Partylust und Lebensfrust.

Auf Dauer einen Platz in New Yorks High Society zu behaupten, ist ein aufreibender Fulltimejob. Wer wüsste das besser als Pauline Manford? Diszipliniert unterwirft sie sich und ihr Leben dem Diktat der besseren Kreise: trainiert körperliche und mentale Fitness, pflegt die richtigen Kontakte und ein wohldosiertes soziales Engagement. Alles ist gut, solange der Terminkalender voll ist. An mehr als einen leichten Dämmerschlaf ist in diesem lärmenden Partygetöse nicht zu denken, denn wer schläft, sündigt nicht – und wer nicht im Gespräch bleibt, ist schnell so langweilig wie der Trend der vorletzten Saison …

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Mit dem Buch hatte ich meine Probleme. Das lag einfach dran, dass es genau so langweilig ist, wie das dargestellte Leben. Das ist von der Autorin sicherlich so gewollt gewesen, es macht das Lesen aber recht anstrengend. So heitern die kleinen Gemeinheiten und Oberflächlichkeiten, so schafft es Pauline gleichzeitig Vorsitzende eines Vereins zur Förderung für mehr Kinder und einem anderen für mehr Geburtenkontrolle zu sein, umso mehr auf.

Das beschriebene Leben erinnerte mich an Artikel wie Wo Männer ihren Frauen Boni zahlen und Über den weißen Volksstamm auf der Insel Manhattan, wobei sicherlich sowohl das Bich als auch die Zeitschriftenartikel das normale Leben im Zerrspiegel zeigen. Dass die Frauen zu Hause bleiben, und sich um ihr Aussehen und die Kinder kümmern, ist schließlich normal. Das ist schließlich zum beiderseitigen Nutzen, die Männern erhalten im Gegenzug vorzeigbare Frauen und wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind.

Fazit

Das Buch zeigt das Leben, so langweilig, wie es eben ist. Würde man ein Buch übe rmich oder mir andere bekannte Frauen schreiben, käme so viel anderes nicht dabei heraus. Mit dem Unterschied, dass ich jeder von ihr zutraue, sich selbst zu beschäftigen.

Leseprobe

Edith Wharton (1862–1937) war ein Kind der Upperclass von New York, deren gesellschaftliche Zwänge ihr literarisches Lebensthema wurden. Sie veröffentlichte zahlreiche enorm erfolgreiche Romane. 1921 wurde die Autorin mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 1923 mit der Ehrendoktorwürde der Universität von Yale, beide Male als erste Frau.

 Mit Nachwort von Verena Lueken Originaltitel: Twilight Sleep Originalverlag: Scribner Aus dem Amerikanischen von Andrea Ott Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten, 11,8 x 18,7 cm ISBN: 978-3-442-74960-7 € 11,99 [D] | € 12,40 [A] | CHF 16,50 * (* empf. VK-Preis)

Mit Nachwort von Verena Lueken
Originaltitel: Twilight Sleep
Originalverlag: Scribner
Aus dem Amerikanischen von Andrea Ott
Taschenbuch, Broschur, 320 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-442-74960-7
€ 11,99 [D] | € 12,40 [A] | CHF 16,50 * (* empf. VK-Preis)

(1) gemeinfrei
Das hier abgebildete Plakat (ohne Kennzeichnung der Druckerei) in den Maßen circa 119,7 x 84,3 cm, aufgrund kleiner Altersfehler im Jahr Oktober 2015 angeboten für lediglich noch 8.500,– Euro, entwarf der Künstler Jupp Wiertz in den Jahren um 1926/27 für das seinerzeit in Karlsruhe ansässige, zeitweilig Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik F. Wolff & Sohn genannte Kosmetikunternehmen. Die Darstellung gilt als einer der Höhepunkte im Schaffen des Grafikers, ja der damaligen Plakatkunst überhaupt. Die Botschaft unter dem Titel „Das Parfüm dieses Winters – Vogue“ stellt weniger auf das in einem edlen Flakon präsentierte Parfüm ab als mehr auf das Lebensgefühl und dessen eleganten Ausdruck in der dargestellten, trotz des Winters nur leicht bekleideten jungen Dame der Goldenen Zwanziger Jahre – zumindest für die Glücklichen, die sich diesen Luxus nach der Deutschen Hyperinflation denn leisten konnten …

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