Die Drei Brüder – so heißen drei Rubine aus den Kronjuwelen Elisabeth I., die über Jahrhunderte hinweg immer wieder den Besitzer wechseln, bis sich ihre Spur endgültig im viktorianischen London verliert. 150 Jahre später will Katharine Sterne das wertvolle Geschmeide wiederfinden. Ihre besessene Suche führt sie nach Istanbul und Diyarbakir, London und Japan, und mit ihr taucht der Leser ein in die verschiedensten Schauplätze und Kulturen, in ferne Zeiten und düstere Vergangenheit. Meisterhaft erzählt Tobias Hill in seinem atmosphärisch ungemein dichten Roman von Gier und Ehrgeiz, von trügerischer und wahrer Liebe – aber auch von der Schönheit der Edelsteine, die die Menschen seit Jahrtausenden in ihren schicksalhaften Bann schlägt.

Rubin aus Jegdalek, Afghanistan (1)

Rubin aus Jegdalek, Afghanistan (1)

 

Eines vorweg: In der Liste großer oder berühmter Rubine tauchen die *Drei Brüder* nicht auf, und ich konnte auch keinen Hinweis finden, dass die Steine von dem Gewand Elisabeths I. (siehe Cover) je eine besondere Rolle gespielt haben. Wobei gleich auf der ersten Seite des Buches erzählt wird, dass es keine echte Rubine sind, sondern nur Balas-Rubine, also billige Imitate. Aber auch dort gibt die Liste berühmter Steine nichts her.

Das Buch erzählt abwechselnd die Geschichte zweier sephardischer Brüder aus dem Irak, welche im prä-viktorianischen London ihr Glück suchen und von Katherine Sterne, welche sich zu Rubinen hingezogen fühlt und die Drei Brüder sucht. Die Einschübe aus vergangenen Zeiten empfand ich als störend, während ich mich bei Katherines Suche wohl gefühlt habe. Zumindest, bis sie nach Japan kommt, denn dann fällt die Erzählung rapide ab.

Die Hauptfigur ist nicht unbedingt sympathisch, sie hat mich sogar trotz ausführlicher Biographie recht kalt gelassen, aber die Suche über Kontinente hatte etwas.


Fazit

Das Buch hat mir sehr gut gefallen – bis auf den Schluss. Ich kann gar nicht sagen, woran es liegt, aber mit dem Betreten japanischen Bodens flachte die Geschichte für mich ab und die letzte Bekanntschaft wirkte unglaubwürdig. Letztendlich tauchten immer die richtigen Leute zur richtigen Zeit auf, aber in Japan wurde es zu auffällig.

Tobias Hill, geboren 1970, veröffentlichte Gedichtbände, Erzählungen und fünf Romane und wurde von Times Literary Supplement zu einem der besten jungen britischen Autoren erklärt. Nach »Der Kryptograph« und »Verborgen« erscheint nun sein dritter Roman auf Deutsch. Tobias Hill lebt mit seiner Familie in London.

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten Verlag: C. Bertelsmann Verlag (21. September 2015) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3570100316 ISBN-13: 978-3570100318 Originaltitel: The Love of Stones Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 4,3 x 22,4 cm

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (21. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570100316
ISBN-13: 978-3570100318
Originaltitel: The Love of Stones
Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 4,3 x 22,4 cm

(1) „Corundum-22974“ von Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Corundum-22974.jpg#/media/File:Corundum-22974.jpg

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