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Äthiopien ein Land voller Kontraste. Seine atemberaubenden Landschaften und sagenhaften Hochkulturen bilden den Rahmen für eine Jahrtausende alte Zivilisation. Imposante Sehenswürdigkeiten wie die geheimnisvollen Felsenkirchen von Lalibela und die mystischen Stelen von Aksum sind weltberühmt und zählen zu unserem kulturellen Erbe. Spätestens seit der Entdeckung von Lucy wissen wir, dass sich hier die Wiege der Menschheit befand. Hier breitete sich seit Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. die aus Südarabien kommende Hochkultur der Sabäer aus, hier entwickelte sich das antike Reich von Aksum. Das noch junge Christentum fasste in Äthiopien schnell Fuß und wurde früher als in fast allen anderen Ländern Staatsreligion. Mit dem Aufkommen des christlichen Mönchtums im frühen Mittelalter entstanden Kirchen und Klöster von einzigartiger Gestalt. Spannend und klar schreibt der promovierte Archäologe Klaus Dornisch über Archäologie, Geschichte und Kultur dieses facettenreichen Landes.

Die Salzpfannen des Dallols in der Danakil-Senke, ich empfehle für bessere Bilder die Google-Bildersuche. (2)

Die Salzpfannen des Dallols in der Danakil-Senke. Ich empfehle für bessere Bilder die Google-Bildersuche.
(2)

Das Buch ist faszinierend und macht traurig zugleich. Letzteres, weil es den kulturellen und die wunderschöne Landschaft vor Augen führt, ohne dass Äthiopien es schafft, daraus Kapital in Form von Touristen und damit Geld zu ziehen. Die Salzpfannen des Dallols sind einmalig auf dieser Erde und die Gegend könnte von sorgsamen Tourismus sicherlich sehr profitieren.

Das denke ich oft bei afrikanischen Ländern: Wegen der Bodenschätze, ihres kulturellen Reichtums und ihrer Landschaften könnten sie zu den wohlhabendsten Gegenden überhaupt gehören.

Bet Giyorgis (1)

Bet Giyorgis
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Das Buch bietet einen sehr guten Überblick über die geographischen Gegebenheiten des Landes und seine Geschichte. Angefangen bei Lucys Skelett , über die Geographie und Topologie, die Beziehungen zum südarabischen Raum über die Weihrauchstraße bis zum äthiopischen Juden- und Christentum. Erstes ist als einziges Judentum vor der Entstehung des Talmud anzusehen, weswegen die Äthiopier in Israel nicht als richtige Juden angesehen und entsprechend schlecht behandelt werden. Aber es sind tatsächlich Juden, auch wenn sie ohne Talmud auskommen und durch die Jahrtausende lange Isolation auch eigene Gebräuche entwickelt haben. Auch die äthiopische Kirche war eng mit Byzanz verbunden, bevor sie für sehr lange Zeit isoliert wurde.

 Die St. Maria von Zion-Kirche beherbergt nach Überzeugung der Tewahedo-Kirche die Bundeslade. Sie ist der wichtigste Kirchenbau der Tewahedo-Kirche. (3)


Die St. Maria von Zion-Kirche beherbergt nach Überzeugung der Tewahedo-Kirche die Bundeslade. Sie ist der wichtigste Kirchenbau der Tewahedo-Kirche.
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Lose ist sie der koptischen Kirche verbunden, hat aber über 50 Bücher im engeren und 81 Bücher im weiteren Kanon.

Das Buch ist voller sehr interessanter Fakten. Ein Wermutstropfen: Man wird, wie oft bei orthodoxen Kirchen, Stichwort Berg Athos, immer wieder darauf gestoßen, dass man als Frau die berühmte Karte gezogen und eigentlich minderwertig ist. Es macht keinen Spaß, dass man bei solchen Themen immer wieder daran erinnert wird.

Fazit

Das Buch bietet einen sehr guten Überblick über das Land. Wenn man sich für ein Thema stärker interessiert, kann man dies mit der angegebenen weiterführenden Literatur sicherlich gut. Bilder sind reichlich vorhanden, das Foto auf Seite 159 findet man exakt so auf Wikipedia, gut zu erkennen an dem Jungen mit dem orangenen Hoodie.

Der promovierte Archäologe Klaus Dornisch war von 1982 bis 2008 Leiter des Fachbereichs Archäologie und Kulturgeschichte am Bildungszentrum der Stadt Nürnberg, gleichzeitig Herausgeber der Nürnberger Blätter zur Archäologie und hatte an der Universität Erlangen-Nürnberg einen Lehrauftrag für antike Topographie inne. 1993 wurde er zum Korrespondierenden Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts ernannt.

Verlagsseite

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten Verlag: Verlag Philipp von Zabern in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (16. September 2015) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3805348673 ISBN-13: 978-3805348676 Größe und/oder Gewicht: 25,5 x 2,5 x 30,7 cm

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Verlag Philipp von Zabern in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (16. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805348673
ISBN-13: 978-3805348676
Größe und/oder Gewicht: 25,5 x 2,5 x 30,7 cm

(1) „Bet Giyorgis church Lalibela 01“. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bet_Giyorgis_church_Lalibela_01.jpg#/media/File:Bet_Giyorgis_church_Lalibela_01.jpg
(2) „Danakil 703“ von Rolf Cosar – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Danakil_703.jpg#/media/File:Danakil_703.jpg
(3) „Ark of the Covenant church in Axum Ethiopia“ von Adam Cohn – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ark_of_the_Covenant_church_in_Axum_Ethiopia.jpg#/media/File:Ark_of_the_Covenant_church_in_Axum_Ethiopia.jpg

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