Sie haben noch nie etwas vom Stummelfußfrosch gehört? Oder dem Sumatra-Nashorn? Gut möglich, dass Sie auch nie von ihnen hören werden, denn sie sind dabei auszusterben. Wir erleben derzeit das sechste sogenannte Massenaussterbeereignis: In einem relativ kurzen Zeitraum verschwinden ungewöhnlich viele Arten. Experten gehen davon aus, dass es das verheerendste sein wird, seit vor etwa 65 Millionen Jahren ein Asteroid auf der Erde einschlug, mit den bekannten Folgen für die Dinosaurier. Doch dieses Mal kommt die Bedrohung nicht aus dem All, sondern wir tragen die Verantwortung.

Wie keine andere Gattung zuvor haben wir Menschen das Leben auf der Erde verändert. In ihrem New York Times-Bestseller erklärt uns Elizabeth Kolbert, wie das geschehen konnte: Sie spricht mit Geologen, die verschwundene Ozeane erforschen, begleitet Botaniker, die der Waldgrenze in den Anden folgen, und begibt sich gemeinsam mit Tierschützern auf die Suche nach den letzten Exemplaren gefährdeter Arten. Sie zeigt, wie ernst die Lage ist, und macht uns zu unmittelbaren Zeugen der dramatischen Ereignisse auf unserem Planeten.

Die Arktische Weide wird ca. 15 cm hoch, die jungen Blätter sind reicher an Vitamin C als Orangen. *Plötzlich wird einem klar, dass man in einem Wald herumläuft* (Barry Lopez, Schriftsteller, S.156) (1)

Die Arktische Weide wird ca. 15 cm hoch.
*Plötzlich wird einem klar, dass man in einem Wald herumläuft* (Barry Lopez, Schriftsteller, S.156)
(1)

So ganz konnte mich das Buch nicht überzeigen. Das lag vor allem daran, dass es lange Abschnitte gab, in denen das Aussterben der Dinosaurier beschrieben wird, was mich weniger interessiert. Dass der Meteorit in Mexiko auf die Erde prallte, zwei Minuten später die Dinos in Alberta verbrannten und herauf wirbelnde Partikel die ganze Erde in Brand setzten, mag Geologen interessieren, mich weniger. Wobei ich beim Lesen bemerkte, dass mich das ganze Thema nicht wirklich interessierte.

Panama-Stummelfußfrosch (Atelopus zeteki) (2)

Panama-Stummelfußfrosch (Atelopus zeteki)
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Ein Nashorn ist für mich erst einmal ein Nashorn, und ob es von den Java-Nashörnern nur noch gut 50 Stück gibt, interessiert mich wenig, solange es noch genug an anderen Orten gibt. Der Panama-Stummelfußfrosch ist wenigstens noch niedlich und Korallen ganz hübsch. Wobei es sicherlich nicht gut wäre, wenn Fledermäuse nicht mehr Pflanzen bestäuben würden oder die Tier-/Pflanzenart, welche gegen Krebs wirken würde, bereits ausgestorben wäre.

Lophelia-Riff (3)

Lophelia-Riff
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Das Buch ist flüssig geschrieben und beinhaltet Ortsbeschreibungen.

Fazit

Wenn man sich dafür interessiert, ist es ein sehr gutes Buch.

Elizabeth Kolbert, geboren 1961, ist Journalistin und Autorin. Sie schrieb unter anderem für die New York Times, seit 1999 arbeitet sie für das angesehene Magazin The New Yorker. Für ihre Reportageserie The Climate of Man erhielt sie 2006 den National Magazine Award in der Kategorie Public Interest. 2015 wurde sie für Das sechste Sterben – Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie Sachbuch ausgezeichnet.

Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (31. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518424815
ISBN-13: 978-3518424810
Originaltitel: The Sixth Extinction: An Unnatual History
Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 2,4 x 22,1 cm

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(1) „Ivaarctos1“ von Denis Anisimov/Денис Анисимов – http://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A4%D0%B0%D0%B9%D0%BB:Ivaarctos1.jpg. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ivaarctos1.jpg#/media/File:Ivaarctos1.jpg
(2) „Atelopus zeteki (2)“ von TimVickers – Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Atelopus_zeteki_(2).jpg#/media/File:Atelopus_zeteki_(2).jpg
(3) MAREANO/Institute of Marine Research, Norway – MAREANO/Institute of Marine Research, Norway

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