Nekrophile schänden Tote, Kannibalen kochen und verzehren sie, andere missbrauchen Tiere oder quälen Menschen: Sadisten sprengen mit ihren Taten alle Grenzen. Was in der Fantasie als Spielart akzeptiert wird, ufert in Verbindung mit krimineller Energie in unvorstellbare Grausamkeit aus.

Als Gefängnispsychologin und Ermittlungsberaterin, als Szene-Insider und Psychologin ist Lydia Benecke an Tätern wie Opfern nah dran. Sie beschreibt und analysiert wahre Kriminalfälle und ermöglicht so einen Blick in einen dunklen Ort der menschlichen Seele.

 Evelyn Nesbit im Jahr 1903, fotografiert von Gertrude Käsebier. Sie hatte Beziehungen zu zahlreichen auffälligen Männern wie den Sadisten Harry Kendall Thaw oder John Barrymore, der Begründer der berühmten Schauspielerdynastie, welche bis in die Gegenwart von Drogensüchten und psychischen Störungen von sich reden macht.


Evelyn Nesbit im Jahr 1903, fotografiert von Gertrude Käsebier. Sie hatte Beziehungen zu zahlreichen auffälligen Männern wie den Sadisten Harry Kendall Thaw oder John Barrymore, der Begründer der berühmten Schauspielerdynastie, welche bis in die Gegenwart von Drogensüchten und psychischen Störungen von sich reden macht.

Das Buch ist zweigeteilt: Der erste Teil um Evelyn Nesbit, die das Pech hatte, an gleich drei sehr gestörte Männer zu geraten: Der Schauspieler John Barrymore, ein Vorfahren von Drew Berrymore; den einflussreichen Architekten Stanford White, der u.a den Madison Square Garden entwarf; und ihren Ehemann und Millionär Harry Kendall Thaw, welcher White aus lauter Eifersucht bei einer Musicalpremiere erschoss.

Der Teil ist aus mehreren Gründen sehr gelungen:

1.) Es wird gezeigt, warum Nesbit immer wieder auf den gleichen Typus Mann hereinfiel.

2.) Am Beispiel der Familie Barrymore wird gezeigt, wie Störungen von einer Generation in die nächste weitergegeben werden.

3.) Es wird beschrieben, wie Thraw immer weiteren Triggern ausgesetzt ist, sodass er gar nicht mehr anderes kann, als White zu erschießen.

Iwan der Schreckliche auf dem Höhepunkt seines Wahns: Im Jahr 1581 erschlug er im Zorn seinen Sohn, weil er sich über seine schwangere Schwiegertochter erregt hatte – Gemälde von Ilja Repin (1885).

Iwan der Schreckliche auf dem Höhepunkt seines Wahns: Im Jahr 1581 erschlug er im Zorn seinen Sohn, weil er sich über seine schwangere Schwiegertochter erregt hatte – Gemälde von Ilja Repin (1885).

Danach kippt das Buch leider komplett in Richtung *uninteressant* ab, denn es geht soweit ich es überflogen habe nur noch um BDSM. Sehr negativ fällt auch die Penetranz auf, mit der die Autorin auf ihr Vorgängerbuch *Auf dünnem Eis* hinweist. Oft fällt die Bemerkung, dass in dem Vorgänger der Sachverhalt genau erläutert wird und sie deswegen dies nicht noch einmal erklären wird. Übersetzung: Wer *Sadisten* verstehen möchte, ist entweder gezwungen, sich *Auf dünnen Eis* zu kaufen oder es zumindest noch einmal durchzulesen, wenn er das aktuelle Buch verstehen möchte. Eine ziemlich plumpe Verkaufsmasche, wegen der ich von *Sadisten* auch im besseren Teil nicht wirklich begeistert bin.
Ab Seite 233 habe ich die Kapitel jeweils nur noch angelesen, um ziemlich schnell jeweils festzustellen, dass mich die Themen BDSM, sexuelle Perversionen / Dominanzstreben und Tötungsfantasien nicht einmal ansatzweise interessieren. Wen dies ebenfalls nicht interessiert, sollte sich klar machen, dass maximal das halbe Buch für ihn interessant ist.

Fazit
Die erste Hälfte war recht interessant, die zweite interessierte mich nicht einmal ansatzweise. Sehr negativ fällt auf, dass die Autorin vorrausetzt, dass der Inhalt des Vorgängerbuches dem Leser bekannt ist.

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth); Auflage: Aufl. 2015 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431038999
ISBN-13: 978-3431038996
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 14,5 x 4,1 x 22,4 cm

516GVS0E9XL

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