Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance! Innerhalb von Sekunden analysiert unser Unterbewusstsein unser Gegenüber: Mimik, Körperhaltung und natürlich Kleidung. Mit der Wahl der Garderobe drücken wir unsere geschäftliche und gesellschaftliche Position aus. Aber nur, wenn das Aussehen mit der Persönlichkeit und den Image-Botschaften zusammenpasst, gelingt es, Mitmenschen von uns zu überzeugen. Dieses Buch enthält erstklassige Anregungen und konkrete Anleitungen dafür, im ersten Schritt mit der Human-Branding-Technik sein Markenprofil zu entwickeln. Für den zweiten Schritt bietet es alles, was Mann und Frau für das darauf abgestimmte Image und den optimalen Auftritt braucht. Zwei Experten ihres Faches bilden das perfekte Autorenteam: Sie identifizieren unterschiedliche Charaktertypen – wie zum Beispiel Kreative, Macher, Feuertypen, Tiefsinnige – und entschlüsseln jeweils das ideale Herangehen an den passenden Stil und das perfekte Outfit. Die Persönlichkeitsexperten verraten, wie Auftritt und Aussehen auf der Basis der Marken-Persönlichkeit harmonisch inszeniert werden, und liefern praxisgerechte Insider-Impulse für den persönlichen und beruflichen Erfolg.

Eine Stilikone: Jacqueline Kennedy, 1963 (1)

Eine Stilikone: Jacqueline Kennedy, 1963
(1)

Die Autoren rennen bei mir offene Türen ein. Und es wird wie immer sein: Diejenigen, die solche Bücher lesen sollten, tun es nicht. Wie unsere über 70jährigen Nachbarn: Sie immer mit roten Käppi, manchmal im Top wie ein Teenie, darüber ein Holzfällerhemd, welches vier Nummern zu groß ist, Jeans-Shorts. Er rennt im Feinripp durchs Haus. Die Autorin nennt so ein Outfit wohlwollend *Kleidung für Leute, die sich nicht anpassen wollen.* Um das Kind beim Namen zu nennen: Kleidung für Asoziale, die sich nicht scheuen, Altpapier-Tonnen / – Eimer zu durchwühlen, ob sich nicht etwas über die Nachbarn erfahren lässt, die der Hausordnung den Stinkefinger zeigen; durchs ganze Haus rennen, um über Nachbarn zu lästern, um diese anzustrahlen, wenn sie denen begegnen und, und, und. Die sind so asozial wie sie aussehen. Mich wundert sehr, dass die anderen alten Damen hier im Haus, welche sich sehr um ihr Äußeres bemühen. zu denen Kontakt pflegen.

Oder eine Putzfrau, bei der mich der Schlag traf, als sie sich vorstellen kam: Mehr breit als lang, knappe Shirts und Leggings bis Bauchnabel. Ihr schlampiges Deutsch vervollständigte das Äußere. Ich habe mich schleunigst nach jemand anderem ungesehen.

So dürfte der Normal-Mensch immer overdressed sein. Obwohl mir das vordere graue Kostüm gut gefällt und ich mich vorstellen kann, im Alter im Chanel-Jäckchen rumzulaufen. (2)

So dürfte der Normal-Mensch immer overdressed sein.
Obwohl mir das vordere graue Kostüm gut gefällt und ich mich vorstellen kann, im Alter im Chanel-Jäckchen rumzulaufen. (2)

