Da waren’s nur noch neun.
Es war eine unverzeihliche Verrücktheit. Zehn Jahre ist es her, dass John und seine Freunde als Abschluss ihres Studiums in einem verlassenen Gebäude ein »Dark House« einrichteten: mehrere völlig abgedunkelte Räume, in denen nichts zu sehen, aber alles erlaubt war. Wie weit würden sie gehen? Würden sie nach dieser Grenzerfahrung noch dieselben sein? Kurz darauf verübte eine junge Frau aus der Gruppe Selbstmord, über den niemals wirklich gesprochen wurde. Nun wollen die Freunde endlich Licht ins Dunkel bringen und treffen sich auf Johns Anwesen an der felsigen Küste von Dorset. Doch kaum ist ein Tag vergangen, liegt einer von ihnen tot auf den Klippen – der Beginn eines tödlichen Reigens …

„Dorset Coast Man-O-War Bay“ von davidgsteadman - originally posted to Flickr as Dorset Coast: Man-O-War Bay. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dorset_Coast_Man-O-War_Bay.jpg#/media/File:Dorset_Coast_Man-O-War_Bay.jpg

„Dorset Coast Man-O-War Bay“ von davidgsteadman – originally posted to Flickr as Dorset Coast: Man-O-War Bay. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dorset_Coast_Man-O-War_Bay.jpg#/media/File:Dorset_Coast_Man-O-War_Bay.jpg

Ich bin über die 3Sat Krimi-Buchtipps auf den Krimi aufmerksam geworden und eine größere Enttäuschung ist kaum mehr möglich. Spannung? Atmosphäre? – Nichts da.

Ich habe selten ein derartig unsäglich langweiliges Buch gelesen. Die Idee ist nicht gerade neu: Ein einsames Haus, in dem ein Mörder umgeht; das ist bereits von Agatha Christie und Anne Holt hinlänglich bekannt, nur können die beiden schreiben, (oder konnten es).

Einer nach dem anderen wird hingeschlachtet, aber es ist noch nicht einmal Splatter, sonst hätte ich das Buch auch nicht zu Ende gelesen. Die anderen finden eine verstümmelte Leiche und dann geht es buchstäblich weiter im Text. Auch mich hat es nicht berührt, wenn wieder mal ein Unsympath sein Leben lassen musste.

Das Finale ist bestenfalls merkwürdig, warum die Morde nun geschahen, habe ich nicht verstanden. Dafür schwimmen die Figuren mit aufgeschlitzten Körperteilen in sportlicher Höchstleistung im Salzwasser. Zudem ist mir nicht klar, woher der Mörder schon Wochen vorher wissen konnte, so ein Treffen verlangt schließlich einen gewissen Vorlauf, dass an den beiden Tagen ein so heftiger Sturm auftaucht, dass das Haus abgeschnitten ist. Sonst hätten alle gemütlich davonfahren können, denn der ach so kluge Mörder hat zumindest ein Auto nicht außer Betrieb gesetzt, wahrscheinlich gar keins.

Fazit

Das Buch durchzieht eine unglaubliche Langeweile, der Autor schafft es nicht einmal ansatzweise die Dramatik der Situation, sein es die Naturgewalten oder die Morde, zu beschreiben.

Thomas Kastura, geboren 1966 in Bamberg, lebt ebendort mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Er studierte Germanistik und Geschichte und arbeitet seit 1996 als Autor für den Bayerischen Rundfunk. Zahlreiche Erzählungen, Jugendbücher und Kriminalromane, u. a. „Der vierte Mörder“ (2007 auf Platz 1 der KrimiWelt-Bestenliste). Die britische Küste, vor allem dort, wo sie am einsamsten und gefährlichsten ist, dient Thomas Kastura immer wieder als Inspiration.

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Droemer HC (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199319
ISBN-13: 978-3426199312
Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,2 x 21,2 cm

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