Norbert Huse erzählt von den Herausforderungen, die eine Stadt im Wasser an Architekten und Bauherren stellt. Welche besonderen Bedingungen sind zu beachten, wie hat Venedig mit seinen bedeutenden Palästen, Brücken und Plätzen die Gestalt angenommen, die wir heute sehen? Von der Renaissance bis zur Gegenwart wird die beeindruckende Entwicklung Venedigs nachvollzogen und erläutert. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den Text. Von den Adelspalästen am Canal Grande über die zahlreichen Plätze im Inneren der Stadt bis hin zum sozialen Wohnungsbau – vor den Augen des Lesers breitet sich ein faszinierendes Spektrum an Bautätigkeiten der unterschiedlichsten Art aus. Das Stadtbild ist nicht nur von künstlerischem Ehrgeiz geprägt, sondern auch Ausdruck sich wandelnder gesellschaftlicher Ambitionen und Konflikte.

Öströisch und islamisch geprägt: San Marco.

Öströmisch und islamisch geprägt: San Marco.

Das Schwierige an dem Buch ist, dass es seinem Titel nicht gerecht wird. Ich habe wegen des Titels ein Buch erwartet, welches auf die speziellen Bautechniken, welche in Venedig sicherlich nötig waren, eingegangen wird. Auch ist es problematisch, dass die Zeichnungen und Bilder häufig nicht mit dem Text korrespondieren, oft ist es so, dass man über ein Gebäude liest und 2-3 Seiten später ein Bild folgt. Auch hätte ein vollständiger Stadtplan dem Buch gutgetan, denn häufig ist von Vierteln die Rede, welche nicht als Karte dargestellt worden sind.

Das wäre alles noch zu verschmerzen, aber was überhaupt keine in dem Buch Rolle spielt, ist der große Witz an San Marco (und letztendlich Venedig überhaupt): Der islamische und byzantinische Einfluss, Einflüsse, welche sich bis nach Kairo und Isfahan verfolgen lassen, spielen in dem Buch gar keine Rolle. Wer das Buch liest, könnte glauben, dass die venezianische Architektur originär europäisch wäre. Man vergleiche einfach mal die Porta de Fiore (Ich habe leider keine coyrightfreien Bilder gefunden) mit gemauerten Fenstern aus Isfahan oder dem Mauerwerk der Kairoer Ibn Kulun Moschee.

Stattdessen ist mir hängen geblieben, dass Venedig einen extrem starken Handelskontakt nach Deutschland gehabt hätte und die deutschen Händler nachts im Arsenal eingeschlossen wurden. Ein Blick auf die Karte zeigt deutlich, dass eher die Levante eine wichtigere Rolle als Handelspartner hatte als Deutschland.

Fazit

Der Buchtitel und der Inhalt passen für mich nicht zusammen.

Norbert Huse (* 16. Dezember 1941 in Gotha; † 1. Juni 2013 in München) war ein deutscher Kunsthistoriker. Er war von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2007 Ordinarius für Kunstgeschichte an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München.
Wikipedia

Taschenbuch: 251 Seiten Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (27. August 2013) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3406548210 ISBN-13: 978-3406548215 Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2 x 19 cm

Taschenbuch: 251 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (27. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406548210
ISBN-13: 978-3406548215
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2 x 19 cm

(1) „Venedig Basilika“ di Andreas Volkmer – Opera propria. Con licenza Pubblico dominio tramite Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Venedig_Basilika.jpg#/media/File:Venedig_Basilika.jpg

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