed C. ist in Ennepetal geboren und liebte Fußball – bevor er sich als Selbstmordattentäter in Bagdad in die Luft sprengte. Über fünfhundertfünfzig deutsche Dschihadisten, der jüngste von ihnen dreizehn Jahre alt, sind bislang in Richtung Kriegsgebiet ausgereist. Vor allem in den Reihen der brutalen Terrormiliz IS wollen sie als »Gotteskrieger« dienen, während ihre Freunde zu Hause in Deutschland einen Schulabschluss machen. Die islamische Religionslehrerin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor kennt persönlich mehrere junge Menschen — darunter einige ihrer Ex-Schüler —, die auf der Suche nach Anerkennung und Akzeptanz der Dschihad-Romantik verfallen sind. Sie berichtet von einer orientierungslosen Generation und erklärt, was wir tun können und müssen, um die Radikalisierung unserer Kinder zu stoppen. »Sie sollen meine kritische Stimme im Kopf behalten, die sagt: Lass den Schwachsinn!« Lamya Kaddor

Die Einseitigkeit, mit der Frau Kaddor schreibt und die Widersprüche in die sie sich verheddert., sind das Interessanteste am ganzen Buch.

Der offensichtlichste Widerspruch ist, dass sie schreibt, dass  *den* Islam nicht gibt, sondern verschiedene Auslegungen und Traditionen. Um dann auf Seite 83 zu erklären, dass ihre Interpretation von *Dann tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall aus!* die einzig richtige Auslegung ist. Das nenne ich Selbstbewusstsein.

Um dann zu erklären, dass die Türken schlechtere Bildungs- und Aufstiegschancen haben. Wenn man sich einmal die Berichte von Lehrern liest, weiß warum. Oder man lese bei American Expat Gleefully Passes German Integration Course, wer den Kurs gestört hat.

Ich habe Firmenbesitzer gekannt, die gezielt muslimische Jugendliche eingestellt haben, um ihnen eine Chance zu geben. Kein einziger hat die Probezeit geschafft, weil sie keine weibliche Vorgesetzen akzeptiert haben.
Auch fremdartige Kleidung und Bärte haben die Herkunftsdeutschen einfach zu akzeptieren. Punkt. Ich sehe es so: Wir leben in einem freien Land und jeder kann mit seiner Kleidung und seinem machen, was er möchte, aber er muss eben auch die Konsequenzen tragen. Man kann als Punk mit grünen Irokesenschnitt im Frankfurter Bankenviertel auch nicht erwarten, als Mitglied der Gemeinschaft angesehen zu werden; sehr schön wird dies auch in dem Film Tage des Zorns gezeigt.

„Islamisches Wählerbündnis erreicht, dass die Stadt Duisburg prüft, ob es getrennte Schwimmzeiten für Muslime und Nicht-Muslime geben sollte. Strittige Diskussion nach Abstimmung im Integrationsrat“
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/hitzige-debatte-um-gesonderte-baederzeiten-fuer-muslime-id10339583.html
Ich möchte sie gerne Zitieren
„Bestenfalls fristen sie ein Leben am Rand der Gesellschaft.“

Wenn ich mir obigen Zeitungsartikel durch lese, frage ich mich, ob sich die Muslime nicht selbst ausgrenzen. Diese haben doch starke Vorurteile gegen nicht Muslime und Diskriminieren diese, ansonsten würden sie keine gesonderten Badezeiten fordern.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-02/erdogan-fordert-erklaerung-von-obama?commentstart=25#comments

Nächster Punkt: Die Ausländer hätten Schwierigkeiten als Neudeutsche wahrgenommen zu werden. Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten keine deutsche Staatsangehörigkeit haben (und Umfragen zufolge auch nicht wollen): Sie stellen sich in Gesprächen selber als Türken, Marokkaner usw. vor, warum soll ich sie als Deutsche wahrnehmen, wenn sie sich selbst nicht so sehen? (Wobei ich zugegebenermaßen damit grundsätzliche Probleme habe. Ich verstehe inzwischen Länder wie Polen und Ungarn, die keine Zuwanderung zulassen und Multikulti nicht wollen.)

Punkt 3: Unangenehmeren Dingen geht die Autorin zumindest im Buch aus dem Weg. Sich spricht zwar selbst an, dass die Salafisten sich auf den Koran berufen können, wenn sie von unterschiedlichen Wert von Moslems und Ungläubigen sprechen. Nur zu hätte ich gerne erfahren, wie sie dem im Unterricht begegnet und ihren Schülern vermittelt, dass es nicht in Ordnung ist, Nichtmoslems als Schweinefleischfresser zu mobben. Ganz so erfolgreich ist die von ihr gepriesene Unterrichtsmethode wohl kaum, wenn mehrere Ex-Schüler in den Dschihad gezogen sind.

Diskussion wie die Beschneidung von männlichen Jugendlichen sind für sie unsinnig…vielleicht sollte die Dame sich einmal das Grundgesetz zu Gemüte führen. Dort steht das Recht auf körperliche Unversehrtheit vor dem auf Religionsausübung, wird also als vorrangig erachtet.

Eine schon etwas ältere, aber umfangreiche Studie des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2007 zeigt außerdem, dass unter Muslimen in Deutschland Einstellungen verbreitet sind, die schwer mit Demokratie und Rechtsstaat vereinbar sind. So gaben 46,7 Prozent an, dass die Gebote ihrer Religion wichtiger seien als die Demokratie.

65,5 Prozent waren für eine staatliche Kontrolle von Medien und Presse. 33,6 Prozent befürworteten die Todesstrafe. 48,4 Prozent waren der Meinung, dass die Demokratie schuld sei an der hohen Kriminalität. 20,2 Prozent waren für die Abschaffung des Streikrechts. 9,4 Prozent sprachen sich dafür aus, dass in Deutschland die Prügelstrafe wie in der Scharia verhängt werden kann.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/studien-droht-eine-islamisierung-deutschlands-13405013-p2.html

Fazit

Insgesamt fügt das Buch sich gut in die ständigen Forderungen ein, dass die Herkunftsdeutschen Rücksicht zu nehmen haben. uch Gedanken, warum sich nur eine Zuwanderungsgruppe nach drei Generationen nicht intregrieren kann, während andere schon spätestens in der zweiten Generation an den Herkunftsdeutschen vorbeiziehen, fehlt komplett. Es will um Verständnis werben, warum viele Türken sich vom ausgearteten Individualismus abstoßen fühlen und übersieht, dass es vielen Herkunftsdeutschen ebenso geht, ohne dass diese sich radikalisieren. Mir gefällt das Meiste, was ich sehe nicht, nur habe ich im Gegensatz zu denen nicht die Möglichkeit zur unproblematischen Ausreise in ein vermeidlich besseres Land. Ich hatte auch überlegt, ob ich ein Buch, welches darauf hinaus läuft, dass mal wieder Forderungen an die Herkunftsdeutschen gestellt werden, überhaupt rezensieren soll.

Was ebenfalls auffällt ist, dass Frau Kaddor in ganzen Buch weniger tief gräbt, als die Zeitschrift Cicero No. 02/2015 auf wenigen Seiten zum selben Thema.

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Piper (6. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492057039
ISBN-13: 978-3492057035

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