Ibrahim Zahrami von der Mordkommission Dschidda steht vor einem Rätsel: Ein Beduine hat in der saudi-arabischen Wüste ein geheimes Grab entdeckt. Neunzehn Frauen fanden auf mysteriöse Weise den Tod. Ein Serienmörder muss vollkommen unbemerkt über mehrere Jahre sein Unwesen getrieben haben. Als neunzehn Frauenleichen gefunden werden, ist Ibrahim Zahrami alarmiert – die Zahl 19 hat im Koran eine wichtige Bedeutung. Hat er es mit einem Fanatiker zu tun? Und warum fehlt allen Frauen eine Hand? Gleichzeitig plagt Zahrami privat noch eine ganz andere Sorge: Seine Geliebte, die Undercover-Agentin Sabina Gampon, ist spurlos verschwunden und er kann sie nicht mal als vermisst melden, da auf Ehebruch die Todesstrafe steht. In seiner Verzweiflung vertraut er sich seiner Kollegin Kaya an, einer der wenigen Frauen der Polizeistation. Doch Kaya, die auf Hochtouren in beiden Fällen ermittelt, merkt nicht, wie sich langsam die Schlinge um ihren eigenen Hals immer enger zieht …

In einer Düne lässt sich eine Menge verstecken. Hier die Draa-Düne in Namibia. ____ Harald Süpfle put it under CC-BY-SA-2.5

In einer Düne lässt sich eine Menge verstecken. Hier die Draa-Düne in Namibia.
____
Harald Süpfle put it under CC-BY-SA-2.5

Liest man das Buch als Gesellschaftsroman über Saudi-Arabien, ist es sehr interessant – Rechtsmediziner, die keine weiblichen Leichen untersuchen, da dies unanständig wäre; Fotos, die aus den gleichen Gründen aus Ermittlungsakten entfernt werden – der Wahnsinn kennt keine Grenzen. Auch interessant, dass im Koran Kreuzigungen ausdrücklich erlaubt sind:

Die Bestrafung, die Allah und seine Gesandten bekämpfen und Verderben auf Erden anrichten ist, dass sie getötet und gekreuzigt oder dass ihre Hände und Füße wechselseitig abgetrennt werden…Sies ist für sie die Schmach ins Diesseits. Und im Jenseits ist für sie übergroße Peinigung bestimmt. (S.374).

Was auch aktiv praktiziert wird. Man kann mir sagen, was man möchte, je mehr ich den Islam kennenlerne, desto abstoßender, widerwärtigerer und gruseliger wird er mir. Nicht einmal Tausendundeine Nacht sind laut dem Buch in Saudi-Arabien erlaubt, da zu unsittlich.

Als Krimi fand ich das Buch nicht überzeugend. Das lag an den vielen Problemen der Ermittler, die dem Leser zwar das Land näher brachten, von der eigentlichen Handlung aber so gut wie nichts mehr übrig lassen. Ich hatte jedenfalls größte Probleme der Geschichte zu folgen und dass die Figuren mal mit dem Vornamen und mal mit dem Nachnahmen betitelt werden. Ich konnte da nicht immer ganz sortieren, wer jetzt wer ist.

Fazit

Das Buch war durch die Schilderung des saudischen Alltags sehr interessant, die Krimihandlung dagegen wurde zu sehr zurückgedrängt.

Zoë Ferraris hat ein Jahr lang in einer strenggläubigen muslimischen Gemeinde in Dschidda, Saudi-Arabien, gelebt, bevor sie ihr Romandebüt »Die letzte Sure« schrieb. Für »Die letzte Sure« wurde sie mit dem »Mystery Fiction Award« der Santa Barbara Writers Conference ausgezeichnet. Zoe Ferraris hat einen MFA der Columbia Universität in New York. Zuletzt erschien mit »Wüstenblut« ihr dritter Roman.

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (13. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492306861
ISBN-13: 978-3492306867
Originaltitel: Kingdom of Strangers
Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 3 x 18,5 cm

51XLDJwBABL

Advertisements