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Nathaniel Philbrick erzählt die wahre Geschichte jener Ereignisse, die Herman Melville zu seinem Roman Moby Dick inspiriert haben: Im November 1820 wird der Walfänger Essex mitten auf dem Pazifik von einem Pottwal gerammt. Das Schiff kentert, doch die 20 Mann starke Besatzung kann sich auf drei kleine Beiboote retten. Knapp 4000 Kilometer westlich der südamerikanischen Küste beginnt für die Männer eine beispiellose Odyssee: Drei Monate lang segeln sie in offenen, notdürftig aufgetakelten Booten und ohne ausreichend Proviant über eine feindliche See – und stoßen dabei an die Grenzen ihrer Menschlichkeit.

Skizze von Thomas Nickerson zum Angriff eines Pottwals am 20. November 1820 auf die Essex (1)

Skizze von Thomas Nickerson zum Angriff eines Pottwals am 20. November 1820 auf die Essex
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Ein Buch, welches nicht nur vom Untergang der Essex erzählt, sondern von den Zufällen, an deren Ende das Buch *Moby Dick* steht:

1.) Der Angriff eines Pottwals auf die Essex, wobei die Tiere eigentlich recht friedlich sein sollen. Aber nicht, wenn es sich um ein paarungsbereites Männchen handelt, das eine Schule Weibchen in Gefahr sieht. Der gebrochene Unterkiefer aus der ersten Attacke stimmte den Angreifer auch nicht gerade freundlicher.
2.) Der Überlebenskampf der Crew auf der Suche nach Land.
(Siehe auch Wikipedia, Fotos der Protagoisten des Buches sind dort zu sehen.)
3.) Der weiße Wal Mocha Dick, welcher fünf Monate lang nicht zu erlegen war, bis er, wahrscheinlich von den ganzen Harpunen in seinem Körper geschwächt, gefangen werden konnte.
4.) Letztendlich heuerte Melville auf einem Schiff an, auf dem der Sohn des Überlebenden Chase ebenfalls seinen Dienst versah.

Ohne diese vier Faktoren, hätte es das Buch *Moby Dick* nie gegeben.

Eine Station des Leidesweges; Die Insel Henderson, Teil der Pitcain-Inseln, heute amerikanisches Staatsgebiet. (1)

Eine Station des Leidesweges: Die Insel Henderson, Teil der Pitcain-Inseln, heute britisches Staatsgebiet.
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Man erfährt viel über die kulturellen Bedienungen auf Nantucket (Quäkertum), welche einigen Überlebenden halfen, die unglaublichen Entbehrungen zu überwinden. Alle Informationen, die man bekommt, fokussieren sich auf die Essex – Medizin, Strömungslehre, Biologie, Religion, Kultur und Geschichte. So kommt es, dass der Leser am Ende des Buches sehr viel über die Medizin und Psychologie von extremen Hungern weiß.

Dabei wird der Tonfall nie marktschreierisch, nie verurteilend, nie schrill – auch nicht bei so schwierigen Themen wie das Zurücklassen von Matrosen auf einer abgelegenen Insel oder auch Kannibalismus.

Fazit

*Moby Dick* startet im Wettbewerb *Schlechtes Buch 2016*, *Im Herzen der See* konkurriert dagegen im Wettbewerb *Bestes Buch 2016*. Gute Chancen hat es. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Nathaniel Philbrick ist Direktor des Egan Institute of Maritime Studies und Mitglied der Nantucket Historical Association. Er ist ein leidenschaftlicher Segler und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern auf Nantucket. Für sein erstes Buch, „Im Herzen der See“, erhielt er den „National Book Award“.

Verlagsseite mit Leseprobe

 € 9,99 [D] € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis) Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-64536-3

€ 9,99 [D]
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)
Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-64536-3

(1) „Essex-01“ von Thomas Nickerson – http://www.papahanaumokuakea.gov/maritime/imgs_ships/two_brothers_14_nantucket_historical_association.jpg. Lizenziert unter PD-alt-100 über Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Essex-01.jpg#/media/File:Essex-01.jpg
(2) „Henderson01 AKK“ von Angela K. Kepler – Pacific Biodiversity Information Forum. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Henderson01_AKK.jpg#/media/File:Henderson01_AKK.jpg

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