Nämlich Krimis lesen. Ich habe früher einmal gerne Thriller und Kriminalromane gelesen. Mit den Drei Fragezeichen habe ich richtig lesen gelernt, alle Bücher der Reihe habe ich gelesen. Aber inzwischen reiht sich ein Fehlgriff an den nächsten.

Selbst Autoren wie Tana French, denen ich immer vertrauen konnte, schreiben inzwischen Mist. Meine Lieblingskrimi-Autoren (Robert Goddard, Sarah Rayne, Charles Todd, Andrew Taylor und Jane Stanton Hitchcock) werden nicht mehr ins Deutsche übersetzt und ich traue mir nicht zu, diesen komplexen Romanen auf Englisch folgen zu können. C.J. Sansom schriebt alle Jubeljahre mal ein Buch. Bleiben noch Wilkie Collins, dessen Vorrat auch endlich ist, und die Autoren der Dumont-Krimireihe, allen voran John Dickson Carr. Die Dürrenmatt – Krimis liegen hier noch herum, sicherlich auch gut.

Aber ansonsten: Fehlgriffe. Möglichst authentisch (Übersetzung: Fäkalsprache) und möglichst brutal. Unvergessen ist mir eine Szene, in welcher die Leiche bis in kleinste Einzelheiten beschrieben worden ist. Ich empfinde neben Ekel nur Unlust, mich damit auseinanderzusetzen. Wer hier länger mitliest weiß, dass ich mich eine Zeitlang sehr intensiv mit der Antisozialen Persönlichkeitsstörung (Psychopathie) auseinandergesetzt habe. Auch wenn Otto-Normal-Psychopath mit Fälle wie Ted Bundy so viel zu tun hat wie jeder andere, gibt es eben die ganz harten Fällen. Und irgendwann wurde mir beim Lesen wie von *Das Schloss* klar, dass dies keine Fiktion ist, sondern dass es solche kranken Geister tatsächlich gibt. Ich habe Gewalt nie als unterhaltsam empfunden, aber seitdem kann ich solche Bücher endgültig nicht mehr lesen.

Und damit fallen gefühlte 90% der neu veröffentlichten Krimis raus. Der Rest teilt sich auf in *Spricht mich nicht an* und *Zu doof*, letzteres meistens von deutschen Autoren, Schnittmengen nicht ausgeschlossen. Die einzige Reihe, die ich noch mag, ist die Jack-Reacher-Reihe, wobei auch dort die Qualität auch sehr schwankend geworden ist.

Ich werde dem Krimi-Genre daher weitestgehend Ade sagen. Die Bücher, die ich noch habe, werde ich nach und nach lesen, neue, egal ob gekauft oder als Rezensionsexemplare, kommen nicht mehr dazu. Sieht man von den Vorbestellungen für Juni ab, die ich Gewühl der Amazon-Bestellungen nicht mehr finde.

3
Screenshot aus: Das Testament des Sherlock Holmes.

Wenn ich einen wirklich spannenden Krimi erleben möchte, dann muss ich auf Adventures ausweichen: The Lost Crown, Sherlock Holmes vs. Jack the Ripper, aktuell spiele ich Still Life – die wirklich gut durchdachten Krimihandlungen kenne ich nur noch in Form von Spielen. Schade, aber offensichtlich sind die wirklichen Erzähltalente zur Spieleindustie abgewandert.

Advertisements