Ich kann es also nur bestätigen, dass ein schlampiges Äußeres auf ein schlampiges Inneres schließen lässt. Ich habe noch an keinem Erwachsenen erlebt, dass derjenige, der standardmäßig Jeans und T-Shirt (oder noch schlimmer) trägt, etwas taugt. Niveau null, meistens ein ausladendes Vokabular. Ich habe es noch nie anders erlebt. Aber ich weigere mich, den Rat der Autoren zu befolgen und mich zumindest einem Teil des Hauses anzupassen. (Wie mein Orthopäde immer in einem anderen Zusammenhang sagte:* Nicht du musst runterkommen, sondern die anderen müssen sich strecken.*)
Bei normalen Anlässen sollte man den Rat des Sich-Anpassens durchaus befolgen, möchte man nicht unangenehm auffallen. Was auch mit Over-Dressing funktioniert, legendär ist der Auftritt meiner beiden Cousins bei einer Beerdigung, als sie komplett overdressed, Sonnenbrillen auf, im Cabrio herangerauscht kamen. Das war vor 15 Jahren und wenn ich an den Anblick denke, hoffe ich, dass es noch weitere 15 Jahre dauert, bis ich sie wieder sehe. Mindestens.

Genau wie die Autoren ganz richtig herausstellen, dass das Image Kontrolle umfasst und ein einziger Augenblick alles zerstören kann. Wie diese Woche, als meine aktuelle Putzfrau, ich hatte vom Stil her einen guten Eindruck von ihr, bis sie verkündete, dass man *Schokolade frißt und dann ist sie weg.*. Ich musste schlucken.

Auch wenn sich das beliebte Wörtchen *Klo* durchgesetzt hat, es ist inzwischen in Kinderbüchern zu finden und im Schwimmbad fragen die Eltern die Kinder ganz selbstverständlich, ob sie noch einmal aufs Klo müssen, sollte man es vermeiden. Was darin ausartete, dass eine Kollegin mich (in den Räumen einer Versicherungsgesellschaft!) fragte, wo denn das Klo wäre. Unsere Vorgesetzten wirkten konsterniert. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie mir ein solches Vokabular nie beigebracht haben. Jemand, der eine solche Sprache benutzt, den definiere ich nicht als hochklassig. Nicht einmal als Mittelklasse. Es ist wie bei Eliza Doolittle aus My Fair Lady: Ein Ausrutscher, und man hat gezeigt, wer man wirklich ist.

Masken funtionieren nur temporär, man sollte sich nur vorsichtig an das gewählte Image anpassen. _____ High School-Produktion des Musicals My Fair Lady, Szene „Wouldn’t it be loverly?“ (3)

Masken funtionieren nur temporär, man sollte sich nur vorsichtig an das gewählte Image anpassen.
_____
High School-Produktion des Musicals My Fair Lady, Szene „Wouldn’t it be loverly?“ (3)

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man erst einmal definieren muss, was man sein möchte und wie man gesehen werden möchte. Im Internet ist mir das egal, ich kenne die Leute nicht, oder nur sehr oberflächlich und was sie über mich denken oder nicht denken, ob sie mich mögen oder nicht, ist mir egal. Die Meinung der Prollis hier im Haus ist ebenfalls nicht relevant. In dem Buch wird öfter das Strauß-Zitat *Everybody`s darling is everybody`s Depp* zitiert. Es gibt vielleicht drei Leute im ganzen Internet, deren Meinung mir wichtig ist.

Meine persönliche Stilikone, ich finde sie einfach großartig: Iman. (4)

Meine persönliche Stilikone, ich finde sie einfach großartig: Iman.
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Anders ist das natürlich bei Leuten, die mir wichtig sind, seien es Bekannte oder Freunde. Wobei auch dort die Regel *Umgib dich mit Idioten und du wirst zum Idioten* gilt. Oder, wie ich es anwende: *Umgib dich mit den Leuten, die so sind, wie du sein willst.* Beim Tennis sucht man sich schließlich auch gleichwertige bis bessere Partner. Einige Vorschläge der Autorin dürften bei den meisten am Geldbeutel scheitern, wie der, dass man vorab die Wahl des Wohnortes vom erwünschten Image abhängig machen sollte. Wir hatten hier, (vor ein paar Jahren, ich verfolge das nicht mehr) einmal den dritthöchsten Mietspiegel Deutschlands im Ort. Was die Prollis leider nicht davon abgehalten hat, sich hier niederzulassen. Ich stimme sogar zu, dass meine Nachbarn mir gegenüber meinen Bekannten hochgradig peinlich sind. (Mein persönlicher Albtraum ist, dass ein Bekannter kommt und meine *geliebte* Nachbarin ihre Wohnungstüre öffnet und den Blick auf die gespannten Wäscheleinen im Flur freigibt. Besonders schön, wenn gerade Unterhemden-Tag war.) Ich beneide durchaus die Einwohner der wunderschönen Häuser rund um das (Frankfurter) Städel, die herrlich und zentral wohnen, und mit solchen Prollis nichts zu tun haben. Nur dürfte eine Wohnung dort an die Millionengrenze gehen. Soviel zur *richtigen* Wohngegend. Wobei meine Eltern auch in einer sehr exklusiven Gegend wohnen und dort Gespenster rumlaufen.

