Im Oktober 1912 nähert sich die SS City of Birmingham Indien. An Bord ist auch der 33-jährige Edward Morgan Forster, Autor von vier Romanen, die ihm in seiner Heimat bereits einigen Ruhm eingetragen haben. Nun ist er, beflügelt vom Erfolg seines jüngsten Werks »Wiedersehen in Howards End«, zu einer Reise ins Unbekannte aufgebrochen. Fern der Enge der englischen Kleinstadt Weybridge in Surrey zeichnet sich das Versprechen einer außergewöhnlichen Zukunft am Horizont ab. Und tatsächlich findet Forster – von der Sinnlichkeit Indiens gleichermaßen angelockt wie verstört – hier den Keim für einen großen Roman: ein diffuses erotisches Begehren und das Gefühl dräuenden Unheils unter einem gleißenden, leeren Himmel. Zwölf Jahre und zahllose innere Kämpfe werden diesem hoffnungsvollen Aufbruch folgen, bis daraus schließlich Forsters Meisterwerk »Auf der Suche nach Indien« entsteht.

Dora Carrington: Porträt E. M. Forster, 1924/25

Dora Carrington: Porträt E. M. Forster, 1924/25

Das Buch ging überhaupt nicht an mich. Das lag sicherlich an dem Thema Homosexualität, mehr aber noch an der Machart des Romans, die verhinderte, dass sich irgendein Bezug entwickeln konnte.

Die Geschichte verliert sich in Belanglosigkeiten wie das Besuchen irgendwelcher Höhlen, die Gesellschaften in Indien enthalten auch nicht gerade das pralle Leben – wahrscheinlich schildert der Roman die Begebenheiten so hyperrealistisch, dass es so langweilig wirkt, wie die Realität nun einmal meistens ist. Die Beziehungen zu den anderen Männern entwickeln sich nicht richtig, meistens steht man ohnehin nur im Briefkontakt.

Genauso fremd blieb mir Forrester selber, welcher über keinerlei Emotionen verfügt, sieht man davon ab, dass er einem Inder zugeneigt ist. Einen Konflikt, der sich aus der Reibung gesellschaftliche Erwartungen – Innenleben ergeben sollte, konnte ich nicht ausmachen.

Fazit

Die Distanz zwischen dem Buch und mir war einfach zu groß, um es mit Genuss lesen zu können. Eine unterkühlte Handlung mit emotionslosen Figuren mag ich nicht lesen. Ich halte dem Autor allerdings zu Gute, dass er sich eng an die Biographie gehalten hat.

Leseprobe


Damon Galgut wurde 1963 in Pretoria geboren. Bereits mit siebzehn Jahren verfasste er seinen ersten Roman, „A Sinless Season“. Mittlerweile zählt er zu den renommiertesten Autoren Südafrikas. Für seinen Roman „Der gute Doktor“ wurde er für den Man Booker Prize nominiert, einen der bedeutendsten internationalen Literaturpreise. Der Roman wurde als „bestes Buch des Jahres“ mit dem Commonwealth Writers Prize ausgezeichnet. Auch der nachfolgende Roman „Der Betrüger“ wurde für zahlreiche Literaturpreise nominiert, und mit „In fremden Räumen“ stand der Autor erneut auf der Shortlist des Man Booker. Damon Galgut lebt in Kapstadt, wenn er nicht gerade auf Reisen ist.

51XLDJwBABL

Advertisements