Ja, ich bin wütend. Sehr wütend sogar. Wütend darüber, dass jemand den Unterschied zwischen einer Rezension und einer Nacherzählung nicht kennt. Inklusive Ende.

Es geht um Arthur Schnitzlers *Später Ruhm*. Ich hatte geplant, dass Buch als nächstes zu lesen. Unvorsichtigerweise klickte ich heute ein Rezensionsblog an, zumindest dachte ich bis heute, es wäre ein Rezensionsblog. *Buchnacherzählungsblog* trifft es wohl eher. Da wurde, ich schrieb es bereits, die komplette Handlung, sämtliche Wendungen und das Ende beschrieben. Ohne Spoilerwarnung. Denn wie schrieb die Bloggerin auf meine Beschwerde hin:


Nun, für mich ist das kein Spannungsroman, bei dem ich das Lesevergnügen daraus ziehe, dass ich nicht weiß, wie es ausgeht. Es ist ein Roman, bei dem ich mich an der Sprache erfreue, den genauen Beobachtungen, dem subtilen Witz. Nicht daran, dass ich nicht weiß, was als nächstes passiert. Aber es tut mir natürlich leid, wenn dich das jetzt davon abbringt, ein gutes Buch zu lesen.

Zickig bin ich überings auch, jedenfalls laut Bloggerin.

Mag sein, dass es Leser gibt, die sich an der Sprache erfreuen und denen der Inhalt komplett egal ist. Bei mir ist das nicht der Fall. Ich habe z.B. vor Wochen aus meiner Bücherkiste *Das karmensinnrote Blütenblatt* hervorgekramt, weil ich es unbedingt noch einmal lesen wollte. Es ist ein großartiges Buch, aber ich kenne den Ausgang; allerdings nur noch wenig davor und dazwischen.

Ich bin auch nicht fehlerfrei. Ich war bei *Die tote Geliebte* mit mir am ringen, ob ich eine Spoilerwarnung setzen sollte und im Nachhinein würde ich es auch tun.

Wann setze ich Spoilerwarnungen nicht? – Bei historischen Ereignissen. Einige, wie Nette Bücherkiste tun dies, und das ist auch vollkommen legitim. Gerade in dem Fall der Cicero – Trilogie hat sie das besser gelöst als ich, da Cicero nicht so bekannt ist, ich kannte den Ausgang auch nicht. Hier muss ich Fehler eingestehen, und hätte eine Spoilerwarnung schreiben sollen.

Aber ich gehe für meinen Teil davon aus, dass bekannt ist, dass die Titanic am Ende sinkt, Heinrich VIII. *der, mit den vielen Frauen ist* (O-Ton eines Kommilitonen) oder Marie-Antoinette geköpft wird.


Fazit

Ich bin auch oft gedankenlos und ich muss mir mehr Gedanken über entsprechende Warnungen machen. Ich bitte auch dabei um Kritik, damit ich dies verbessern kann. Aber die ganze Geschichte nachzuerzählen und dann auch noch vergrätzt zu sein, wenn sich Leser des Blogs beschweren geht gar nicht. Denn die Nacherzählung war wirklich mutwillig.

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