Insgesamt hat der Gedanke, dass man ein Image-Ziel für sich definieren und darauf hinarbeiten sollte, etwas für sich.

Fazit

Das Buch zeigt sehr gut auf, wie wichtig es ist, gut angezogen zu sein. Gut finde ich, dass zwischen sechs verschiedenen Bekleidungstypen unterschieden wird und diese genau erklärt werden. Genau wie, was zu welchem Anlass zu tragen ist. Es wird auf die verschiedenen Branchen eingegangen und welche Fallstricke dort lauern. Sehr wichtig finde ich die Kapitel, dass man sich selbst erst einmal definieren muss, bevor man ans Einkaufen geht. Und, was man unterlassen sollte, wie z.B. Facebook, welches ich ohnehin eher für ein Unterschichten-Phänomen halte.

Stilexpertin Elisabeth Motsch ist die Spezialistin für den Erfolgsfaktor Kleidung und Umgangsformen. Sie arbeitet als Trainerin für nationale und internationale Unternehmen und begleitet Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft auf ihrem Weg nach oben. Die Toprednerin ist auf Kongressen sowie Veranstaltungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich Vortragende und gibt ihr Wissen auch als Lehrbeauftragte an der Steinbeis-Hochschule Berlin im Studiengang Professional Speaker GSA weiter. Durch ihre hohe Expertise ist sie eine gefragte Expertin in Radio und Print.

Der Politologe Jon Christoph Berndt® ist Markenexperte, Management-Trainer und Keynote-Speaker sowie Inhaber der brandamazing Markenberatung. Er ist Initiator der Best Human Brands Awards, Dozent an der Universität St. Gallen und Lehrcoach an der Asgodom Coach Akademie; außerdem Mitglied der GSA German Speakers Association und Lehrbeauftragter an der Steinbeis-Hochschule Berlin im Studiengang Professional Speaker GSA.Darüber hinaus ist er Markenexperte in TV, Radio und Print.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Goldegg Verlag (8. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3902991917
ISBN-13: 978-3902991911
Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 2 x 21 cm

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(1) „JBK In Ft Worth (11-22-63)“ von Cecil W. Stoughton – http://mcadams.posc.mu.edu/images/jackie2.htm. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:JBK_In_Ft_Worth_(11-22-63).jpg#/media/File:JBK_In_Ft_Worth_(11-22-63).jpg
(2) „Chanel Haute Couture Fall-Winter 2011“ von Haute Couture News – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chanel_Haute_Couture_Fall-Winter_2011.jpg#/media/File:Chanel_Haute_Couture_Fall-Winter_2011.jpg
(3) „My fair Lady 291158637“ von Anna from Eagle, WI, USA, upload by Herrick – Wouldn’t it be Lovely?. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:My_fair_Lady_291158637.jpg#/media/File:My_fair_Lady_291158637.jpg
(4) „Iman Abdulmajid“ von David Shankbone – File:Iman and David Bowie at the premiere of Moon.jpg. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Iman_Abdulmajid.jpg#/media/File:Iman_Abdulmajid.jpg

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