Vom ersten Augenblick verfällt er ihrer kühlen Schönheit und weiß, dass er sie malen muss – Camille, das Mädchen aus reichem Hause. Er, Claude Monet, ist jung und seine Malerei noch unbekannt. Doch Camille lässt sich von ihm ein­fangen, auf der Leinwand und in seinem Herzen. Sie wird seine Muse, seine Lebensliebe. Sie wird ihm Schatten, Licht und Seerose. Ihre unkonventionelle Liebe wird aber schon bald auf eine harte Probe gestellt.

Camille im grünen Kleid Claude Monet, 1866 Öl auf Leinwand, 231 × 151 cm Kunsthalle Bremen

Camille im grünen Kleid
Claude Monet, 1866
Öl auf Leinwand, 231 × 151 cm
Kunsthalle Bremen

Das Buch hat es nicht einmal ansatzweise geschafft, mir den Künstler und Menschen Claude Monet näher zu bringen. Das liegt sowohl an der sehr farblosen Charaktergestaltung als auch daran, dass die Autorin regelgerecht durch die Handlung hetzt – die Londoner Zeit umfasst vielleicht 20 Jahre. Zudem ist das Buch nicht sonderlich gut geschrieben, des Öfteren kommen Briefe und Telegramme an, alle sind ganz aufgeregt oder traurig, aber man erfährt meistens den Inhalt nicht.

Camille Monet auf dem Totenbett, 1879

Camille Monet auf dem Totenbett, 1879

Auch die Beziehung zu anderen Künstlern bleibt farblos, Monet zieht mit anderen in eine WG, zieht wieder aus, und als sein bester Freund Bazille stirbt, ist das auch kein herzzerreißendes Drama. Das verwundert vor allem, weil Bazille nur wegen Monet zur Armee ging und ihn jahrelang förderte. Trotzdem gehen über seinen Tod alle merkwürdig hinweg.

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Auch der Künstler und was ihn Antrieb wird im Gegensatz zu Van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft nicht sichtbar. Ein junger Mann will malen, widersetzt sich seiner Familie, geht nach Paris und dann…nichts wie er beeinflusst wurde, wie er seiner Umwelt aufnahm und wahrnahm, wie er ausgebildet wurde. Zudem wird mit keine Silbe erwähnt, was der Pariser Salon war, hätte ich kein Vorwissen gehabt, hätten mich die Gespräche sehr frustriert, in denen es darum ging, wie wichtig diese Ausstellung war.

Fazit

Das Buch ist sehr schlecht geschrieben und bringt dem Leser weder den Künstler noch den Menschen Monet nahe.


Stephanie Cowell, die Tochter zweier Künstler, ist ausgebildete Koloratursopranistin und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in New York. Nach ihrem Mozart-Roman “Welche Wonne, dich zu finden” legt sie mit “Die Frau im grünen Kleid” ihre zweite Künstler-Romanbiographie vor
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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426505541
ISBN-13: 978-3426505540
Originaltitel: Claude & Camille. A Novel of Monet
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,2 x 19 cm

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