Ein Schlagabtausch zur Lage der Nation.
Der eine ist ägyptischer Politikwissenschaftler, der andere deutscher Unterhaltungsautor. Kein Wunder also, dass beide aus ganz unterschiedlichen Richtungen auf die Situation in Deutschland blicken. Persönlich, humorvoll und streitlustig diskutieren Hamed Abdel-Samad und Hans Rath über die Flüchtlingskrise und was sie für unsere Gesellschaft bedeutet: Wieso ist die deutsche Mentalität so schwer zu fassen? Ist das Grundgesetz verhandelbar? Wie gehen wir mit Vorurteilen um – und gibt es eine Grenze der Meinungsfreiheit? Warum klappt die Integration bislang nicht richtig? Muss Religion Privatsache sein und Gleichberechtigung vom Staat geregelt werden? Einfache Antworten gibt es nicht – aber einige verblüffende Erkenntnisse.

So ein dreistes und verhöhnendes Buch habe ich noch nie gelesen. Nach vier Seiten packte mich der Unwillen, weiterzulesen, nach neun war endgültig Schluss.

Auf Seite 11 packt Abdel-Samad die Nazi – Keule aus. Wenn ein Deutscher den Nationalsozialismus mit der ungesteuerten Zuwanderung nach Deutschland verquickt, unterstelle ich, dass er dumm ist und gerne wiederkäut, was ihm in der Schule eingetrichtert wurde. Bei einem Araber muss ich nur an der Intelligenz zweifeln, auch wenn seine Vita das nicht belegt. Aber irgendwas stimmt im Oberstübchen nicht.

Auf Seite 20 meinte Rath, er müsste Käßmann imitieren und empfahl Kirchenbesuche zur Stärkung der Leitkultur. Das ist so schlecht, dass es nicht einmal mehr zur Satire reicht, die es sein sollte. Mich erinnerte das nur mit Bedauern daran, dass man leider nur einmal aus der Kirche austreten kann. So, wie die Kirchen agieren, würde ich dies gerne mindestens jeden zweiten Tag tun. Ich empfinde es nicht als Unterhaltung, Satire oder Humor, wenn ich daran erinnert werde, mit welchen Hohn und Spott auch die Kirchen auf die Entwicklung hier in Deutschland reagieren. Die sollen in ihren Kirchen bleiben und beten, eine Gesellschaft, die überwiegend nicht mehr aus gläubigen Christen besteht, haben sie nicht zu beeinflussen.

Fazit

Wenn das Humor sein soll, dann ist es nicht meiner. Das Buch geht an Amazon zurück, diese *Autoren* verdienen an mir nichts.

Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad war Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter die Bestseller «Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland» (2010) und «Mohamed. Eine Abrechnung» (2015).

Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Mit der Romantrilogie «Man tut, was man kann», «Da muss man durch» und «Was will man mehr» hat Rath sich eine große Fangemeinde geschaffen. Zwei der Bücher wurden bereits fürs Kino verfilmt. «Und Gott sprach: Wir müssen reden» sowie «Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch» wurden ebenfalls zu Bestsellern.

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (1. Februar 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3499631989 ISBN-13: 978-3499631986 Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 2 x 17,1 cm

Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (1. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499631989
ISBN-13: 978-3499631986
Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 2 x 17,1 cm

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