Voller unbefriedigter Wünsche vegetiert die verschlossene, aber sinnliche Thérèse an der Seite eines kränklichen und törichten Ehemannes dahin. Als ihr dieser eines Tages seinen alten Schulfreund Laurent vorstellt, kommt es zu einer unerwarteten Entwicklung. Im Aufeinanderprall zweier zügelloser Temperamente entfesselt sich ein Drama von Ehebruch, Mord und Hysterie.
Für die Zeitgenossen war Zolas »Studie menschlicher Triebhaftigkeit« skandalös und faszinierend zugleich. Sie gilt heute als erster naturalistischer Roman, als Beginn einer neuen Epoche.

Künstler: Paul Cézanne Titel: Die Entführung Jahr: 1867 Maße: 90,5 × 117 cm Technik: Öl auf Leinwand Ort: Großbritanien Museum: Sammlung Keynes Land: Frankreich Epoche: Postimpressionismus

Künstler: Paul Cézanne
Titel: Die Entführung
Jahr: 1867
Maße: 90,5 × 117 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Ort: Großbritannien
Museum: Sammlung Keynes
Land: Frankreich
Epoche: Postimpressionismus

Ich wollte das Buch lesen, weil die Handlung laut einem Ausstellungskatalog zu den Gemälden *Die Entführung* und *Der Mord* angeregt haben sollen.

 Künstler: Paul Cézanne Titel: Der Mord Jahr: um 1870 Maße: 65 × 80 cm Technik: Öl auf Leinwand Ort: Liverpool Museum: Walker Art Gallery Land: Frankreich Epoche: Postimpressionismus

Künstler: Paul Cézanne
Titel: Der Mord
Jahr: um 1870
Maße: 65 × 80 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Ort: Liverpool
Museum: Walker Art Gallery
Land: Frankreich
Epoche: Postimpressionismus

Es mag zwar Gemeinsamkeiten geben, wie das Motiv des Fremdgehens und des Mordes, jedoch gibt es auch gravierende Unterschiede. Im Buch hat die Frau eine wesentlich passivere Rolle, die Handlenden entstammen einem anderen Milieu; das Mordopfer ist männlich und es wird ertränkt. Gemeinsamkeiten, wenn man sie sehen möchte, finden sich in der gemeinsamen Ausübung des Mordes.

Paul Cézanne (1839-1906) Eine moderne Olympia 1873-1874 Öl auf Leinwand H. 46; B. 55 cm © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski _____ Text im Buch: Der Künstler arbeitete ab einem Gemälde für die große Gemäldeausstellung, das eine nackte Bacchantin darstellte, hingebreitet auf einem Fetzen Stoff. Im Hintergrund des Ateliers lag ein Modell, eine Frau, den Kopf zurückgebeugt, den Körper gedreht mit hochgesteckter Hüfte. (S. 113/114)

Paul Cézanne (1839-1906)
Eine moderne Olympia
1873-1874
Öl auf Leinwand
H. 46; B. 55 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d’Orsay) / Hervé Lewandowski
_____
Text im Buch:
Der Künstler arbeitete ab einem Gemälde für die große Gemäldeausstellung, das eine nackte Bacchantin darstellte, hingebreitet auf einem Fetzen Stoff. Im Hintergrund des Ateliers lag ein Modell, eine Frau, den Kopf zurückgebeugt, den Körper gedreht mit hochgesteckter Hüfte. …
Laurent hatte sich ihr gegenübergesetzt, betrachtete sie beim Rauchen und Plaudern mit seinem Freund.
(S. 113/114)

Das Buch selbst konnte mich nicht überzeugen. Der Schwerpunkt der Handlung liegt auf dem Geschehen nach der Tat, dass die beiden Mörder ihre Tat nicht verarbeiten können und sich immer mehr in Horrorvisionen verrennen. Der grausamste Teil ist der der Stief-/Schwiegermutter, die nach einem Schlaganfall zum Schweigen verdammt ist und mit dem Schrecken leben muss, dass sie mit zwei Mördern unter einem Dach lebt und dass sie nichts unternehmen und auf die beiden angewiesen ist.

Zola beschreibt sehr gut, was in den Figuren vorgeht und wie sie immer weiter abstürzen. Der Erzählstil ist für heutige Verhältnisse nur extrem indirekt, sodass man sich Vieles denken muss. Das schafft zwar eine gewisse Freiheit, sorgt aber auch dafür, dass die Figuren dem Leser nicht sehr nahe kommen.

Fazit

Ich würde das Buch kein zweites Mal lesen, aber den Absturz der Charaktere zu verfolgen, war durchaus interessant.


Émile Zola, am 2. April 1840 in Paris geboren, fiel durchs Abitur, wurde Dockarbeiter, war später im Verlag Hachette tätig und ab 1865 Journalist. Als Kunstkritiker förderte er Manet und die Impressionisten. 1898 trat er mit seiner Schrift ›J‘accuse‹ gegen die Verurteilung von A. Dreyfus auf und mußte für ein Jahr ins Exil nach England. 1899 kehrte er, amnestiert und gefeiert, nach Frankreich zurück. Dort starb er am 29. September 1902. Mit seinem Hauptwerk, dem zwanzigbändigen Romanzyklus ›Les Rougon-Macquart‹, erschrieb Zola sich seinen Ruf als bedeutendster europäischer Autor des Naturalismus.

Titel: Therese Raquin AutorIn: Emile Zola Verlag: dtv Format: Taschenbuch Seiten: 272 Erscheinungsdatum: 17.06. 2008 Genre: Klassiker

Titel: Therese Raquin
AutorIn: Emile Zola
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seiten: 272
Erscheinungsdatum: 17.06. 2008
Genre: Klassiker

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