London, East End, 1888: Ein unheimlicher Killer verübt im Stadtteil Whitechapel eine bis dahin beispiellose Mordserie, der ausschließlich Prostituierte zum Opfer fallen. Er nennt sich selbst »Jack the Ripper«. Scotland Yards Chief Inspector Donald Swanson und sein Team werden auf den Fall angesetzt. Doch alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, scheitern. Sogar Oscar Wilde und Lewis Carroll geraten in den Dunstkreis der Ermittlungen. Wer ist der perfide Killer? Und warum ordnet der Commissioner von Scotland Yard die Vernichtung von Beweismaterial an? Ist am Ende etwas dran an den Gerüchten, das britische Königshaus selbst habe seine Finger im Spiel?

Claude Monet – Das Parlament von London, 1904

Claude Monet – Das Parlament von London, 1904

Wer die bloginterne Jack the Ripper – Seite verfolgt weiß, dass ich versuche, so ziemlich alles über ihn zu lesen, was mir in die Hände fällt.

Dieses Buch fand ich dadurch, dass neben Abberline auch noch Inspector Swanson, der wirklich gelebt hat, ermittelt, ein wenig verwirrend. Zudem muss man den Text sehr genau lesen, um entscheidende Details herauszulesen, wenn ich unaufmerksam gewesen bin, bin ich recht schnell im Text geschwommen und habe den Anschluss verpasst. Gegen Ende  fand ich es z.B. verwirrend, das Walter Sickert verschwunden ist, ein paar Sätze von sich gibt und weiter verschwunden bleibt. (Er war in Paris und scheidet daher als Mörder aus, auch wenn Patricia Cromwell dies krampfhaft anders sieht.) Ebenfalls seltsam fand ich es, dass Briten wissen, dass es zwei Schreibweisen des Nachnamens Schmitt oder Schmidt gibt.

Phantombild Jack the Rippers nach Zeugenbeschreibungen.

Auch die Auflösung war ein wenig wirr, war es der Täter, der im Irrenhaus verschwunden ist (Ich persönlich bin Anhänger der Kaminsiky-Theorie, wie sie auch in dem Spiel Sherlock Holmes vs. Jack the Ripper andeutungsweise vertreten wird) oder die Person die am Ende gesteht. Ich habe in einer Diskussion in im JtR-Forum einmal die These vertreten, dass der Ripper durchaus eine Vertrauensperson gewesen sein könnte (was sowohl der Kosminsky– als auch der Kaminsky-Theorie diametral gegenübersteht), aber die Auflösung und vor allem der Grund erscheinen mir als ein wenig absurd. Vor allem, weil der Autor buchstäblich ein Muster entdeckt haben möchte, welches vor ihm niemand erkannt hat.

„Jack the Ripper's Bedroom“ von Walter Sickert - Weird art gallery. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jack_the_Ripper%27s_Bedroom.jpg#/media/File:Jack_the_Ripper%27s_Bedroom.jpg

„Jack the Ripper’s Bedroom“ von Walter Sickert – Weird art gallery.

Bei aller Kritik könnte man jetzt glauben, dass ich den Krimi für ein schlechtes Buch halte – das ist er sicherlich nicht. Im Gegenteil, der Autor hat sorgfältig recherchiert, selbst ein Lied, welche eine der Prostituierten sang, wurde untergebracht. Es werden verschiedene Theorien verarbeitet, inklusive der für mich sehr absurden Royal-Baby-Theorie, die Figuren und vor allem auch die Orte sind hervorragend beschrieben. Allerdings ahnte ich bereits in der Mitte des Buches, wer der Mörder ist.


Fazit

Wer sich gut unterhalten lassen möchte, kann mit dem Buch nichts falsch machen. Allerdings muss man wirklich genau lesen, um die Zusammenhänge wirklich zu verstehen.

Robert Cedric Marley, Jahrgang 1971, ist Goldschmiedemeister und fertigt als Mitglied des Magischen Zirkels Zauberapparate an. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und besitzt ein eigenes Kriminalmuseum. Wenn er nicht gerade schreibt, neue Zaubertricks erfindet oder in geheimer Mission in Großbritannien unterwegs ist, unterrichtet er Kinder und Jugendliche in Selbstverteidigung und Selbstbehauptung. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt.
Im März 2015 wurde Marley mit dem HOMER-Literaturpreis in Bronze ausgezeichnet.

Broschiert: 346 Seiten
Verlag: Dryas Verlag; Auflage: Taschenbuchausgabe. (20. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940855596
ISBN-13: 978-3940855596
Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 3,2 x 19,2 cm

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