Von den frühen Schriftkulturen des Alten Orients über die Schriftsysteme der Maya und Azteken bis zum lateinischen Alphabet stellt Martin Kuckenburg die wichtigsten Schriften der Alten und Neuen Welt vor: in ihrer Zeichenvielfalt, ihren unterschiedlichen Strukturen und Besonderheiten. Wie hat sich die jeweilige Schrift entwickelt? Und was bedeutete das für die verschiedenen Gesellschaften? Die ›Sprache für das Auge‹, wie Arthur Schopenhauer die Schrift bezeichnete, hat der menschlichen Kultur ungeahnte Möglichkeiten eröffnet: Sie schuf nicht nur einen vom menschlichen Gedächtnis unabhängigen Informationsspeicher, sondern machte die Verständigung und den geistigen Austausch zwischen den Menschen auch von einer persönlichen Begegnung unabhängig. In eindrucksvollen Bildern zeigt der Band die Schönheit der Schriften auf ganz unterschiedlichen Trägermaterialien. Und erzählt die spannende Entdeckungs- und Entzifferungsgeschichte von Hieroglyphen & Co.

Für mich neben dem Arabischen die schönste Schrift: Die singhalesische Schrift (සිංහල හෝඩිය, siṁhala hōḍiya)

Für mich neben dem Arabischen die schönste Schrift: Die singhalesische Schrift (සිංහල හෝඩිය, siṁhala hōḍiya)

Das Buch lässt keinerlei Wünsche offen, sieht man davon ab, dass die Entwicklung der singhalesische Schrift (සිංහල හෝඩිය, siṁhala hōḍiya) oder überhaupt der indischen Schriften nicht angesprochen werden. Was sicherlich ein Spezialinteresse meinerseits ist, und das auch nur, weil ich sie so hübsch finde.

Ansonsten kommt man voll auf seine Kosten, die Entwicklung der altorientalischen Schriften werden ausführlich besprochen, die der amerikanischen Ureinwohner, die chinesische, japanische, koreanische, arabische, hebräische und natürlich unsere.

Nicht ganz einleuchten möchte mir die Theorie, dass sich das Arabische aus der Kultur der Nabatäer entwickelt hat. Waren die nicht kulturell mit Griechenland verflochten? Jedenfalls sieht auch die Schrift so aus.

Inschrift an einem Felsen in Petra (1)

Inschrift an einem Felsen in Petra
(1)

Das Buch ist prachtvoll bebildert, sodass man sich ein Bild von dem im Text besprochenen machen kann, auf jeder Seite befindet sich mindestens ein Bild.

Geradezu vorbildlich übersichtlich ist das Quellenverzeichnis, welches nach Kapitel geordnet ist.

Fazit

Für den Laien leicht verständlich zu lesen, führt das Buch gut verständlich in die Geschichte der Schrift ein. Auch einfach blättern und die Abbildungen genießen, macht sicherlich Spaß.


Martin Kuckenburg ist Wissenschaftsjournalist und Autor zahlreicher archäologischer und historischer Sachbücher.

Verlagsseite mit Probe

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Theiss, Konrad (1. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380622627X
ISBN-13: 978-3806226270
Größe und/oder Gewicht: 23 x 2,5 x 29,6 cm

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(1) „Petra Jordan BW 5“ von Berthold Werner – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Petra_Jordan_BW_5.JPG#/media/File:Petra_Jordan_BW_5.JPG

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