Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Ein Challah-Brot, Rezepte findet man hier.

(1) Ein Challah-Brot, Rezepte findet man hier.

Es ist das erste Mal, dass ich ein Buch, welches ich für außergewöhnlich gut halte, abbreche. Ich mag die Bücher von Picoult sehr, weil sie immer wieder interessante Fragen aufwerfen und eingängig, aber nicht simpel, geschrieben sind.
Der Grund, warum ich dieses Buch abgebrochen, und, um ganz klar zu sagen nie angefangen hätte zu lesen, ist die Thematik, welche im Klappentext nicht erwähnt wird: Nationalsozialismus im Allgemein und das Warschauer Ghetto im Speziellen.

In der Schule sind wir von der 5. bis zur 13. Klasse mindestens einmal im Jahr (Man beachte das Wort *mindestens*!) gequält worden. Irgendeine Bloggerin (Kindergärtnerin) konnte nicht verstehen, dass die Eltern auf die Barrikaden gegangen sind, weil sie das Thema schon bei den unter 6jährigen auf die Agenda setzen wollte. Dass solche Knallfrösche auf Kinder losgelassen werden, macht mir Angst. Und ich werde mich nie wieder mit diesem Thema beschäftigen. Zumal das Thema es für mich so historisch ist wie Kaiser Nero.

Und damit komme ich zum Buch: Mit dem ersten Teil konnte ich noch leben: Eine jüdische Bäckerin lernt einen älteren Mann kennen, welcher in seiner Jugend bei der Waffen – SS war. Seine Kindheitserinnerungen waren gut beschrieben, gerade auch die Differenzen zu seinem Bruder, der dem Regime schon als Kind recht kritisch gegenübersteht. Allerdings ist dies auch der Teil, in welchem man am ehesten merkt, dass man keine Hochliteratur in den Händen hält. So einfach sind die Figuren geschildert, zu platt ihre Charakterzüge.

Aufgegeben habe ich im zweiten Teil, nachdem nicht absehbar war, dass die Schilderungen aus dem Warschauer Ghetto (im Buch herrscht die seltsame Schreibweise Getto vor) irgendein Ende fanden. Auch hier gilt: Sehr eindrücklich geschrieben, aber hätte im Klappentext gestanden, worauf ich mich einlasse, hätte ich mich auf das Buch nicht eingelassen.

Fazit

Für Leser, die sich gerne in der deutschen Geschichte wälzen wie die Schweine im Dreck, ist das Buch bestens geeignet. Ich hätte allerdings aufgrund des Klappentextes dies nicht erwartet und auch nicht angefangen, das Buch zu lesen, wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt.

Leseprobe

 Originaltitel: The Storyteller Originalverlag: Emily Bestler Books / Atria Books (Simon & Schuster), New York 2013 Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel Deutsche Erstausgabe Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 13,5 x 21,5 cm ISBN: 978-3-570-10217-6 € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Originaltitel: The Storyteller
Originalverlag: Emily Bestler Books / Atria Books (Simon & Schuster), New York 2013
Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel
Deutsche Erstausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-10217-6
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

(1) „Challah Bread Six Braid 1“ von Aviv Hod – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Challah_Bread_Six_Braid_1.JPG#/media/File:Challah_Bread_Six_Braid_1.JPG

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